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IACM-Informationen vom 17. März 2007

USA: Neumexiko wird der zwölfte Staat sein, der die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert

Am 13. März hat das Repräsentantenhaus mit 36 zu 31 Stimmen eine Gesetzesvorlage angenommen, die die medizinische Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke in Neumexiko legalisiert. Am 14. März hat der Senat, der die Gesetzesvorlage bereits vor einiger Zeit angenommen hatte, eine kleine Änderung durch das Repräsentantenhaus akzeptiert, die die Verteilung von Cannabis innerhalb von 300 Fuß (etwa 100 Meter) zu Kirchen, Schulen oder Tagesstätten verbietet.

Die Gesetzesvorlage von Neumexiko wird nun zu Gouverneur Bill Richardson geschickt, der bereits erklärt hatte, das Gesetz zu unterzeichnen. Es wird Patienten erlauben, Cannabis zur Linderung von Symptomen mehrerer schwerer Erkrankungen zu verwenden, die vom Gesundheitsministerium genehmigt wurden. Nach dem Gesetz soll das Ministerium bis zum 1. Oktober 2007 ein System für die Verteilung von medizinischem Cannabis an Patienten einrichten. Das Ministerium soll zudem Ausweiskarten an Patienten und Betreuer abgeben sowie Lizenzen für den Anbau von Cannabis vergeben.

"Dieses Gesetz wird Bürgern von Neumexiko, die an schweren Erkrankungen leiden, dringend benötigte Linderung verschaffen, gleichzeitig aber sicherstellen, dass Missbrauch verhindert wird," erklärte Gouverneur Richardson in einer schriftlichen Stellungnahme. Alaska, Arizona, Kalifornien, Colorado, Hawaii, Maine, Nevada, Oregon, Rhode Island, Vermont und Washington haben bereits die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert.

(Quelle: New Mexican vom 14. März 2007, Associated Press vom 15. März 2007)

Wissenschaft: Dronabinol ist so wirksam wie Ondansetron bei der Behandlung der verzögerten Übelkeit und des Erbrechens nach einer Chemotherapie

In einer klinischen Studie am Bethesda-Memorial-Krankenhaus in Boynton Beach (USA) war Dronabinol bei 61 Patienten, die eine Chemotherapie erhielten, so wirksam wie Ondansetron bei der Reduzierung von verzögerter Übelkeit und des Erbrechens. Eine Kombination beider Medikamente war nicht wirksamer als die beiden einzelnen Substanzen.

Die Patienten erhielten Dexamethason (20 mg oral) und Ondansetron (16 mg intravenös) am ersten Tag. Sie erhielten zudem entweder ein Placebo oder Dronabinol (2,5 mg oral) vor und nach der Chemotherapie. Am Tag 2 wurden feste Dosen Placebo, Dronabinol (10 mg), Ondansetron (16 mg) oder eine Kombination verabreicht. An den Tagen 3 bis 5 erhielten die Patienten ein Placebo, flexible Dosen Dronabinol (10 – 20 mg), Ondansetron (8 – 16 mg) oder Dronabinol und Ondansetron.

Das Gesamtansprechen auf die Behandlung wurde definiert als Übelkeitsintensität unter 5 auf einer visuellen Analogskala, kein Erbrechen oder Würgen und kein Bedarf an zusätzlicher Brechreiz hemmender Medikation. 64 Patienten nahmen teil, von denen 61 ausgewertet wurden. Das Gesamtansprechen war ähnlich bei Dronabinol (54 Prozent), Ondansetron (58 Prozent) und bei der Kombinationstherapie (47 Prozent) gegenüber Placebo (20 Prozent). Das Fehlen von Übelkeit war signifikant größer in den aktiven Behandlungsgruppen (Dronabinol, 71 Prozent; Ondansetron, 64 Prozent; Kombinationstherapie, 53 Prozent) gegenüber Placebo (15 Prozent). Die Stärke der Übelkeit und des Erbrechens oder des Würgens war am niedrigsten bei Patienten, die mit Dronabinol behandelt worden waren. Alle aktiven Behandlungen wurden gut vertragen.

Die Kurzfassung ist verfügbar unter:
www.cannabis-med.org/studies/study.php

(Quelle: Meiri E, Jhangiani H, Vredenburgh JJ, Barbato LM, Carter FJ, Yang HM, Baranowski V. Efficacy of dronabinol alone and in combination with ondansetron versus ondansetron alone for delayed chemotherapy-induced nausea and vomiting. Curr Med Res Opin 2007;23(3):533-43.)

USA: Bundesgericht verneint grundsätzliches Recht auf die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken

Eine Frau aus Kalifornien mit einem nicht operierbaren Gehirntumor darf keinen Cannabis verwenden, um ihre Schmerzen zu lindern, auch wenn ein kalifornisches Gesetz dies erlaubt. Dies entschied ein Bundesberufungsgericht am 14. März. Das Bundesberufungsgericht für den neunten Bezirk fand, dass es kein fundamentales Recht gibt, Cannabis für medizinische Zwecke zu verwenden. Das Urteil stimmt mit einer Entscheidung des obersten Gerichtshofs von 2005 überein.

Die Richter drückten ihre Sympathie für einige Argumente der Klägerin Angel Raich aus. In der Entscheidung des Gerichts heißt es, dass die Verwendung der Droge für medizinische Zwecke eine zunehmende Unterstützung erhalte, dass das Bundesgesetz sie jedoch weiterhin verbiete. "Wir stimmen mit Raich überein, dass die medizinische und konventionelle Klugheit, die die Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke anerkennt, auch im Gesetz an Zugkraft gewinnt," heißt es in der Entscheidung. "Zur Zeit ist das Bundesgesetz blind für die Klugheit eines zukünftigen Tages, an dem das Recht zur Verwendung von medizinischem Marihuana zur Linderung entsetzlicher Schmerzen als fundamental betrachtet werden könnte."

(Quelle: Reuters vom 14. März 2007)

Kurzmeldungen

Großbritannien: Drogengesetze
Eine Expertengruppe, die Kommission zu illegalen Drogen, Kommunen und Politik der RSA fordert eine Änderung der Drogengesetze, da sie nicht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis basieren. In einem 335-seitigen Bericht stellen sie fest, dass "Cannabis wahrscheinlich grob in die Mitte eines jeden Schädlichkeitsindexes fällt. (…) Seine Stellung auf dem Schädlichkeitsindex mehrere Plätze unter von sowohl Alkohol als auch Tabak legt nahe, dass die Form, die diese Kontrolle darstellt, wesentlich mehr mit der Art und Weise, mit der Alkohol und Tabak reguliert wird, übereinstimmen sollte." Der vollständige Bericht ist verfügbar unter: www.rsadrugscommission.org/ (Quelle: RSA-Bericht vom 8. März 2007)

Wissenschaft: Schmerzen
In Tierexperimenten wurde gezeigt, dass die Blockierung eines bestimmten Proteins (Cyclooxygenase), beispielsweise durch Indomethacin, die Schmerz lindernden Wirkungen eines synthetischen Cannabinoids (WIN55,212-2) verstärkte. Indomethacin ist ein häufig verwendetes entzündungshemmendes Medikament. (Quelle: Ahn DK, et al. Pain, 22. Februar 2007; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

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