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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Livedo racemosa



SETI
11.11.2004, 23:16
Hallialo,

ich hab da mal nen persönlichen Erfahrungsbericht.

Ich hoffe, dass die 1. einigen betroffenen weiterhilft, und 2., ich evtl. weitere Informationen bekommen kann.

Zum Thema:

Meine Frau hat diagnostizierte Livedo racemosa. Dazu ein leider etwas schockierender Bericht, der aber gut - bis jetzt - endet.

Mir wurde damals von den Ärzten mitgeteilt, dass es in Deutschland gerade mal 15 Fälle davon gibt, eine Heilung in nicht absehbarer Zukunft liegt.

Es ist KEINE ansteckende, oder vererbare Krankheit. Sie hat mit der Verengung der kleinsten Blutgefäße (Kappilaren) zu tun. Dies führt zu Durchblutungsstörungen, der Peripherie. Dies wiederum hat leider zur Konsequenz, dass sich manchmal, in unregelmäßigen Zeitabständen, offene Stellen, hauptsächlich an den Knöcheln, und den Füßen bilden. Es gab eine Zeit, da lag sie (eben genau vor 7,5 Jahren) mit den schwersten Symptomen für 7 Monate im Krankenhaus. Das war die bisher schlimmste Zeit. Es drohten z.B. beidseitige Oberschenkelamputation. Darmdurchbruch und künstlicher Ausgang gehörten quasi obligatorisch dazu. Dadurch verursachte Schmerzen führten zur maximal vertrebaren Dosis an Morphin. Da dies aber immer noch nicht half, bekam sie den ganzen "Psycho-Coktail". Das war für mich der Hammer. So, und dies wünsche ich noch nicht einmal Feinden, einen Menschen, dazu noch die gewählte Lebenspartnerin zu sehen, wie sie abdrehte, zu nichts mehr in der Lage war. Phantasierte, so dass selbst die härtesten Psychologen nicht mehr wussten, wie sie mit ihr umgehen sollten, tut schlicht und einfach sehr weh !

Zu dieser Zeit hatte ich in Form von Literatur den ersten Zugang zum Thema Cannabis. Mir fiel durch Zufall in einem Einkaufsmarkt die damalige Sonderausgabe des Hanblatt in die Hände. Titel war so ungefähr: Cannabis bei Schmerzen ? . Ich wusste wohl was dies wahr, da ich in DER Großstadt Deutschlands aufgewachsen bin, und auch schon während meiner Schulzeit mit Klassenkameraden umgeben war, die halt "kifften". Für mich damals ohne Reiz. Hab noch nicht mal probiert. Aber toleriert, dass jemand halt andere Drogen benutzt als ich. So stand ich also nicht wie der Ochs vorm Tor.

Ich las, und las, und las. Die Erkentnisse, die ich bekam, brauche ich hier nicht zu erläutern, denn sie sind hier den Meisten bekannt, die nicht nur aus Neugier, Reiz des Verbotenen, zur Clique dazu gehören wollen, Protestkonsumenten o.ä. konsumieren.

Jedenfalls bekam ich meine Frau mit durch einen Krankentransport wieder nach Hause ! Ich konnte sie nicht selbst abholen !!!! Sie war unfähig auch nur einen einzigen Schritt selbst zu Laufen ! Sie wurde im Krankentransport mit einem Rollstuhl gefahren, den ich so noch nie in meinem Leben gesehen hatte. War quasi ein Liege-Rollstuhl. Bei 1,87 MeterKörpergröße war sie abgemagert auf gerade mal 48 Kilo. Die Haare waren zum großen Teil ausgefallen - wg. der starken Schmerzmittel - , die verbliebenen waren eigentlich nur noch Fittzelchen. Appetit = Null ! Schmerzen = Groß !, Medikamente = 3x 100 mg Morphin p.T. !! Zum Glück nur die Zehen amputiert, und nicht beide Beine !
Depressiv ohne Ende. Heulanfälle usw. Eigentlich kannst Du sagen, dass sie ein Pflegefall war. Die Prognose der Ärzte war: baldiger Tod, oder zumindest keine wesentliche Verbesserung. Nie wieder selbstständig Laufen zu können. Immer auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Niemals mehr selbsständig Autofahren. Die Ärzte empfahlen mir, unser Haus zu verkaufen und ein für ihre Behinderung angepasstes Haus zu bauen, oder zu erwerben. Ernsthaft !

Naja, und dann haben wir uns entschlossen, nachdem ich ihr von meinen "Studien" bzgl. einer winzigen Hoffnung mit Cannabis, ihr zumindest zu versuchen zu helfen. War ja klar, wohin der nächste Urlaub dann ging ! NL, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wurde für 4 Wochen gebucht. Nen Campingplatz. Sehr gute Bewertungen, viele Sterne, ADAC schrieb: Die Nr. 1 in Holland. Wichtig war mir, dass da nen Coffeshop in der Nähe war.

Fazit: Durch den Cannabisgenuß konnten die Morphine um 80% reduziert werden. Appetit erwachte. Gewichtszunahme setzte ein, die depressiven Phasen wurden kleiner und sind fast vollständig verschwunden. Ihre Aussage nach - auch heute noch - dem Genuß von THC: Es setzt ein Kribbeln in den Füßen ein, welches sehr wohltuend ist. Sie spürt dann das Vorhandensein der Extremitäten wieder.
Durchblutungsfördernd obwohl über Joint (also mit Verbrennung und Schadstoffen) zu sich genommen.
Für mich stand da dann fest, ICH baue selbst an ! Wollte keinen in unser kleines Geheimnis einweihen. Und vor allen Dingen auch kein Risiko eingehen, bzgl. eines möglicherweise gebusteten Dealers evtl. verraten zu werden. Samen noch schnell vor dem Samenverbot gekauft, ausgesäht und seit dem immer über Steckis vermehrt. O.K. nicht ganz!, hin und wieder benötigte ich auch neue Genetik. Die habe ich mir dann aus der Schweiz besorgt. Nicht per Versand, sondern selbst über die Grenze. War keine Gefahr. Passe nicht ins Fandungsraster !

Mittlerweile geht es ihr wieder. Zwar nicht so wie vorher, aber eben auch nicht so, wie die Prognose der Ärzte aussah ! Sie kann wieder Autofahren (Sie hat nen freiwilligen Reaktionstest gemacht, bevor sie sich wieder ins Auto gesetzt hat). wiegt zwar immer noch zu wenig, aber mittlerweile im gerade noch so vertretbarem Bereich, kann wieder selbst einkaufen gehen - zwar nicht so wie wir, aber eben SELBST - , kümmert sich wieder um die Kinder usw. UND: sie ist kein Pflegefall mehr ! Braucht nur noch für längere Strecken nen Rolli, der auch nicht mehr so'n Scheiß Teil ist, sondern eher ein sportlicher ist. Dafür pro Abend halt nen Jolly mit ca. 0,3 g.

Und dass SAGE ich ALLEN - auch denen, dies nicht hören wollen - gehe ich das Risiko des illegalen Anbaus ein !!

Gibt es hier Personen, die mit dem gleichen Schicksal zu tun haben ?

Auf Wunsch bin ich auch gerne bereit, medizinische Protokolle zu liefern.

Grüße
SETI

mucl
11.11.2004, 23:55
Zuerst mal hallo auf diesem Bord!

Von dieser Krankheit Deiner Frau hab ich pers. bisher noch nicht gehört.

Jedoch sind viele hier am Board selber an irgendeiner ***** Krankheit oder mit irgendeinem heftigen Leiden belegt oder haben in der näheren Verwand- od. Bekanntschaft jemanden..
Schmöcker mal n bischen und Du wirst es selber herausfinden.
C. wird hier von einigen als Medizin und in den meißten Fällen auch erfolgreich verwendet.

Es freut mich auf jeden Fall zu lesen, daß es Deiner Frau wieder geholfen hat, Ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen!
Leider ist es ja bei uns immer noch höchst illegal und wie ich selber herausfinden mußte, sträuben sich einige Ärzte dagegen, einige wollen auch gar nix von dem 'Rauschgift' wissen :mad:

Zu hoffen ist auf jeden Fall für uns med. User, daß sich bald was ändert, denn es kann ja nicht angehen, daß ein linderndes Medikament mit solch rel. wenigen Nebenwirkungen den User zum Kriminellen macht.

Na ja, Du wirst hier noch so einige Skurilität lesen dürfen ;)

Ich hoffe hier noch einiges von 'Euch' zu lesen.

So, ich geh jetzt in die Heia :D

sonnige Grüße, der mucl :hi:

Geheimrat1
12.11.2004, 13:33
Hi,

bei deiner Frau hat die Gewichtsabnahme zwar andere Ursachen, als bei mir (Chemo), aber Cannabis fragt nicht danach,was Du hast - nein, es hilft einfach. Egal, ob HIV, Krebs, entzündliche Vorgänge (MS, Degenerationen der Gelenke -> Arthrosen, usw.), Schmerzen, Schlaflosigkeit, psychische Störungen, usw. Könnte man noch ewig weiterführen.
Wenn man gemerkt hat, wie gut einem Cannabis bei der Bekämpfung von versch. Symptomen hilft, entwickelt man auch ein ganz anderes Verhältnis zu der repressiven Drogenpolitik in unserem Lande. Man sollte immer vorsichtig sein, aber wenn die grünen Männchen kommen, naja, dann kommen sie halt - ist mir persönlich so langsam wurscht. Oder ist es in einer Demokratie üblich, daß das Leben anderer von einer Minderheit (Richter, Staatsanwälte), die oft nicht Mal wissen wovon sie reden, bestimmt wird.
Lasst Euch nicht unterkriegen - weder von euch selbst, noch von anderen!

Gruß Frank

:smoke: :D :cool: