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IACM-Informationen vom 07. Juli 2007

Wissenschaft: THC und Cannabis verursachen eine Zunahme der Kalorienaufnahme und des Körpergewichts bei HIV-positiven Cannabiskonsumenten

Nach einer klinischen Studie am staatlichen psychiatrischen Institut von New York mit 10 HIV-positiven Cannabiskonsumenten erhöhten THC (Dronabinol) und Cannabis dosisabhängig die tägliche Kalorienaufnahme und das Körpergewicht. Alle Patienten verbrachten zwei 16-tägige Aufenthalte am Institut. Alle erhielten 4 Tage lang viermal täglich THC-Kapseln (5 und 10 mg) und Cannabiszigaretten (2 und 3,9 Prozent THC). An einem Tag gab es nur jeweils eine aktive Substanz. Alle aktiven Phasen waren durch eine 4 Tage dauernde Plazebogabe getrennt. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde mittels einer Aufgabenbatterie gemessen, die verschiedene Aspekte von Lernen, Gedächtnis, Wachheit und psychomotorischen Fähigkeiten ermittelt.

Verglichen mit Plazebo erhöhten Cannabis und THC dosisabhängig. Die Kalorienaufnahme wurde vor allem durch eine Zunahme der Zahl der Mahlzeiten erhöht. Die Zunahme des Körpergewichts innerhalb von vier Tagen war für die stärkere Cannabissorte (viermal 3,9 Prozent THC) und für die höhere Dosis von oralem THC (viermal 10 mg) mit 1,2 kg für THC und 1,1 kg für Cannabis signifikant. THC und Cannabis verursachten mit Ausnahme der geringeren THC-Dosis (5 mg) psychische Wirkungen. Diese Wirkungen wurden als positiv beschrieben, mit geringen Hinweisen auf Unbehagen und ohne Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Die Wirkungen der Cannabiszigaretten und von oralem THC war vergleichbar, mit der Ausnahme, dass nur Cannabis (3,9 Prozent THC) den Schlaf verbesserte. Die Forscher folgerten, dass sowohl orales THC als auch gerauchter Cannabis "gut toleriert wurden und eine deutliche und vergleichbare Zunahme der Nahrungsaufnahme verursachten."

(Quelle: Haney M, Gunderson EW, Rabkin J, Hart CL, Vosburg SK, Comer SD, Foltin RW. Dronabinol and marijuana in HIV-positive marijuana smokers: caloric intake, mood, and sleep. J Acquir Immune Defic Syndr, 21. Juni 2007 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Kurzmeldungen

USA: Rhode Island
Die Gesetzgeber von Rhode Island stimmten am 21. Juni dafür, das medizinische Cannabisgesetz dauerhaft zu machen. Im Senat und im Repräsentantenhaus wurde leicht eine Dreifünftelmehrheit erzielt, um das Veto von Gouverneur Don Carcieri zu überstimmen. Das Programm, das am 30. Juni ausgelaufen wäre, erlaubt Patienten mit Krebs, Aids und anderen schweren Erkrankungen, bis zu zwölf Cannabispflanzen und 2,5 Unzen (ungefähr 70 Gramm) der verwendbaren Droge zu besitzen, um ihre Symptome lindern. (Quelle: Associated Press vom 21. Juni 2007)

USA: Neumexiko
Seit dem 1. Juli ist das medizinische Cannabisprogramm in Kraft. Zertifizierte Patienten dürfen bis zu sieben Unzen Cannabis, vier reife Pflanzen und drei unreife Setzlinge besitzen, was nach Auffassung des Gesundheitsministeriums für drei Monate ausreichend ist. Das Gesetz verlangt zudem von Neumexiko, ein System zur Produktion und Verteilung der Droge aufzubauen. Das Gesundheitsministerium muss bis zum 1. Oktober ein Verfahren für die Lizenzierung von Cannabisproduzenten, für innerstaatliche sichere Aufbewahrungsräume und für die Entwicklung eines Verteilungssystems veröffentlichen. Dies könnte Probleme verursachen, da die Bundesgesetze die Produktion und Verteilung von Cannabis nicht erlauben. (Quelle: Associated Press vom 30. Juni 2007)

Wissenschaft: Schmerzen
Durch eine Kombination von niedrigen Dosen an Morphium und THC kann nach einer Studie mit Ratten die Entwicklung einer Toleranz gegen diese Substanzen vorgebeugt werden. (Quelle: Smith PA, et al. EUR J Pharmacol, 12. Januar 2007 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]).

Wissenschaft: Krebs
Britische Wissenschaftler demonstrierten, dass THC eine Apoptose (programmierter Zelltod) bei Krebszellen von Tumoren des Dickdarms verursachte. Sie folgerten, dass die Verwendung von THC eine neue Strategie für die Behandlung von Dickdarmkrebs darstellen könnte. (Quelle: Greenhough A, et al. Int J Cancer, 21. Juni 2007 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]).

Kanada: Medizinischer Cannabis
Das Gesundheitsministerium hat Ärzte kontaktiert, die ihren Patienten mit einer Erlaubnis der Regierung medizinischen Cannabis verschreiben, und sie angehalten, die Dosen niedrig zu halten. Die Presse-Agentur Canadian Press zitiert den Fall eines Patienten mit starker Arthritis, der mit der Erlaubnis seines Arztes jüngst beim Gesundheitsministerium eine Steigerung seiner täglichen Dosis auf zehn Gramm beantragt hatte. Ein Vertreter des medizinischen Cannabisprogramms rief den Arzt des Patienten an und wies ihn darauf hin, dass die meisten Patienten nicht mehr als fünf Gramm benötigen. Mehr unter: www.940news.com/nouvelles.php?cat=23&id=61602 (Quelle: Canadian Press vom 19. Juni 2007)

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