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Thema: Verschreibung von Sativex

  1. #1
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    Verschreibung von Sativex

    Hallo an alle,
    es wäre nett, wenn ihr mir weiterhelfen könntet. Ich bin Schmerzpatientin und würde gerne Sativex ausprobieren, da ich andere schmerzmittel sehr schlecht vertrage. Dronabinol leider auch nicht.Nun ist mir nicht klar, ob Sativex überhaupt nicht an Schmerzpatienten verschrieben wird oder ob dies auf Privatrezept ohne Beteiligung der Krankenkasse generell möglich wäre, bzw. ob es bestimmte Ärzte gibt, die auch an Schmerzpatienten verschreiben. ich bräuchte nur in eher seltenen Phasen ein Schmerzmittel , sodass ich die Kosten für Sativex dann aufbringen könnte.

    Lieben Dank,
    Milena

  2. #2
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    hallo Milena
    auf Privatrezept kannst Du das verschrieben bekommen, die Kosten werden nur bei behandlungsresistenter Spastik bei MS übernommen.

    lg Gabi
    zahme Vögel singen von Freiheit - die Wilden fliegen

  3. #3
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    Hallo Gabi,
    herzlichen Dank für deine Antwort :-)
    Hättest du eventuell auch einen Tipp wie ich einen Arzt finde, der Sativex an Schmerzpatienten auf Privatrezept verschreiben würde ? Am besten irgendwo in Hessen. Ich wohne in der Nähe von Darmstadt.
    Oder kann das auch ein beliebiger Hausarzt sein ? Sativex läuft ja nur über BTM-Rezepte, oder ?
    Lieben Gruß,
    Milena

  4. #4
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    Rede mit dem Arzt der dich behandelt, er weiß was er Dir sonst verschreibt. Jeder Arzt in Deutschland hat Therapiefreiheit somit auch bei den Verordnungen. Kurze Anmerkung :Meine Frau hatte Probleme mit Sativex mit den Mundschleimhäuten. Haben aber jetzt eine Sondergenehmigung für reines Cannabis

  5. #5
    berty ist offline Registrierter Benutzer
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    Beitrag Verschreibung Sativex bei nicht MS Erkrankung

    Sativex Genehmigung
    Sativex Spray hilft mir sehr gut obwohl ich keine MS habe.
    Ich bekomme es regelmäßig von meinem Hausarzt verschrieben.

    Achtung!
    Wer keine MS hat, es als Scmerzmittel einsetzen möchte, wird es nur im Rahmen eines individuellen Heilversuchs auf BtM Rezept von der KK genehmigt bekommen.
    Privatrezept ohne Genehmigung wäre auch eine alternative, jedoch sehr teuer ca. 600 Euro.

    Am besten mit Hausarzt oder Neurologen reden.
    Die KK und der MDK genehmigen in der Regel den Spray auch ohne MS, wenn eine ausreichende Begründung vorliegt.

    Zusatz.
    Nach meinen langjährigen Erfahrungen, hat Sativex auch keine abhängig machende Wirkung.
    Im Rahmen eines individuellen Heilversuchs ist es auf jeden Fall zur med. Behandlung empfehlenswert.

    Hier noch ein Link vom WDR
    http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgebe...nkasse101.html

  6. #6
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    Hallo ihr alle,

    zu dem, was ihr geschrieben habt, habe ich gleich auch mal eine Frage. Ich bin Fibromyalgiepatientin. Meine Erkrankung äußert sich nicht nur in Schmerzen, sondern auch in schlimmer Schlaflosigkeit. Chemische Medikamentencocktails, die ich in wechselnder Kombination jahrelang verschrieben bekommen habe, helfen mir nicht wirklich, weshalb ich meinen Hausarzt und meinen Schmerztherapeuten nun auch auf einen Therapieversuch mit Dronabinol oder Sativex ansprechen möchte.

    Mir ist klar, dass ich meiner Krankenkasse und der Beihilfe eine stichhaltige Begründung für eine Kostenübernahme vorlegen muss. Da offenbar einige von euch damit Erfahrung haben, wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr mir mitteilen könntet, was eure Ärzte in die Begründung reingeschrieben haben. Ich stelle diese Frage aus gutem Grund: leider wurden bei mir in der Vergangenheit Anträge auf einen stationären Aufenthalt in einer auf meine Erkrankung spezialisierten Klinik seitens der Krankenkasse abgelehnt, da die Stellungnahme meines Arztes "ungeschickt" formuliert war. Mir wurde damals seitens der Kasse mitgeteilt, dass sie einen Klinikaufenthalt erst nach einem Zusammenbruch bezahlen wird. So etwas möchte ich nicht nochmal erleben müssen, weil es mir wirklich sehr schlecht geht und ich durch meine Schmerzen und die Schlaflosigkeit kaum mehr Lebensqualität habe - auch wenn ich bisher auf meiner Teilzeitarbeitsstelle durchgehalten habe und eben nicht "zusammengebrochen" bin.

    Für Tipps wäre ich euch sehr dankbar!

    Viele Grüße
    Kat

  7. #7
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    Hallo liebe Kat,

    die stichhaltigste Begründung wäre wohl, wenn Dein Arzt anhand Deiner Krankengeschichte glaubhaft attestieren kann, dass Dir bei Deinen Beschwerden keine anderen Medikamente mehr helfen, Du also mit herkömmlichen Medikamenten austherapiert bist. Falls Du jedoch bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bist, würde ich mir derzeit keine allzu große Hoffnungen auf die Kostenübernahme der besagten Medikamente machen. Falls ich mich nicht irre, wird Sativex von der gesetzlichen Krankenversicherung bisher nur bei Multiple Sklerose übernommen.

    Falls Deine Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnt, hast Du immerhin noch die Möglichkeit, bei der BfArM eine Ausnahmegenehmigung für medizinische Cannabisblüten zu beantragen. Die Blüten muss man derzeit zwar ebenfalls noch selbst bezahlen. Sie sind dafür aber einiges billiger, als Sativex oder Dronabinol.

    ganz lieben Gruß und viel Erfolg bei Deinen Bemühungen,
    Ruby

  8. #8
    berty ist offline Registrierter Benutzer
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    Nach Befürwortung der uni Klinik Ffm. wurde Sativex bei mir von der GKV genehmigt.
    Ich bekomme auch botox, allerdings muss ich mich mit 25% beteiligen.
    Wichtig sind aussagefähige Begründungen von Fachärzten.
    Sativex ist das beste medikament von allen die ich ausprobiert habe.

  9. #9
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    Hallo lieber Berty,

    das freut mich enorm für Dich. Deine eigene positive Erfahrung mit der GKV könnte dann in der Tat auch anderen Patienten Hoffnung machen, oder sogar zur nützlichen Hilfe werden.

    Wie genau hat das Dein Arzt oder die Klinik, in der Du in Behandlung bist, Deiner Krankenkasse plausibel darlegen, beziehungsweise begründen können? Denn derzeit sind die gesetzlichen Krankenversicherungen meines Wissens ja noch nicht dazu verpflichtet, die Kosten für Sativex bei anderen Krankheiten außer MS zu übernehmen. Und in der Regel drücken sich die GKV ja vor zusätzlichen Kosten, wo sie nur können. Welche gesetzliche Krankenversicherung war das genau? Und musstest Du dafür zu einer persönlichen Begutachtung zum MDK?

    75 % Kostenübernahme klingt in der Tat schon sehr, sehr verlockend. Wirklich nicht schlecht! Die Darreichungsform von Sativex über den Spray ist mir übrigens überaus sympathisch. Eine wirklich gute Idee und zudem sehr unauffällig.

    Aber wie genau begründet die gesetzliche Krankenversicherung diesen enorm hohen Selbstbehalt von 25% ? Ich dachte früher immer, dass die Zuzahlung für Patienten bei richtig teuren, verschreibungspflichtigen Medikamenten bei der GKV nicht höher als 10 Euro liegen darf, jedenfalls bei Medikamenten, bei denen die GKV gesetzlich dazu verpflichtet ist, die Kosten zu übernehmen. Wie genau rechtfertigt sich diese hohe Zuzahlung? Wie genau hat die GKV das bei Dir begründet?

    Bitte entschuldige meine Neugier. Aber das Thema interessiert mich persönlich sehr und dürfte vielleicht auch für den einen oder anderen Hilfesuchenden hier irgendwann von Interesse sein.

    Jedenfalls scheint der Antrag auf Kostenübernahme im Rahmen eines individuellen Heilversuchs zumindest in Einzelfallentscheidungen ja doch zum Erfolg zu führen. Ist Dein Antrag gleich beim ersten Mal bewilligt worden? Oder hat es dafür mehrere Anläufe gebraucht?

    Ich verfüge aufgrund meiner schweren chronischen Erkrankungen und meiner Arbeitsunfähigkeit über einen KK Befreiungsschein für Zuzahlungen. Ob der in so einem Fall dann noch gelten würde?

    Ganz lieben Gruß,
    Ruby
    Geändert von Ruby (29.08.2015 um 06:37 Uhr)

  10. #10
    berty ist offline Registrierter Benutzer
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    Lieber Ruby
    Danke für deinen Beitrag.
    Ich hatte 1998 eine Meningeom op, wodurch sich eine ausgeprägte linksseitige spastische hemiparese entwickelte.
    Ich bin jetzt in pflegestufe 1
    In all den zurückliegenden Jahren habe ich alle möglichen Medikamente probiert, kein Medikament hat mir geholfen.
    Mein Physiotherapeut gab mir den tipp Sativex und botox zu testen, welche auch seine Patienten mit MS von de KK verschrieben bekommen.
    Es war ein schwieriger und langer Weg mit mehreren Anläufen, bis ich die Genehmigung von der GKV bekommen habe.
    Die Genehmigung erfolgte durch Empfehlung eines Oberarzt-Neurologen der Uni Klinik Ffm.
    Sativex und botox wurden allerdings mit Einschränkung nur – of label use genehmigt.
    Meine KK ist die BKK Merck, wo ich auch persönlich über meine Problematik vorgesprochen habe.
    Die KK genehmigte schließlich mit Absprache des MDK 3 botox Behandlungen.
    Die Beteiligung mit 25% ca. 1000 € Eigenanteil hat die KK mir angeboten, ich stimmte schließlich zu.
    Die Kosten für Sativex werden immer von der BKK übernommen.
    Der Arzt muß immer eine Begründung dazu schreiben.
    Ich bin zwar zuzahlungsbefreit, dies gilt allerdings nicht für of label use Behandlungen.
    Die Kostenübernahme im Rahmen eines individuellen Heilversuchs ist die einzige Möglichkeit die Behandlungen durchführen zu lassen.
    Liebe grüße und gute Besserung
    Berty

  11. #11
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    Herzlichen Dank für Deine Antwort, lieber Berty. Nun verstehe ich das auch mit der Zuzahlung.

    Deine Ausführungen klingen in der Tat nach einem steinigen Weg und einem langen Atem deinerseits. Aber es hat sich gelohnt! Nach all diesen Bemühungen hast Du Dir das Medikament wahrlich verdient, zumal Dir Sativex ja auch gut zu helfen scheint. Ich finde es Klasse, dass man auch immer mal wieder positive Berichte zur Kostenübernahme THC-haltiger Medikamente hört. Das freut mich enorm und ermutigt mich auch irgendwie.

    Vielleicht lasse ich mir einfach mal ein BTM-Rezept auf Sativex ausstellen, das ich dann privat bezahle. Einfach nur, um es mal auszuprobieren. Es würde mich nämlich brennend interessieren, ob ich mit Sativex eventuell klar kommen würde. Auf Dauer könnte ich es mir aber wohl ebenfalls nur über eine Kostenzusage der GKV leisten. Derzeit behandle ich mich mit Cannabisblüten über einen Vaporizer. Die Behandlung mit einem Medikament wie Sativex könnte für mich als Alternative dazu aber wohl ebenfalls ernsthaft in Frage kommen, falls die Kostenübernahme geklärt werden könnte. Für meine KK scheine ich mich immer mehr zum ruinösen Kostenfaktor zu entwickeln. Derzeit schlucke ich täglich eine Tablette eines Medikaments, das pro Tablette 759 Euro kostet.

    Nochmals herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Fragen, lieber Berty. Das hat mich schon ein bisschen weiter gebracht.

    Ganz lieben Gruß
    und ich wünsche auch Dir ein schönes Wochenende mit möglichst wenig Beschwerden,
    Ruby

  12. #12
    Aurora ist offline Registrierter Benutzer
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    "Schiedsstelle setzt beim Erstattungsbetrag für Cannabisextrakt auf Zusatznutzen für Patienten

    Heute hat die Schiedsstelle nach § 130b Abs. 5 SGB V die Begründung für ihren Beschluss zum Erstattungsbetrag für den Wirkstoff Cannabis sativa (Sativex®) vorgelegt. Daraus lässt sich ablesen, dass die Schiedsstelle die Höhe des Zuschlags auf die Jahreskosten der zweckmäßigen Vergleichstherapie hauptsächlich an den patientenrelevanten Zusatznutzen gekoppelt hat. Da wissenschaftlich lediglich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen festgestellt werden konnte, liegt der Erstattungsbetrag nicht bei der Forderung des pharmazeutischen Unternehmers, sondern entsprechend nah bei den Kosten der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Mit der Festsetzung dieses Erstattungsbetrages von Anfang März 2013 liegt erstmals eine Schiedsstellenentscheidung für einen Wirkstoff mit einem Zusatznutzen vor. Der festgesetzte Erstattungsbetrag gilt rückwirkend ab dem 1. Juli 2012."


    https://www.gkv-spitzenverband.de/gk...lung_37824.jsp

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