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IACM-Informationen vom 31. März 2007

Wissenschaft: THC entspannt den Dickdarm und könnte nützlich beim Reizdarm sein

Nach einer Studie, die an der Mayo-Klinik (USA) mit 52 Freiwilligen durchgeführt wurde, entspannt die Gabe von THC den Dickdarm. Die Teilnehmer erhielten nach einer zufälligen Zuordnung entweder eine einzelne Dosis von 7,5 mg oralem THC oder ein Placebo. Die Wirkungen von THC auf den Dickdarm wurden eine Stunde nach der Gabe, während der nüchternen Periode und eine Stunde nach einer kalorienreichen Mahlzeit (1000 kcal) gemessen. THC verursachte eine signifikante Zunahme der Dehnbarkeit des Dickdarms, eine nicht-signifikante Zunahme der Entspannung des Dickdarmtonus während der nüchternen Phase und eine signifikante Hemmung des Dickdarmtonus nach der Mahlzeit.

Die Autoren schlussfolgerten, dass THC den Dickdarm entspannt und seine Beweglichkeit und seinen Tonus nach einer Mahlzeit reduziert. "Das Potenzial für CBR [Cannabinoidrezeptoren], die motorische Funktion des Dickdarms bei Durchfallerkrankungen wie etwa dem Reizdarm-Syndrom zu beeinflussen, bedarf weiterer Untersuchungen", schrieben sie.

(Quelle: Esfandyari T, Camilleri M, Busciglio I, Burton D, Baxter K, Zinsmeister AR. Effects of a cannabinoid receptor agonist on colonic motor and sensory functions in humans: a randomized, placebo-controlled study. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol, 29. März 2007; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck)

USA: Medizinisches Cannabisgesetz unterliegt im Repräsentantenhaus von New Hampshire

Mit einem knappen Ergebnis entschieden sich die Gesetzgeber von New Hampshire am 28. März dagegen, Menschen mit schweren Erkrankungen die Verwendung von Cannabis zur Schmerzlinderung oder anderen medizinischen Zwecken zu erlauben. Die Abstimmung mit 186 zu 177 im Repräsentantenhaus stoppte eine Gesetzesvorlage, die die Verwendung der Droge für Patienten unter ärztlicher Aufsicht für schwere Erkrankungen wie Krebs, Aids oder multiple Sklerose entkriminalisiert hätte.

In der Zwischenzeit hat eine Initiative zur Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke die erste legislative Hürde im Staat Connecticut genommen. Am 21. März hat der Justizausschuss mit 31 zu acht Stimmen zu Gunsten der Gesetzesvorlage gestimmt. Die Version aus diesem Jahr würde Bürgern im Alter von 18 Jahren und älter mit einer von einem Arzt diagnostizierten schweren Erkrankung den Anbau und die Verwendung von Cannabis zur Linderung von Symptomen der Erkrankung erlauben.

Alaska, Arizona, Kalifornien, Colorado, Hawaii, Maine, Nevada, Oregon, Rhode Island, Vermont und Washington haben bereits die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert. Der Gesetzgeber von Neumexiko hat im März 2007 ebenfalls eine Gesetzesvorlage zur Legalisierung der medizinischen Verwendung von Cannabis verabschiedet, und Gouverneur Bill Richardson, der das Gesetz noch unterschreiben muss, unterstützt die Maßnahme.

(Quellen: Concord Monitor vom 29. März 2007, Associated Press vom 21. März 2007)

Kurzmeldungen

Kanada: Neuropathische Schmerzen
In einer Konsensus-Stellungnahme hat die kanadische Schmerzgesellschaft Richtlinien für die pharmakologische Behandlung chronischer neuropathischer Schmerzen veröffentlicht. Analgetische Substanzen der ersten Wahl sind danach bestimmte Antidepressiva und krampflösende Mittel (Gabapentin und Pregabalin). Empfohlene Mittel der zweiten Mal sind Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und lokal anzuwendendes Lidocain. Opiate werden als Mittel der dritten Wahl empfohlen. Empfohlene Mittel der vierten Wahl umfassen Cannabinoide, Methadon und krampflösende Mittel mit geringerem Nachweis der Wirksamkeit. (Quelle: Moulin DE, et al. Pain Res Manag 2007;12(1):13-21.)

Wissenschaft: Tinnitus
In einem Tiermodell für Tinnitus nahm die Zahl der Nervenzellen in einer bestimmten Gehirnregion (ventraler cochlearer Kern) mit CB1-Rezeptoren ab. Diese Gehirnregion spielt eine wichtige Rolle im Hörsystem. Die Wissenschaftler schlossen, dass ihre Ergebnisse nahe legen, "dass CB1-Rezeptoren im cochlearen Kern wichtig für die Hörfunktion sein könnten, und dass eine Herunterregulierung von CB1-Rezeptoren im ventralen cochlearen Kern eine Beziehung zur Entwicklung von Tinnitus haben könnte." (Quelle: Zheng Y, et al. Hear Res, 16. Februar 2007; [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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