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IACM-Informationen vom 20. August 2005

USA: Der Gesetzgeber von Oregon erhöht die Cannabismenge, die Patienten besitzen dürfen

Die Gesetzgeber von Oregon haben eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die das staatliche medizinische Cannabisgesetz verändern würde. Das ursprüngliche Gesetz stammt aus dem Jahre 1998 und wurde von 55 Prozent der Wähler angenommen. Nach der Internet-Seite des Gesundheitsministeriums von Oregon sind zur Zeit etwa 11.000 Bürger von Oregon als medizinische Cannabispatienten mit einer Ausweiskarte registriert ((www.dhs.state.or.us/publichealth/mm/data.cfm).

Die Änderung hebt die Cannabismenge, die dazu befugte Patienten besitzen dürfen, von sieben Pflanzen (mit nicht mehr als drei reifen Pflanzen) und 3 Unzen Cannabis (eine Unze entspricht etwa 28,5 Gramm) auf sechs reife Cannabispflanzen, 18 unreife Setzlinge und 24 Unzen verwendbaren Cannabis an. Allerdings haben staatlich qualifizierte Patienten, die mehr Cannabis besitzen, als die neuen staatlichen Richtlinien zulassen, nicht länger die Möglichkeit, sich vor Gericht mit Berufung auf eine medizinische Notwendigkeit zu verteidigen. Patienten, die sich nicht staatlich registriert haben, jedoch medizinischen Cannabis in Mengen, die das gesetzlich zulässige Maß nicht überschreitet, haben weiterhin die Möglichkeit, sich vor Gericht auf eine medizinische Notwendigkeit zu berufen. Die Gesetzesänderung wird zudem eine staatliche Registrierung von Personen einrichten, die eine Erlaubnis zum Anbau von Cannabis für qualifizierte Patienten besitzen. Das Gesetz muss noch vom Gouverneur unterzeichnet werden.

(Quellen: NORML vom 18. August 2005, Oregon Daily Emerald vom 4. August 2005)

Kurzmeldungen

Deutschland: Hanfapotheke
Eine neue Webseite soll Schwerkranken, die von Cannabis profitieren, helfen, einen kostenlosen Zugang zu Cannabisprodukten zu erhalten. Nach den Prinzipien der Hanfapotheke muss eine Behandlung mit Cannabisprodukten "tatsächlich angezeigt und dringend erforderlich sein", und gleichzeitig ist eine Behandlung mit Dronabinol (THC) nicht möglich, beispielsweise weil die Krankenkasse die Kosten der Behandlung nicht übernimmt. Die Hanfapotheke sucht Spender, die bereit sind, diesen Patienten anonym und kostenlos Cannabis zu schicken. Zu den Mitgliedern des Solidaritätskreises der Hanfapotheke zählen unter anderem Dr. Franjo Grotenhermen vom nova-Institut, Dr. Martin Schnelle vom Institut für klinische Forschung und Prof. Lorenz Böllinger von der Universität Bremen. (Quelle: www.hanfapotheke.org)

Wissenschaft: Cannabis und Autofahren
Kanadische Wissenschaftler der Universität von Victoria haben die Frage untersucht, ob Klienten, die wegen Problemen im Zusammenhang mit der Verwendung von Alkohol, Cannabis, Kokain oder verschiedenen Kombinationen dieser Substanzen behandelt werden, ein höheres Risiko als eine Kontrollgruppe aufweisen, beeinträchtigt am Straßenverkehr teilzunehmen. 445 Fahrer in Behandlung wurden aufgenommen. In den 8 Jahren vor der Behandlung wies jede Drogengruppe außer die "Nur-Cannabis"-Gruppe signifikant mehr Vergehen wegen Teilnahme am Straßenverkehr in beeinträchtigtem Zustand als die Kontrollgruppe auf. (Quelle: Macdonald S, et al. Traffic Inj Prev 2005;6(3):207-11.)

Wissenschaft: Neuropathische Schmerzen
Britische Forscher des pharmazeutischen Unternehmens Novartis haben gezeigt, dass die Verletzung peripherer Nerven bei der Ratte die Expression von CB2-Rezeptoren in sensorischen Nerven induziert. CB2-Rezeptoren werden nicht im Rückenmark oder in den dorsalen Wurzelganglien von Ratten und Mäusen gefunden. Allerdings wurden CB2-Rezeptoren in bestimmten Bereichen des Rückenmarks nach Durchtrennung des Ischiasnerven gefunden. Die CB2-Rezeptoren nahmen zudem auf dem Nerven zu. Dies "legt einen zusätzlichen zellulären Angriffspunkt für eine durch CB2-Agonisten induzierte Analgesie nahe, zumindest in neuropathischen Modellen," schreiben die Autoren. (Quelle: Wotherspoon G, et al. Neuroscience 2005 Aug 4; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Leber-induzierte Schädigung des Gehirns
Israelische Wissenschaftler untersuchten die Rolle des Cannabinoidsystems bei der so genannten hepatischen Enzephalopathie, einem neuropsychiatrischen Syndrom aufgrund einer Lebererkrankung. Bei Mäusen mit hepatischer Enzephalopathie waren die Spiegel des Endocannabinoids 2-AG im Gehirn erhöht. Eine Behandlung mit 2-AG, einem CB1-Rezeptorantagonisten (SR 141716A) oder mit einem CB2-Rezeptoragonisten verbesserte den Zustand, mit einer besseren neurologischen Leistung und einer besseren kognitiven Funktion. (Quelle: Avraham Y, et al. Neurobiol Dis 2005 Aug 12; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Blick in die Vergangenheit

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