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Cannabinoids 2006;1(2):17-20 (10.12.2006)

Kurzübersicht

Cannabinoide: potenzielle Antitumorwirkstoffe?

Manuel Guzmán

Institut für Biochemie und molekulare Biochemie I, Fachbereich Biologie, Complutense-Universität, 28040 Madrid, Spanien, mgp@bbm1.ucm.es

Cannabinoide, die aktiven Bestandteile von Cannabis sativa L., wirken im Körper, indem sie endogene Substanzen - die Endocannabinoide - imitieren, die spezifische Rezeptoren an der Zelloberfläche aktivieren. Cannabinoide üben bei Krebspatienten lindernde Wirkungen aus. Beispielsweise hemmen sie die Chemotherapie-induzierte Übelkeit und das Erbrechen, stimulierenden den Appetit und lindern Schmerzen. Zudem hemmen Cannabinoide bei Labortieren das Tumorwachstum. Dies geschieht durch eine Beeinflussung wichtiger Zellsignalwege, die zur Induktion von Antitumorwirkungen wie beispielsweise den apoptotischen Tod von Tumorzellen sowie zur Hemmung der Blutgefäßneubildung bei Tumoren führt. Es ist von Interesse, dass Cannabinoide selektive Antitumorsubstanzen zu sein scheinen, da sie Tumorzellen töten können, ohne die Lebensfähigkeit ihrer nicht veränderten Ebenbilder signifikant zu beeinträchtigen. Auf der Basis dieser vorklinischen Befunde wurde jüngst eine klinische Pilotstudie mit Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) bei Patienten mit rezidivierendem Glioblastoma multiforme durchgeführt. Das ausreichende Sicherheitsprofil von THC könnte zusammen mit seiner möglichen wachstumshemmenden Wirkung auf Tumorzellen die Basis für zukünftige Studien zur Erforschung der möglichen Antitumorwirksamkeit von Cannabinoiden liefern.

Keywords
Cannabinoid, Rezeptor, Tumor, Krebs, Apoptose, Angiogenese, experimentelle Therapieverfahren, klinische Studie

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