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Asthma: Wie sollten Cannabis oder THC eingenommen werden, um Asthma zu behandeln?

British Medical Association (Britische Ärztevereinigung)

Akute Cannabis- und THC-Dosen üben einen relevanten bronchienerweiternden Effekt auf die kleinen Luftwege der Lunge aus. Der Mechanismus dieses Effektes ist nicht bekannt, aber er scheint sich von denen anderer heute gebräuchlicher bronchienerweiternden Mittel (z. B. Salbutamol, Isoprenalin) für die Behandlung von Asthma zu unterscheiden. (…) Allerdings gibt es nur sehr wenige Studien zu den bronchienerweiternden Wirkungen der Cannabinoide bei asthmatischen Patienten. Alle waren akute Studien, die in den 70er Jahren durchgeführt wurden. Tashkin et al. untersuchten 14 asthmatische Freiwillige und verglichen gerauchtes Cannabis (2% THC), orales THC (15 mg) und das Medikament Isoprenalin (0,5%). Sie fanden, dass gerauchtes Cannabis und orales THC eine signifikante Bronchienerweiterung für mindestens zwei Stunden bewirkte. Die Wirkung des gerauchten Cannabis entsprach nahezu der der klinischen Dosis Isoprenalin. Gerauchtes Cannabis war zudem in der Lage, bei drei Asthmatikern einen experimentell ausgelösten Spasmus der Bronchien zu lösen. (…) Williams et al. verglichen ein THC-Aerosol, das 0,2 mg THC enthielt, mit einem Salbutamol-Aerosol (0,1 mg) bei 10 Asthmatikern. Beide Medikamente verbesserten signifikant die Atemfunktion. Der Beginn der Wirkung war bei Salbutamol schneller, aber die Wirkungen beider Medikamente entsprachen sich nach einer Stunde. Tashkin et al. verglich mehrere Dosen eines THC-Aerosols (5-20 mg) mit einer Standard-Dosis Isoprenalin bei 11 normalen Freiwilligen und fünf Asthmatikern. Bei den normalen Personen und bei drei der Asthmatiker war der bronchienerweiternde Effekt des THC nach fünf Minuten geringer als der von Isoprenalin, jedoch nach ein bis drei Stunden signifikant größer.
(Bitte beachten Sie: Dieser Text wurde einem wissenschaftlichen Text entnommen. Einige Sätze wurden verändert, um die Verständlichkeit zu verbessern.)
British Medical Association: Therapeutic Uses of Cannabis. Amsterdam: Harwood Academic Publishers, 1997.
 

Franjo Grotenhermen

Die Behandlung des Asthmas umfasst den Einsatz entzündungshemmender Medikamente (Kortikosteroide) und bronchienweitender Mittel. THC und Cannabis sind bronchienerweiternde Mittel und können auch eine gewisse entzündungshemmende und antiallergische Wirkung ausüben. Cannabisrauch enthält Verbrennungsprodukte, die denen im Tabakrauch qualitativ ähneln, darunter einige Karzinogene, die die Schleimhaut schädigen können. Die Inhalation dieser Verbrennungsprodukte sollte vermieden oder erheblich reduziert werden. Um die Aufnahme von Verbrennungsprodukten zu vermeiden, kann Cannabis oral eingenommen werden. Um die Menge der inhalierten Karzinogene zu reduzieren, können Cannabis oder THC mit einem Vaporizer (Verdampfer) inhaliert werden, und/oder es kann Cannabis mit einem hohen THC-Gehalt verwendet/geraucht werden. In einigen Situationen kann eine Kombination aus einer oralen Basismedikation und einer inhalierten Bedarfsmedikation bei akuten Asthmabeschwerden nützlich sein, um die Risiken des Rauchens und das Risiko einer Überdosierung bei oraler Gabe zu verringern. Die Erhältlichkeit eines THC-Aerosols ist wünschenswert.
 

Calignano und Kollegen

Eine Gruppe internationaler Forscher hat herausgefunden, warum Marihuana in manchen Fällen Husten auslöst und in anderen Krämpfe der Atemwege und Husten verhindert. Diese Forschungsergebnisse könnten die Behandlung von Atemwegserkrankungen verbessern. In einem Bericht für die Zeitschrift 'Nature' zeigten Wissenschaftler des Instituts für experimentelle Medizin in Budapest, Ungarn, der Universität Neapel und der Universität Washington auf, wie das Endocannabinoid Anandamid die Atemwege in der Lunge beeinflusst. In Tierversuchen mit Meerschweinchen und Ratten zeigte Anandamid zwei verschiedene Wirkungen auf die Bronchien. Wenn sich die Lungenmuskeln durch ein Reizmittel (Capsaicin) zusammenzogen, sorgte das Endocannabinoid für eine Entspannung der glatten Muskulatur und wies einen starken hustenhemmenden Effekt auf. Wenn die Atemwege jedoch entspannt waren (durch Entfernung des zusammenziehenden Effektes des Vagusnervs), löste Anandamid einen Hustenanfall aus. Anandamid wird im Lungengewebe gebildet und übt seine Wirkung über Cannabinoidrezeptoren aus.
IACM-Informationen vom 11. November 2000; Calignano A, et al: Bidirectional control by airway responsiveness by endogenous cannabinoids. Nature 2000;408:96-101.

 

Erklärung

Erklärung der Menschenrechte für den medizinischen Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden

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