--------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 6. Januar 2001 --------------------------------------------------------------- * Schweiz: Studie mit Cannabis bei MS-Patienten soll im Frühjahr abgeschlossen werden * USA: Unimed Pharmaceuticals einziger Vermarkter von Marinol 1. Schweiz: Studie mit Cannabis bei MS-Patienten soll im Frühjahr abgeschlossen werden An der Berner Klinik in Montana wird unter der Leitung von Dr. Claude Vaney, Chefarzt der Klinik, eine Studie mit anvisierten 50 MS-Patienten durchgeführt. Die Mehrzahl der Patienten sind bereits in die Studie eingeschlossen. Sie soll im Frühjahr 2001 abgeschlossen werden. In einem Doppelblind-Design erhalten die Teilnehmer innerhalb der vierwöchigen Studienphase sowohl einen auf THC standardisierten Cannabisextrakt in Kapseln als auch ein Scheinmedikament (Plazebo). Studienteilnehmer sind Patienten, die eine gesicherte multiple Sklerose mit relevanter Spastizität aufweisen, die sich mit den herkömmlichen Medikamenten wie Baclofen oder Tizanidin nicht ausreichend beeinflussen lässt. Neben der Testung der Wirksamkeit des Cannabisextraktes auf Spastik und Schmerzen soll herausgefunden werden, welche Dosierung die wirksamste ist. Dazu werden verschiedene Tests zur Messung der motorischen Fähigkeiten durchgeführt. Zudem werden psychotrope Wirkungen, Konzentrationsfähigkeit und Sehvermögen erfasst. (Quellen: Interview mit C. Vaney unter www.ms-forum.ch; persönliche Mitteilung M. Schnelle) 2. USA: Unimed Pharmaceuticals einziger Vermarkter von Marinol Am 2. Januar kündigte Unimed Pharmaceuticals an, dass es mit Wirkung vom 1. Januar 2001 allein verantwortlich für die Vermarktung von Marinol-Kapseln sein werde. Marinol(R) ist die einzige arzneimittelrechtlich zugelassene synthetische Form von Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Marinol wurde zuerst im Jahre 1987 auf den Markt gebracht zur Behandlung Krebschemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechens. In 1992 wurde Marinol zudem für die Behandlung von Appetitabnahme und Gewichtsverlust bei Aids-Patienten zugelassen. Roxane Laboratories brachte Marinol im Jahre 1987 auf den Markt. Im Jahre 1992 begannen Unimed and Roxane Laboratories, Marinol gemeinsam in den Vereinigten Staaten zu vermarkten. Die Vereinbarung endete am 31. Dezember 2000. Unimed Pharmaceuticals, aus der Gegend von Chicago (Illinois), ist eine vollständige, unabhängig arbeitende Tochter von Solvay Pharmaceuticals. Solvay Pharmaceuticals aus Marietta (Georgia) ist ein Mitglied der weltweiten Solvay Gruppe chemischer und pharmazeutischer Unternehmen mit Hauptsitz in Brüssel (Belgien). (Quelle: PR Newswire vom 2. Januar 2001) 3. Kurzmeldungen ***USA: Der Beirat für Drogenpolitik von Neu-Mexiko hat am 4. Januar einen Bericht veröffentlicht, der eine Reform der gegenwärtigen staatlichen und bundesstaatlichen Drogenpolitik skizziert. Er empfiehlt die Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke und ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung von Personen, die mit kleinen Marihuanamengen für den persönlichen Besitz gefasst wurden. Der staatliche Gesundheitsminister Alex Valdez, ein Mitglied des Beirates, erklärte, medizinisches Marihuana "ist ein mitfühlendes Mittel, das Menschen helfen kann, Schmerzen und Leiden zu verringern." (Quelle: Associated Press vom 5. Januar 2001) ***USA: Eine Gruppe von Ärzten und Apothekern aus Nevada hat empfohlen, dass der Staat Forschung durchführen soll, um zu ermitteln, ob Marihuana wirksam bei der Behandlung von Erkrankungen wie Krebs, Aids oder Glaukom ist. Die Empfehlungen sind enthalten in dem Abschlussbericht, der am 26. Dezember von der Nevada Medical Marijuana Initiative Work Group [Initiativarbeitsgruppe für die medizinische Verwendung von Marihuana in Nevada] vorgestellt wurde. Sie war im letzten Jahr gebildet worden, nachdem die Wähler Nevadas im November 1998 in einem Volksentscheid für die medizinische Verwendung von Marihuana votiert hatten (Quelle: Las Vegas Review-Journal vom 27. Dezember 2000) 4. VOR EINEM JAHR: - Spanien: Freispruch wegen medizinischer Verwendung von Haschisch - Australien: Richter akzeptierte Cannabis als Schmerzmedikament VOR ZWEI JAHREN: - Großbritannien: Erste legale Ernte von Marihuana für die medizinische Verwendung - Wissenschaft: Forschung zu den blutdrucksenkenden Eigenschaften von Endocannabinoiden --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 20. Januar 2001 --------------------------------------------------------------- * Belgien: Legalisierung von Cannabis für persönlichen Bedarf * Wissenschaft: Studie zeigt, dass Verdampfer die Gifte im Cannabisrauch reduzieren * Wissenschaft: Klinische Studie mit MS-Patienten hat in Großbritannien begonnen 1. Belgien: Legalisierung von Cannabis für persönlichen Bedarf Belgiens Regierung entkriminalisierte am 19. Januar wirksam den Besitz von Cannabis für die persönliche Verwendung. Es wird erwartet, dass das Gesetz noch zu Beginn dieses Jahres vom Parlament genehmigt wird. Premierminister Guy Verhofstadt erklärte, ein königliches Dekret werde ausgegeben, dass die Staatsanwälte anweise, keine Personen wegen Besitzes zu verfolgen. Produktion, Abgabe, Verkauf und Besitz großer Mengen würden weiterhin aktiv gerichtlich verfolgt, so wie der Konsum von Cannabis, der zu unsozialem Verhalten führe. "Der Strafrichter wird nicht länger in das Leben von Menschen eingreifen, die Cannabis auf einer persönlichen Basis verwenden, und die keinen Schaden anrichten oder abhängig werden," erklärte Gesundheitsministerin Magda Alvoet. Die neuen Vorschriften würden Belgien in Übereinstimmung mit Italien, Spanien und Portugal bringen, die alle ihre Vorschriften zum persönlichen Konsum von Cannabis lockerten. Die neuen Vorschriften behandeln Cannabis hinsichtlich der Gesundheitsrisiken wie Alkohol und Nikotin. Das königliche Dekret, das die Ankündigung formalisiert, wird keinen Hinweis enthalten, welche Cannabismengen einem persönlichen Bedarf entsprechen. (Quellen: AP vom 19. Januar 2001, Reuters vom 19. Januar 2001) 2. Wissenschaft: Studie zeigt, dass Verdampfer die Gifte im Cannabisrauch reduzieren Medizinische Marihuana-Patienten können sich vor den schädlichen Giften im Marihuanarauch durch Inhalation ihrer Medizin mittels elektrischer Verdampfer schützen. Dies legen die ersten Ergebnisse einer Studie der kalifornischen NORML (National Organization for the Reform of Marijuana Laws) und MAPS (Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies) nahe. Die Studie zeigt, dass es möglich ist, das medizinisch aktive THC durch Erhitzen von Marihuana kurz vor dem Verbrennungspunkt zu verdampfen, und dadurch schädliche Gifte, die normalerweise im Marihuanarauch enthalten sind, zu eliminieren oder wesentlich zu reduzieren. Der untersuchte Verdampfer produzierte THC bei einer Temperatur von 185° Celsius, wobei drei gemessene Toxine (Benzol, Toluol und Naphthalin) vollständig eliminiert wurden. Kohlenmonoxid und Teer wurden beide qualitativ durch den Verdampfer reduziert. Es sind jedoch weitere Tests notwendig, um den Umfang der Reduzierung zu quantifizieren. Signifikante Mengen an Benzol traten bei Temperaturen von 200°C auf. Die Verbrennung begann bei etwa 230°C oder darüber. Spuren von THC wurden ab etwa 140°C nachgewiesen. (Quelle: California NORML vom 7. Januar 2001) 3. Wissenschaft: Klinische Studie mit MS-Patienten begannen in Großbritannien Teilnehmer an einer klinischen Studie in Großbritannien, die die Wirkungen von Cannabis auf Multiple-Sklerose-Kranke untersucht, erhielten die erste Dosis der Droge. Zwanzig Patienten haben mit den Tests am Derriford Krankenhaus in Plymouth begonnen. Die 20 Patienten sind Teil eines initialen Stadiums einer dreijährigen Studie. Ein Drittel erhält Kapseln mit Cannabisöl, ein weiteres Drittel erhält THC und der Rest bekommt ein Plazebo. Die 20 MS-Patienten werden innerhalb der kommenden drei Monate engmaschig überwacht, bevor die Studie auf das ganze Land ausgedehnt wird. Sie soll 660 Teilnehmer in 40 verschiedenen Zentren einschließen. Das Cannabisöl wird in der Schweiz speziell für diese Studie hergestellt. Die Teilnehmer beginnen mit niedrigen Dosen, die schrittweise Woche für Woche gesteigert werden. (Quelle: PA News vom 18. Januar 2001) 4. Kurzmeldungen ***Kamerun: Kamerun, ein Hauptanbaugebiet für Cannabis, wird Personen, die an HIV/Aids und Krebs leiden, erlauben die Droge zu verwenden. Aber die Droge soll aus Kanada importiert werden. Diese Entscheidung der Regierung wird kritisiert von Personen, die fordern, dass die Droge in Kamerun angebaut werden sollte. Das Gesundheitsministerium sollte den Anbau überwachen und so die Menge, die angebaut und an die Krankenhäuser verteilt wird, kontrollieren. Aber Vertreter der Exekutive erklärten, dass der Anbau von Cannabis einen unkontrollierten Konsum fördern werde. (Quelle: BBC News vom 8. Januar 2001) ***USA: Gesetzentwürfe für die medizinische Verwendung von Marihuana wurden in die Repräsentantenhäuser der Staaten Texas und Connecticut eingebracht. Gesetzentwurf 513 von Texas würde vor gerichtlicher Verfolgung wegen Verwendung von Marihuana durch Patienten schützen, wenn sie eine Empfehlung eines Arztes haben. Gesetzentwurf 5666 von Conneticut würde eine staatliche Registrierung von Patienten mit einer ärztlichen Empfehlung einrichten. (Quelle: NORML vom 18. Januar 2001) ***Wissenschaft: Am 10. Januar erklärte Pharmos Corporation, dass ihre klinische Phase-III-Studie mit Dexanabinol bei schwerer traumatischer Hirnverletzung in Europa begonnen habe. Es wird erwartet, dass etwa 40 Zentren in Europa und 30 in der USA an der Studie teilnehmen. Aus Europa nehmen Zentren in Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Italien, Spanien, Belgien und Großbritannien teil, zudem Israel. Die Firma erwartet einen gesamten Einschluss von etwa 860 Patienten. Dexanabinol ist ein nicht-psychotroper Abkömmling von THC. (Quelle: PR Newswire vom 10. Januar 2001) ***USA: Behördenvertreter von Nevada versuchen eine von den Wählern im November 2000 gutgeheißene Initiative, die die Verwendung von Marihuana bei Krebs, Aids und Glaukom erlaubt, zu begrenzen. Entsprechend der Wählerentscheidung muss die Legislative eine Verteilungsmethode aufbauen, so dass Menschen mit diesen Erkrankungen Marihuana therapeutisch verwenden können. Eine Arbeitsgruppe von medizinischen Experten empfiehlt statt dessen ein Forschungsprogramm, das eine begrenzte Verteilung von Marihuana erlaubt und eine Konfrontation mit den bundesstaatlichen Anti-Marihuana-Gesetzen vermeiden soll. (Quelle: Associated Press vom 11. Januar 2001) ***USA: Die US-amerikanische Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Administration) hat offiziell angekündigt, dass sie die meisten Hanfprodukte in den Vereinigten Staaten verbieten will, inklusive Nahrungsmittel, die aus sterilisierten (nicht-psychoaktiven) Hanfsamen bestehen, und Pflegeprodukten auf Hanfbasis, wie etwa Shampoo. Mehr unter: www.SaveHemp.org. (Quelle: Coalition to Save Hemp) 5. VOR EINEM JAHR: - USA: Entwicklung eines Cannabinoid-Pflasters durch Krebsgesellschaft gefördert - Malta: Krebspatient wurde Haftstrafe wegen Cannabisanbau erspart VOR ZWEI JAHREN: - Deutschland: Neues Dronabinol-Präparat von THC Pharm Lieber Abonnent der IACM-Informationen, die deutsche Mailing-Liste wird geändert. Sie erhalten in Kürze eine Nachricht, dass Sie auf die Mailing-Liste >de@cannabis-med.org< eingetragen wurden. Es ist von Ihrer Seite nichts zu tun. Es wird sich für Sie nichts ändern. Mit freundlichen Grüßen Ihre IACM Neue Internet-Seite der IACM: www.cannabis-med.org IACM Mailing-Listen: - Deutsche Version: IACM-Informationen (de@cannabis-med.org) - Englische Version: IACM-Bulletin (de@cannabis-med.org) - Französische Version: IACM-Bulletin en Français (de@cannabis-med.org) - Holländische Version: IACM-Berichten (de@cannabis-med.org) - Italienische Version: Bollettino della IACM (de@cannabis-med.org) - Spanische Version: Boletín de la IACM (de@cannabis-med.org) --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 3. Februar 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft: Erste Ausgabe des Journal of Cannabis Therapeutics * Spanien: Krebspatienten fordern medizinische Verwendung von Marihuana * USA: Gesetzesinitiativen für die medizinische Verwendung in mehreren Staaten 1. Wissenschaft: Erste Ausgabe des Journal of Cannabis Therapeutics Die erste Ausgabe des Journal of Cannabis Therapeutics ist erschienen. Auszüge aus den Kurzfassungen: (1) Hollister L: Marijuana (cannabis) as medicine. JCT 2001;1(1):5-27. "Es wurde eine Übersicht über die moderne Literatur zum therapeutischen Potenzial von Cannabis vorgenommen. (...) Marinol oder Dronabinol ist verfügbar für die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Krebschemotherapie und als Mittel gegen Gewichtsverlust bei Patienten mit Wasting-Syndrom im Zusammenhang mit Aids. Obwohl eine solche Genehmigung nur für oral verabreichtes THC besteht, wird aus praktischen Erwägungen davon ausgegangen, dass gerauchtes Marihuana gleich wirksam ist. Vielversprechende, wenn auch oft schwache Hinweise legen Verwendungsmöglichkeiten für die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome, neurologischer Erkrankungen mit Spastik und andere Ursachen für Gewichtsverlust nahe. Diese Indikationen erfordern weitere Untersuchungen." (2) Musty RE, Rossi R: Effects of smoked cannabis and oral delta-9-tetrahydrocannabinol on nausea and emesis after cancer chemotherapy: A review of state clinical trials. JCT 2001;1(1):29-42. "(...) Methode: Wir bekamen technische Berichte aus sechs Staaten, die klinische Studien durchgeführt hatten. Jedes Protokoll wurde hinsichtlich des verwendeten Verfahrens, des experimentellen Designs der klinischen Studie und der erhaltenen Ergebnisse durchgesehen. Es waren Daten von 748 Patienten, die Marihuana zur und/oder nach der Krebschemotherapie rauchten, sowie von 345 Patienten, die die oralen THC-Kapseln verwendeten, verfügbar. Ergebnisse: Patienten, die Marihuana rauchten, erfuhren in 70-100% Erleichterung von Übelkeit und Erbrechen, während jene, die THC-Kapseln verwendeten in 76-88% Erleichterung erfuhren. (...)" (3) Lozano I: The therapeutic use of Cannabis sativa (L.) in Arabic medicine. JCT 2001;1(1):63-70. "Arabische Wissenschaftler waren unserem gegenwärtigen Wissen über die heilende Kraft des Hanfes (Cannabis sativa L., Cannabaceae) mehrere Jahrhunderte voraus. (...) Wir geben in diesem Artikel eine Übersicht über die therapeutische Verwendung der Pflanze in der arabischen Medizin vom 8. bis 18. Jahrhundert. Arabische Ärzte kannten und verwendeten unter anderem ihre harntreibenden, brechreizhemmenden, antiepileptischen, entzündungshemmenden, schmerzlindernden und fiebersenkenden Eigenschaften." Weitere Artikel von Vincenzo Di Marzo, John McPartland, Ethan Russo, Jacques-Joseph Moreau de Tours (Übersetzung aus dem Französischen durch Ethan Russo), und Jon Gettman. Diese erste Ausgabe ist kostenlos erhältlich von jedem, der ein Exemplar anfordert. Anfragen sollten gerichtet werden an: Print Journal Division - Sample Copies The Haworth Press, Inc. 10 Alice Street Binghamton, NY 13904-1580 USA 2. Spanien: Krebspatienten fordern medizinische Verwendung von Marihuana Agata, eine Organisation aus Katalonien, die Patientinnen mit Brustkrebs unterstützt, fordert für Patienten, die unter den Nebenwirkungen einer Krebs-Chemotherapie leiden, einen legalen Zugang zu Marihuana. Die Gruppe erhielt für ihre Bitte an die Regierung Unterstützung von allen politischen Parteien Kataloniens und vom katalanischen Gesundheitskomitee. Die letzte Entscheidung liegt beim spanischen Gesundheitsminister. Agata hat sich auch mit dem katalanischen Krebsinstitut und verschiedenen öffentlichen Krankenhäusern Kataloniens getroffen. Ein Sprecher von Agata erklärte: "Die meisten Ärzte kennen die Cannabiseffekte und wenden sich nicht gegen seinen Konsum, wenn ein Patient sich die Droge selbst besorgt." In Spanien ist der Verkauf von Marihuana illegal, aber das Gesetz bestraft nicht den persönlichen Konsum. Agata fordert, dass die medizinische Verwendung ebenfalls legalisiert werden sollte. "Wir wollen nicht, dass die therapeutische Verwendung ein Privileg von informierten Frauen ist, sondern wir wollen eine medizinische Verbesserung, die für jeden verfügbar ist," erklärte die Gruppe. (Quellen: La Vanguardia Digital vom 27. Januar 2001, El Periódico de Barcelona vom 27 Januar 2001) 3. USA: Gesetzesinitiativen für die medizinische Verwendung in mehreren Staaten NEUMEXIKO: Gouverneur Gary Johnson hat nun einige Unterstützung bei den Republikanern und Demokraten, um die staatlichen Drogengesetze zu verändern. Ein Gesetzentwurf wurde in den Senat und das Repräsentantenhaus eingebracht, der Schwerkranken die medizinische Verwendung von Marihuana erlauben würde. Die Gesetzentwürfe fordern das Gesundheitsministerium auf, Patienten zu registrieren, die die entsprechenden Anforderungen erfüllen, und die Art und Weise, wie sie Marihuana erhalten, zu kontrollieren. Patienten sollen ihr eigenes Marihuana zuhause anbauen können. (Quelle: Albuquerque Tribune vom 31. Januar 2001) SÜD-DAKOTA: Die Gesetzgeber haben einen Gesetzentwurf abgelehnt, der die medizinische Verwendung von Marihuana erlauben würde. Die Senatoren erklärten, dass Marihuana als Medizin eine Sache sei, die Untersuchung verdiene. Allerdings gestalteten die Bundesgesetze und Probleme für die Exekutive die Verabschiedung eines solchen Gesetzes schwierig. (Quelle: Pierre Capital Journal vom 24. Januar 2001) WYOMING: Der Justizausschuss des Senats stimmte gegen einen Gesetzentwurf, der die medizinische Verwendung von Marihuana erlauben würde. Das Komitee stimmte am 24. Januar mit 3 zu 1 gegen einen Entwurf von Senator Keith Goodenough. Goodenough erklärte, dass dies wahrscheinlich das fünfte Mal sei, dass er die Erlaubnis der medizinischen Verwendung von Marihuana vorgeschlagen habe, was jedes Mal gescheitert sei. (Quelle: Casper Star-Tribune vom 25. Januar 2001) TEXAS: Terry Keel, Mitglied des Repräsentantenhauses und ehemaliger Staatsanwalt und Sheriff des Kreises Travis, hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der es einem wegen Marihuanabesitz Angeklagten erlaubt, als Verteidigung vorzubringen, dass die Droge von einem Arzt für die Behandlung einer Erkrankung empfohlen wurde. Die Beweislast trage der Angeklagte. Es entkriminalisiert die Droge nicht und vermeidet Konflikte mit den Bundesgesetzen, die die Droge verbieten. Obwohl Ärzte immer noch nicht Marihuana verschreiben können, empfehlen sie es manchmal. (Quelle: Austin American-Statesman vom 2. Februar 2001) 4. Kurzmeldungen: ***Deutschland: Marion Caspers-Merk (Sozialdemokratische Partei) wird Christa Nickels (Grüne Partei) als Drogenbeauftragte der Bundesregierung ablösen. Dieser Wechsel folgt dem Rücktritt von Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) und der Vereidigung von Ulla Schmidt (Sozialdemokraten) als neue Gesundheitsministerin. Nickels war eine starke Unterstützern der medizinischen Verwendung von Cannabis. (Quelle: Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums vom 31. Januar 2001) ***Welt: Der Weltdrogenbericht des Büros für Drogenkontrolle und Verbrechensprävention der Vereinten Nationen in Wien schätzt, dass etwa 180 Millionen Menschen oder 4,2 Prozent der Weltbevölkerung über 15 Jahren in den späten 90er Jahren illegale Drogen konsumierten. Es gab etwa 144 Millionen Cannabiskonsumenten, gefolgt von Amphetamin-ähnlichen Stimulanzien (29 Millionen), Kokain (14 Millionen) und Opiaten (13,5 Millionen). (Quelle: Reuters vom 22. Januar 2001) 5. VOR EINEM JAHR: - Kanada: Richter ordnet Freilassung bei Handel mit Marihuana an - Großbritannien: Differenzen in der Regierung zu Cannabis VOR ZWEI JAHREN: - USA: Weiterhin Unklarheit über die Umsetzung von Proposition 215 --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 17. Februar 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft: Endocannabinoide spielen eine wichtige Rolle in Regelkreisen, die verantwortlich für Erbrechen sind 1. Wissenschaft: Endocannabinoide spielen eine wichtige Rolle in Regelkreisen, die verantwortlich für Erbrechen sind Endogene Cannabinoide, die vom menschlichen Organismus produziert werden, spielen eine wichtige Rolle in emetischen Regelkreisen des Gehirns. Das ist die Schlussfolgerung einer Studie von Wissenschaftlern des Instituts für Pharmakologie des Kirksville College für Osteopathie (Missouri/USA), die in der Februar-Ausgabe von Neuropsychopharmacology veröffentlicht wurde. In einem Tiermodell für Erbrechen mit Spitzmäusen untersuchten sie die Mechanismen der antiemetischen Wirkung von Cannabinoiden. Da Cannabinoide, die an Cannabinoidrezeptoren binden, das Erbrechen verhindern, wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Blockade des Cannabinoid-CB1-Rezeptors oder des Cannabinoid-CB2-Rezeptors Erbrechen auslösen würde. Tatsächlich verursachte der CB1-Rezeptorantagonist SR 141716A Erbrechen, wobei sowohl die Frequenz des Erbrechens als auch die Zahl der erbrechenden Tiere mit steigenden Dosen zunahm. Ein CB2-Rezeptorantagonist war ohne Wirkung. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die antiemetische Aktivität des THC auf seiner Fähigkeit beruht, den CB1-Rezeptor zu stimulieren. Des weiteren scheinen endogene Cannabinoide eine wichtige Rolle in Regelkreisen, die für das Erberechen zuständig sind, zu spielen. (Quelle: Darmani NA. Delta(9)-tetrahydrocannabinol and synthetic cannabinoids prevent emesis produced by the cannabinoid CB(1) receptor Antagonist/Inverse agonist SR 141716A. Neuropsychopharmacology 2001;24(2):198-203.) 2. Kurzmeldungen ***Wissenschaft: Bei acht Glaukompatienten, die auf konventionelle Therapien nicht ansprachen, senkte das synthetische Cannabinoid WIN55212-2 den Augeninnendruck etwa zu 20 bis 30%. Diese Daten bestätigen, dass CB1-Rezeptoren eine direkte Rolle bei der Regulierung des menschlichen Augeninnendrucks spielen. (Quelle: Porcella A, et al. Eur J Neurosci 2001;13(2):409-412. ***USA: Die Legislative des Staates Maryland wird darüber diskutieren, ob Marihuana für die therapeutische Verwendung legalisiert werden soll. Patienten würde erlaubt, bis zu sieben Pflanzen und eine Unze (28 g) verwendbares Marihuana zu besitzen. 29 Parlamentarier, inklusive neun Republikaner, haben die Gesetzesvorlage unterzeichnet. Die erste Anhörung findet am 1. März statt. Der Vorstandsvorsitzende des Marijuana Policy Projects, Robert Kampia, erklärte, dass von den 25 Staaten, die eine Legalisierung von Marihuana für medizinische Zwecke erwägen, sich Maryland unter den dreien mit der größten Aussicht befinde. (Quellen: Washington Times vom 9. Februar 2001, NORML vom 15. Februar 2001) ***Wissenschaft: THC vergrößert das sexuale Verlangen bei weiblichen Ratten. Der Effekt von THC wurde durch Antagonisten von sowohl Progesteron- als auch Dopamin-D1-Rezeptoren gehemmt. Die Studien zeigen, dass THC auf den CB1-Rezeptor wirkt, um damit eine Signalantwort auszulösen, die zur wirksamen Induktion sexuellen Verhaltens sowohl Membran-Dopamin- und intrazelluläre Progesteronrezeptoren erfordert. (Quelle: Mani SK, et al. Proc Natl Acad Sci U S A. 2001;98(3):1249-1254.) ***Schweiz: 53 Prozent der Schweizer favorisieren eine Legalisierung von Konsum und Besitz von Cannabis. Diese Zahl wurde am 15. Februar von der privaten Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme veröffentlicht. In einer Befragung waren 1.600 Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren interviewt worden. 27 Prozent gaben an, mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert zu haben. Etwa 1,2 Prozent erklärten, täglich zu rauchen. Bei den 20- bis 24-jährigen sind es fünf Prozent tägliche Konsumenten. (Quelle: Associated Press vom 15. Februar 2001) ***Wissenschaft: Eine neue Studie widerspricht der Idee, dass Marihuana eine Einstiegsdroge zu härteren Drogen ist. Dies sei offenbar nur wahr für die geburtenreichen Jahrgänge gewesen, mit einem Maximum in den 60er Jahren. Andrew Golub und Bruce Johnson von den Nationalen Entwicklungs- und Forschungsinstituten in New York veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Februarausgabe des American Journal of Public Health. Sie erklärten, dass junge Menschen, die Marihuana vor und nach der Generation der geburtenstarken Jahrgänge geraucht hätten, nicht notwendigerweise wahrscheinlicher zu härteren Drogen übergingen. Die Forscher erklärten, diese Befunde legten nahe, dass das Einstiegsdrogenphänomen Normen reflektiere, die unter Jugendlichen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit überwiegten. (Quelle: Xinhua News Agency vom 5. Februar 2001) 3. VOR EINEM JAHR: - Deutschland: Bundesverfassungsgericht nimmt Verfassungsbeschwerde von acht Patienten nicht an - Kanada: Razzia in einem Marihuana-Klub - Kanada/USA: Kanadisches Gericht bestimmt Ausweisung von Renee Boje VOR ZWEI JAHREN: - USA: AIDS-Organisationen drängen auf eine Zulassung der medizinischen Verwendung von Marihuana ( Mehr im Archiv der IACM-Informationen: http://www.cannabis-med.org ) --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 3. März 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft: Vier Studien werden von einem universitären Forschungszentrum in Kalifornien durchgeführt * Wissenschaft: Große pharmazeutische Unternehmen fangen an, sich für Medikamente auf Cannabinoidbasis zu interessieren 1. Wissenschaft: Vier Studien werden von einem universitären Forschungszentrum in Kalifornien durchgeführt Das Zentrum für medizinische Cannabisforschung (Center for Medicinal Cannabis Research) in La Jolla - eine Kooperation der Abteilungen der Universität von Kalifornien in San Diego und San Francisco - kündigte am 22. Februar an, dass es in diesem Jahr etwa 841,000 US-Dollar für vier Studien mit Cannabis ausgeben werde. In zwei unabhängigen Studien, werden die Forscher in San Francisco und San Diego untersuchen, ob das Rauchen von Marihuana Neuropathien lindern kann, ein Krankheitszustand, der Patienten mit Aids, Diabetes und anderen Erkrankungen betreffen kann, mit starkem Kribbeln und Schmerzen in den Händen und Füßen. Eine der beiden Studien wird sich auf Krankenhauspatienten, die andere auf ambulante Patienten konzentrieren. In San Diego wird ein anderer Forscher untersuchen, wie die wiederholte Behandlung mit Cannabis die Fahrtüchtigkeit von Patienten mit HIV-bedingter Neuropathie oder mit multipler Sklerose beeinflusst. Die Patienten werden mit einem Fahrsimulator untersucht. Ein anderer Wissenschaftler aus San Diego wird untersuchen, ob das Rauchen von Marihuana unkontrollierte Muskelspasmen und Schmerzen bei multipler Sklerose lindern kann. Die Forschungsvorschläge benötigen noch die Erlaubnis der Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA), des nationalen Instituts für den Drogenmissbrauch (National Institute on Drug Abuse, NIDA) und der Drogenkontrollbehörde (Drug Enforcement Agency, DEA). Das Marihuana wird von der Universität von Mississippi geliefert. Das Zentrum für medizinische Cannabisforschung öffnete im August 2000 mit Geldern des Staates Kalifornien. Die ersten Studien sollen im Mai beginnen. 3 Millionen Dollar stehen dem Zentrum für die Forschung zur Verfügung. (Quellen: San Jose Mercury News vom 23. Februar 2001, Sacramento Bee vom 23. Februar 2001) 2. Wissenschaft: Große pharmazeutische Unternehmen fangen an, sich für Medikamente auf Cannabinoidbasis zu interessieren Nach einem Bericht des Wall Street Journal fangen große Firmen wie Pfizer, GlaxoSmithKline und Novartis an, sich für die therapeutische Verwendung von Cannabinoiden und ihren Abkömmlingen zu interessieren. Heute sind die zwei einzigen verschreibbaren Cannabinoide THC (Dronabinol, Marinol) und das Dronabinol-Derivat Nabilon. Marinol wurde 1985 in den USA als brechreizhemmendes Medikament und 1992 als Appetitanreger bei Aids-Patienten zugelassen. Der Verkauf erreicht heute ein jährliches Volumen von geschätzten 20 Millionen Dollar. Einzelne Wissenschaftler, Forschungsinstitute und kleine pharmazeutische Firmen bringen die Forschung am stärksten vornan, vor allem weil sich große pharmazeutische Unternehmen traditionellerweise zurückhaltend verhalten, wegen der Kosten und der politischen Probleme im Zusammenhang mit der Vermarktung von Marihuana als Medizin. Zudem kann Cannabis als natürliches Produkt im öffentlichen Besitz nicht patentiert werden. Allerdings befinden sich auch einige nichtpsychotrope Abkömmlinge wie CT-3 und Dexanabinol in der klinischen Prüfung. Heute beginnen sich große Firmen für dieses Thema zu interessieren. "Wir sehen sie - Pfizer, GlaxoSmithKline, Novartis - nun die ganze Zeit bei den Treffen der Gesellschaft," berichtet Dr. Roger Pertwee, Professor an der Universität von Aberdeen in Schottland und Sekretär der International Cannabinoid Research Society (ICRS). "In der Vergangenheit sind sie nie aufgetaucht." (Quelle: Wall Street Journal vom 28. Februar 2001) 3. Kurzmeldungen ***USA: Vermont und Massachusetts gesellen sich zur Liste der Staaten, in denen die Gesetzgeber Gesetzentwürfe für einen legalen Zugang zur medizinischen Verwendung von Cannabis diskutieren werden. Der Gesetzentwurf aus Vermont erlaubt Menschen mit Krebs, Glaukom, Aids oder anderen chronischen Erkrankungen mit einer ärztlichen Verschreibung die legale Verwendung von Marihuana. Er wird von 21 Mitgliedern des Repräsentantenhauses unterstützt. In Massachusetts unterstützen etwa ein Dutzend Gesetzgeber vier Gesetzentwürfe für medizinisches Marihuana. (Quellen: Burlington Free Press vom 27. Februar 2001, Boston Herald vom 25. Februar 2001) ***Wissenschaft: Eine klinische Studie zum randomisierten Vergleich von THC und Plazebo beim Tourette-Syndrom wurde jüngst an der Medizinischen Hochschule Hannover unter der Leitung von Dr. Kirsten Müller-Vahl beendet. 17 Patienten durchliefen die gesamte sechswöchige Studie. Bei einigen Teilnehmern führte THC zu einer deutlichen Reduzierung der Krankheitssymptomatik. Ergebnisse einer früheren Studie wurden damit bestätigt Die Nebenwirkungen waren im Allgemeinen auch bei einer Dosis von 10 mg gering. Bei einem Patienten entwickelte sich nach 5 mg THC eine Angstsymptomatik, die etwa 24 Stunden anhielt. (Quellen: Persönliche Mitteilung Kirsten Müller-Vahl, Die Welt vom 1. März 2001) ***Deutschland: Am 2. Mai 2001 findet im Festsaal des Saarbrücker Rathauses in Saarbrücken ein Kongress zur medizinischen Verwendung von Cannabis statt. Referenten sind Dr. Günter Amendt (Publizist und Soziologe), Dr. Martin Schnelle (Europäisches Institut für onkologische und immunologische Forschung, Berlin), Werner Sack (Jurist und Pädagoge, Frankfurt), Robin Sircar (Rechtsanwalt, Saarbrücken), Dr. Frans Gosselinckx, Belgien), Willem Scholten (Gesundheitsministerium, Holland), Christian Steup (Apotheker, THC Pharm, Frankfurt) und andere. Der Eintritt ist frei. Veranstalter: Gesellschaft für nachwachsende Rohstoffe e.V. in Zusammenarbeit mit der Stiftung-Demokratie-Saarland e.V. Mehr unter: www.hanfmedizin.de ***Spanien: Celltech Pharma, ein auf Biotechnologie spezialisiertes Unternehmen, will Nabilon auf den spanischen Markt bringen. Nabilon ist ein synthetischer Abkömmling von THC mit einer leicht veränderten Molekülstruktur. Es wird erwartet, dass der Prozess der nationalen Registrierung ein bis zwei Jahre dauern wird. Heute kann Nabilon nur in Krankenhäusern verwendet werden und eine Packung mit 20 Kapseln kostet etwa 30.000 Peseten (etwa 170 US-Dollar). Celltech erklärt, dass der Preis durch die nationale Registrierung auf bis zu 20% des aktuellen Preises sinken könne. (Quelle: Cinco Días vom 27. Februar 2001) ***Deutschland: Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. Günther Jonitz, spricht sich für die Legalisierung von Cannabis und eine Abgabe unter staatlicher Kontrolle aus. In einem Gespräch mit der Ärztezeitung erklärte Jonitz, man dürfe nicht die Augen vor der Realität verschließen. Cannabis sei gesundheitlich weniger gefährlich als Alkohol. "Für viele Menschen ist der Genuss von Cannabis so selbstverständlich wie der Konsum von Wein." Der Unterschied sei nur, dass die eine Droge legalisiert sei, die andere dagegen nicht. (Quelle: Ärztezeitung vom 20. Februar 2001) 4. VOR EINEM JAHR: - Wissenschaft: THC zerstört Hirnkrebs im Tierversuch - Wissenschaft: Cannabinoide reduzieren Tremor im Tiermodell der Multiplen Sklerose VOR ZWEI JAHREN: - Welt: UN-Bericht ermutigt zur Erforschung des medizinischen Potentials von Cannabis - Kanada: Gesundheitsminister ordnet klinische Studien an --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 17. März 2001 --------------------------------------------------------------- * Schweiz: Regierung will den Konsum von Cannabis legalisieren 1. Schweiz: Regierung will den Konsum von Cannabis legalisieren Der Schweizer Bundesrat hat einen Gesetzentwurf gutgeheißen, der den Konsum von Cannabis legalisieren und eine begrenzte Zahl von Läden erlauben soll, in denen die Droge verkauft werden kann, ähnlich dem holländischen Coffee-Shop-Modell. Produktion und Verkauf würden streng reguliert. Nur in der Schweiz angebautes Marihuana würde legal sein, der Export von Cannabis würde ein Verbrechen bleiben, der Kauf von Marihuana würde auf Einwohner der Schweiz begrenzt sein, und der Verkauf an Minderjährige würde verboten bleiben. "Die generelle Aufhebung der Strafbarkeit des Cannabiskonsums und seiner Vorbereitungshandlungen soll sowohl der gesellschaftlichen Realität Rechnung tragen als auch Polizei und Justiz entlasten," erklärte die Regierung in einer Stellungnahme. Das Kabinett stimmte im Prinzip der Legalisierung des Cannabiskonsums im Oktober 2000 zu. Es hat nun empfohlen, dass es der Polizei erlaubt sein soll, ein Auge zuzudrücken, wenn es um den Anbau und den Handel kleiner Mengen weicher Drogen geht. Das Schweizer Parlament muss der Reform zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr noch zustimmen, aber Behördenvertreter gehen davon aus, dass dem Gesetzgebungsverfahren in irgendeiner Form zugestimmt werde. (Quellen: Mitteilung des Schweizer Bundesrates vom 9. März 2001, Reuters vom 9. März 2001, Time Magazine vom 16. März 2001) 2. Kurzmeldungen ***Wissenschaft: Wissenschaftler der Bayer AG, ein deutsches Pharmaunternehmen, fanden heraus, dass Cannabinoid-CB1-Rezeptoren in einem Rattenmodell für chronischen neuropathischen Schmerz herraufreguliert sind. Sie schreiben in der März-Ausgabe des European Journal of Pharmacology, dass diese Zunahme der Cannabinoidrezeptoren nach einer Nervenverletzung der Grund für die Zunahme der schmerzlindernden Wirkung von Cannabinoiden bei chronischen Schmerzzuständen sein könnte, verglichen mit ihrer geringen Wirksamkeit bei akuten Schmerzen. (Quelle: Siegling A, et al. Eur J Pharmacol 2001;415(1):R5-R7) ***USA: 78 Prozent der Einwohner von Neu-Mexiko unterstützen nach einer Umfrage, die am 3. März veröffentlicht wurde, den Vorschlag von Gouverneur Gary Johnson, die medizinische Verwendung von Marihuana zu legalisieren. Die Umfrage ermittelte auch eine allgemein breite Unterstützung über das gesamte politische Spektrum für Johnsons Vorschlag, den Besitz kleiner Mengen von Cannabis zu entkriminalisieren. Am 6. März passierte die medizinische Verwendung von Cannabis mit 29 zu 12 Stimmen den Senat von Neu-Mexiko. Der Gesetzentwurf geht nun zum Repräsentantenhaus. (Quellen: Associated Press vom 3. März 2001, Albuquerque Tribune vom 7. März 2001) ***Wissenschaft: Junge Menschen mit großem Selbstbewusstsein nehmen wahrscheinlicher illegale Drogen als solche mit geringem Selbstvertrauen. Dies zeigt eine Umfrage unter 15.000 britischen Kindern von 14 und 15 Jahren. Die Ergebnisse widersprechen der Auffassung, dass Drogenkonsum häufiger unter ängstlichen oder unsicheren Jugendlichen auftritt, die schlechten Bedingungen entkommen wollen oder nach einem Weg suchen, um sich besser zu fühlen. Heather Ashton, Professorin für Pharmakologie an der Universität von Newcastle, erklärte in der letzten Woche, dass die Ergebnisse sie nicht überraschen würden: "Studenten berichten immer, dass sie Drogen aus Vergnügen nehmen und dass es nichts mit Angst oder Stress zu tun habe. Vor Jahren wurden junge Menschen, die Drogen nehmen, als psychotisch angesehen oder als schwach oder risikobereit. Jetzt ist das nicht der Fall." (Quelle: Observer vom 11. Februar 2001) ***Wissenschaft: Das Endocannabinoidsystem ist möglicherweise am Schutz des Herzens beteiligt, der durch Lipopolysaccharide (LPS) ausgelöst wird. Die herzschützenden Wirkungen einer Behandlung mit LPS hinsichtlich Infarkt und funktioneller Erholung nach Ischämie in Rattenherzen wurde durch einen CB2-Rezeptorantagonisten aufgehoben. Ein CB1-Rezeptorantagonist hatte keinen Effekt. "Unsere Ergebnisse legen eine Beteiligung von Endocannabinoiden bei der durch LPS getriggerten Kardioprotektion gegen myokardiale Ischämie nahe. Sie wirken dabei über CB2-Rezeptoren," schrieben Forscher der Universität von Montreal (Kanada) im European Journal of Pharmacology. (Quelle: Lagneux C, et al. Eur J Pharmacol 2001;415(1):R5-R7.) 3. VOR EINEM JAHR: - Gründung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin - Deutschland: Expertengespräch zu Cannabis als Medizin VOR ZWEI JAHREN: - USA: Regierungsfinanzierter Bericht schlägt als Übergangslösung Zugang zu Marihuana als Medizin innerhalb klinischer Studien vor - Wissenschaft: Behandlung des Tourette Syndroms mit Cannabis und THC --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 31. März 2001 --------------------------------------------------------------- * IACM: Jahrestagung 2001 in Berlin * Großbritannien: Oberhaus fordert erneut legalen Zugang zur medizinischen Verwendung von Cannabis * USA: Medizinische Verwendung von Cannabis vor dem Höchsten Gericht 1. IACM: Jahrestagung 2001 in Berlin Die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin möchte Sie in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Berlin und der Charité, Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin, einladen, an der nächsten Jahrestagung der IACM teilzunehmen und vom 25.-27. Oktober 2001 Berlin zu besuchen. Tagungsprogramm: • 25. Oktober (abends): Treffen des IACM-Vorstandes und Beirates, Mitgliederversammlung der IACM • 26. Oktober: Internationale Vorträge, Workshops • 27. Oktober: Öffentlicher Kongress zur medizinischen Verwendung von Cannabis und Cannabinoiden Am 26. Oktober wird es internationale Vorträge, Workshops und einen Austausch von Erfahrungen von Mitgliedern der IACM und anderen an der medizinischen Verwendung von Cannabis und den Cannabinoiden Interessierten geben. Die Tagungssprache wird englisch sein. Am 27. Oktober wird es einen öffentlichen Kongress geben, an dem vor allem Ärzte, Apotheker und Patienten aus Berlin und umgebenden Städten teilnehmen werden, die daran interessiert sind, einen Überblick über den aktuellen Wissensstand zu erhalten. Die Tagungssprache wird deutsch sein, aber es gibt auch einige Vorträge in englisch, die ins Deutsche übersetzt werden. Wissenschaftler, die am 26. und/oder 27. Oktober einen Vortrag halten möchte, sollten sich bis spätestens zum 15. Mai 2001 an die IACM wenden (info@cannabis-med.org). 2. Großbritannien: Oberhaus fordert erneut legalen Zugang zur medizinischen Verwendung von Cannabis Ein Komitee des britischen Oberhauses wirft der 'Medicines Control Agency' (Medizinische Kontrollbehörde) vor, mit Medikamenten auf Cannabisbasis nicht in der gleichen unparteiischen Art und Weise umzugehen wie mit anderen Medikamenten. In einem am 22. März veröffentlichten Bericht fordert das Komitee für Wissenschaft und Technologie zudem ein Ende der Verfolgung von therapeutischen Cannabiskonsumenten, die Cannabis zum Eigenbedarf besitzen oder anbauen. Es behauptet, dass die medizinischen Behörden es schwieriger als erforderlich für pharmazeutische Firmen machen, Medikamente auf Cannabisbasis herzustellen. Das Komitee war gegenüber der Medizinischen Kontrollbehörde besonders kritisch eingestellt, weil "es die Frage der Lizenzierung von Medikamenten auf Cannabisbasis nicht auf eine angemessen ausgewogene Weise behandelt, insbesondere wenn man die lange Geschichte der Cannabisverwendung betrachtet sowie die Nöte von Patienten, die keine andere medizinische Alternative besitzen." Das Komitee unter dem Vorsitz von Lord Winston erklärte, dass es seine ursprüngliche Empfehlung aufrecht erhalte, nach der Cannabis von der Anlage 1 in die Anlage 2 des britischen Betäubungsmittelgesetzes von 1985 umgestuft werden sollte, damit die Forschung erleichtert wird. Die Königlich-Pharmazeutische Gesellschaft von Großbritannien begrüßte den Bericht. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Tony Moffat, erklärte, der Bericht des Komitees sei ein weiterer konstruktiver Schritt zur Entwicklung von Medikamenten auf Cannabisbasis. Der Bericht ist verfügbar unter http://www.publications.parliament.uk/pa/ld200001/ldselect/ldsctech/50/5001.htm (Quellen: House of Lords Select Committee on Science and Technology. Therapeutic Uses of Cannabis. 2nd Report, Session 2000-2001, London 2001; Ferriman A. Regulators accused of bias against cannabis based medicines. BMJ 2001;322:691; PR Newswire vom 22. März 2001) 3. USA: Medizinische Verwendung von Cannabis vor dem Höchsten Gericht Am 28. März hörte das Höchste Gericht mündliche Argumente im Falle Vereinigte Staaten gegen Oakland Cannabis Buyers Kooperative, ein Fall, in dem darüber entschieden wird, ob Personen, die Marihuana an Patienten abgeben, sich vor Bundesgerichten auf die "medizinische Notwendigkeit" berufen können. Die Entscheidung des Gerichts wird nicht die bestehenden staatlichen Gesetze zur medizinischen Verwendung von Cannabis berühren. Das Urteil wird im Juni erwartet. Eine Entscheidung zugunsten der Oakland Cannabis Buyers Kooperative würde es speziellen Marihuana-Klubs erlauben, die Verteilung der Droge an Kranke in Kalifornien wiederaufzunehmen. Eine Entscheidung gegen den Klub würde bedeuten, dass die Regierung die Verteiler aggressiv vor Bundesgerichten verfolgen kann, unabhängig davon, ob die Staaten die medizinische Verwendung von Marihuana erlaubt haben. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Bill Lockyer unterstützt den Klub von Oakland mit der Begründung, der kalifornische Staat habe das Recht, sein Gesetz umzusetzen, das Schwerkranken die Verwendung von Marihuana erlaubt. (Quellen: Associated Press vom 28. März 2001, Reuters vom 28. März 2001) 4. Kurzmeldungen ***USA: In der Folge der Annahme des medizinischen Marihuanagesetzes in Colorado im November 2000 hat das Ministerium für öffentliche Gesundheit und Umwelt von Colorado nun Richtlinien für die Ausstellung von Karten an Patienten erlassen, die ihnen die Verwendung von Cannabis gestatten sollen. Der Staat wird autorisierten Konsumenten erlauben, eine begrenzte Zahl von Cannabispflanzen anzubauen, und Identifikationskarten zu einem Preis von 150 US-Dollar pro Jahr ausgeben. Ein Registrierungs- und Verteilungssystem werde am 1. Juni eingeführt. (Quelle: Denver Post vom 28. März 2001) ***Großbritannien: Paul Roddy, der an multipler Sklerose leidet, hat einen weiteren Sieg errungen, nachdem eine Anklage wegen illegalen Cannabisbesitzes fallengelassen worden war. Am 23. März wurde Herr Roddy von einer Jury am königlichen Gericht von Manchester vom illegalen Besitz der Droge freigesprochen, wurde allerdings kurze Zeit später erneut wegen des gleichen Vergehens verhaftet. Nun wurde entschieden, dass es nicht im öffentlichen Interesse liege, den Fall weiter zu verfolgen. (Quelle: Manchester Evening News vom 27. März 2001) 5. VOR EINEM JAHR: - Großbritannien: 'Police Foundation' schlägt Entkriminalisierung von Cannabis vor VOR ZWEI JAHREN: - Deutschland: Übergabe der Unterschriftenlisten zur Frankfurter Resolution - Wissenschaft: Neues Patent für Dexanabinol als TNF-Alpha-Hemmer ( Mehr im Archiv der IACM-Informationen: http://www.cannabis-med.org ) --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 14. April 2001 --------------------------------------------------------------- * Kanada: Gesundheitsminister will die medizinische Verwendung von Cannabis erleichtern * Wissenschaft: Endocannabinoide sind an der Regulierung des Appetits beteiligt 1. Kanada: Gesundheitsminister will die medizinische Verwendung von Cannabis erleichtern Kanada plant eine Vereinfachung bei Besitz und Anbau von Marihuana für medizinische Zwecke. Dies erklärte der kanadische Gesundheitsminister Allan Rock am 6. April. Die Regierung plant die Einführung der neuen Regelungen zum 31 Juli. Rock erlaubte Kanadiern erstmals im Mai 1999, Anträge zur medizinischen Verwendung von Marihuana zu stellen. 220 Personen haben bisher solche Ausnahmegenehmigungen erhalten. Ontarios höchstes Gericht urteilte jedoch im Juli 2000, dass die Bundesregierung das Verfahren transparenter machen sollte, vor allem in Hinsicht auf die Definition, wer einen solchen Antrag stellen kann. Nach den nun vorgeschlagenen neuen Regelungen muss man weiterhin Ausnahmegenehmigungen beantragen, die Regelungen würden allerdings die gegenwärtigen festen Obergrenzen beseitigen, die festlegen, wie viel Cannabis jemand besitzen darf. Diese würden durch individuelle Empfehlungen eines Arztes ersetzt - in der Konsequenz eine Verschreibung von Marihuana. Patienten würden zudem in der Lage sein, einen Bekannten auszuwählen, der Marihuana für sie anbaut. Erneuerungen der Ausnahmegenehmigungen würden auf einer jährlichen Basis gewährt statt der gegenwärtigen sechs Monate. (Quelle: Reuters vom 6. April 2001) 2. Wissenschaft: Endocannabinoide sind an der Regulierung des Appetits beteiligt Neue Forschung legt nahe, dass Endocannabinoide Teil des komplexen Systems im Gehirn sind, das kontrolliert, wann und wie viel gegessen werden soll. Es ist seit einiger Zeit bekannt, dass Leptin das Schlüsselhormon für die Regulierung des Regelkreises im Hypothalamus ist, der für die Appetitkontrolle verantwortlich ist. Leptin reduziert die Nahrungsaufnahme durch Heraufregulierung appetitreduzierender Faktoren und Herunterregulierung appetitstimulierender Faktoren. Die Entdeckung, nach der Endocannabinoide (Anandamid und 2-Arachidonylglycerol) an diesem Vorgang beteiligt sind, hilft zu erklären, warum Menschen nach dem Konsum von Cannabis oder THC hungrig werden und warum es Patienten hilft, die an Appetitverlust und Abmagerung leiden. In der Studie, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, fanden Wissenschaftler, dass Mäuse ohne CB1-Cannabinoidrezeptoren weniger aßen als normale Mäuse. Und wenn normale Mäuse den Cannabinoidrezeptor-Antagonisten SR141716A erhielten, so dass die Endocannabinoide nicht an diesen Rezeptoren wirken konnten, so aßen sie auch weniger als normale Mäuse. Zudem waren reduzierte Leptin-Konzentrationen mit erhöhten Endocannabinoid-Konzentrationen assoziiert, und die Gabe von Leptin reduzierte die Endocannabinoid-Konzentration. Diese Befunde zeigen, dass Endocannabinoide im Hypothalamus CB1-Rezeptoren aktivieren können, um die Nahrungsaufnahme aufrecht zu erhalten, und dass sie unabhängig von der Konzentration bestimmter anderer appetitanregender Substanzen wirken können. (Quellen: Di Marzo V, et al. Leptin-regulated endocannabinoids are involved in maintaining food intake. Nature 2001;410:822-825; AP vom 11. April 2001) 3. Kurzmeldungen ***IACM - Häufig gestellte Fragen: Ein neuer Service auf der IACM-Internetseite bietet die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Antworten auf häufig gestellte Fragen einzusehen. Die erste Frage lautet: " Schwangerschaft: Schädigen Cannabis/THC den Fetus, wenn sie während der Schwangerschaft verwendet werden?" Die nächsten Fragen, die beantwortet werden, lauten: " Wechselwirkungen: Gibt es Wechselwirkungen zwischen Cannabis bzw. THC und anderen Medikamenten?" und "Asthma: Wie sollten Cannabis oder THC bei Asthma eingenommen werden?" Mehr unter >www.cannabis-med.org<. ***Wissenschaft - HIV/AIDS-Studie: Am 3. April begann die erste von der US-Regierung genehmigte Studie zur medizinischen Verwendung von Marihuana in Kalifornien. Das Gesundheitszentrum des Kreises San Mateo wird Cannabiszigaretten an 60 HIV- und Aids-Patienten abgeben, die an neurologischen Störungen leiden. Dr. Dennis Israelski, Leiter für Infektionskrankheiten an den Kreiskrankenhäusern und -kliniken, wird die 12-wöchige Studie leiten. Die US-Drogenbehörde DEA genehmigte die Studie am 22. November 2000. (Quellen: AP vom 4, April 2001, IACM-Informationen vom 26. November 2000) ***Wissenschaft - Übelkeit und Erbrechen: Kanadische Forscher der Wilfrid-Lauier-Universität in Waterloo (Ontario) zeigten in einem Tiermodell für antizipatorische Übelkeit und Erbrechen, dass THC diese Form der Übelkeit verhindern kann. Ihre Studie, die auf den Brechreaktionen der Bisamratte basiert, ist im Neuroreport veröffentlicht. Das Würgen, das durch eine Injektion mit Lithiumchlorid ausgelöst wurde, wurde durch eine Vorbehandlung mit einer moderaten THC-Dosis vollständig unterdrückt. Dies ist der erste experimentelle Beweis, der Berichte unterstützt, nach denen THC antizipatorisches Erbrechen unterdrückt. (Quelle: Parker LA, Kemp SW. Tetrahydrocannabinol (THC) interferes with conditioned retching in Suncus murinus: an animal model of anticipatory nausea and vomiting (ANV). Neuroreport 2001;12(4):749-751.) ***Wissenschaft - Schmerzen: Wissenschaftler der Virginia-Commonwealth-Universität in Richmond, USA, untersuchten den Effekt einer kurzzeitigen Exposition mit THC, Morphin sowie einer Kombination beider Medikamente auf die Rezeptordichte in einem Mäusemodell. Sie zeigten, dass Opioidrezeptoren signifikant bei auf Morphin toleranten Mäusen vermindert waren, während diese Abnahme nicht bei den mit der Kombination behandelten Tieren auftrat. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass eine Kombination aus THC und Morphin die stark schmerzlindernden Eigenschaften beibehält, ohne Veränderungen der Rezeptoren zu verursachen, die zur Toleranz beitragen. (Quelle: Cichewicz DL, et al. Changes in opioid and cannabinoid receptor protein following short-term combination treatment with delta(9)-tetrahydrocannabinol and morphine. J Pharmacol Exp Ther 2001;297(1):121-127.) ***Wissenschaft - Blockierung der THC-Wirkungen: SR141716A, ein im Jahre 1994 entwickelter CB1-Cannabinoidrezeptor-Antagonist, wurde nun erstmals Menschen verabreicht. 63 gesunde Männer erhielten unterschiedliche Dosen SR141716A oder ein Placebo und rauchten zwei Stunden später eine Marihuanazigarette. SR141716A verursachte eine dosisabhängige Blockierung der Cannabiseffekte. Die leitende Forscherin Dr. Marilyn Huestis vom NIDA (Nationales Institut für den Drogenmissbrauch) erklärte, die Befunde könnten Möglichkeiten für die Behandlung von Menschen, die Marihuana-abhängig seien, für die Behandlung von Übergewicht und Schizophrenie sowie zur Verbesserung des Gedächtnisses eröffnen. (Quelle: Huestis M, et al. Blockade of effects of smoked marijuana by the CB1-selective cannabinoid receptor antagonist SR141716. Arch Gen Psychiatry 2001;58:322-328.) 4. VOR EINEM JAHR: - Wissenschaft/Großbritannien: Klinische Studie mit Cannabis genehmigt - Wirtschaft/USA: IND-Antrag für CT3 - USA: Konferenz zu Cannabis-Therapeutika VOR ZWEI JAHREN: - Australien: Umfrage zur medizinischen Verwendung von Cannabis - Wissenschaft: Wechselwirkung zwischen Anandamid und Dopamin, eine Basis für die Therapie von Bewegungsstörungen und Schizophrenie - USA: Umsetzung des Gesetzes zur medizinischen Verwendung von Marihuana in einer kalifornischen Stadt --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 28. April 2001 --------------------------------------------------------------- * Spanien: Katalanisches Parlament einstimmig für medizinische Verwendung von Cannabis * Wissenschaft: Meinung von Ärzten zur medizinischen Verwendung von Cannabis hängt vom Fachgebiet ab 1. Spanien: Katalanisches Parlament einstimmig für medizinische Verwendung von Cannabis Am 25. April beschloss das Parlament der spanischen autonomen Region Katalonien einstimmig, die Regierung in Madrid aufzufordern, die medizinische Verwendung von Cannabis zu legalisieren. Der Initiator dieses Beschlusses war Agata, eine katalanische Organisation von Frauen mit Brustkrebs. Seit fünf Jahren fordert Agata einen legalen Zugang zu Cannabis für Patienten, die an Nebenwirkungen der Chemotherapie leiden. Die Resolution des Parlaments besagt, dass die Regierung, "alle notwendigen administrativen Maßnahmen ergreifen [soll], die die therapeutische Verwendung von Cannabis erlauben." Sie besagt, dass die therapeutischen Eigenschaften von Cannabis "seit Tausenden von Jahren" bekannt sind, und dass wissenschaftliche Studien seinen Nutzen bei verschiedenen Erkrankungen gezeigt haben, darunter Krebs, multiple Sklerose und Epilepsie. Alle Parteien des katalanischen Parlaments drängten den Kongress in Madrid, den im Regionalparlament erzielten politischen Konsens zu übernehmen. Caterina Mieras von der PSC (Sozialistische Partie von Katalonien) erklärte, dass wissenschaftliche Studien gezeigt hätten, dass Cannabis eine sichere Medizin und dass "der Sicherheitsabstand groß" sei. Dolors Montserrat von der PP (Partido Popular, konservative Partei) erklärte, dass "wir die Verpflichtung haben, für die Verbesserung der Lebensqualität zu arbeiten." In Andalusien legte die IU-CA, eine politische Organisation in Andalusien, dem andalusischen Parlament und dem Zentralkongress in Madrid einen Vorschlag vor, nach dem die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert werden soll. Der Vorschlag schließt die Forderung nach Erforschung des medizinischen Nutzens der Pflanze ein. (Quellen: El Mundo vom 26. April 2001, El Correo vom 26. April 2001, ABC de Sevilla vom 25. April 2001) 2. Wissenschaft: Meinung von Ärzten zur medizinischen Verwendung von Cannabis hängt vom Fachgebiet ab Die Ergebnisse einer US-amerikanischen Umfrage, die beim jährlichen Treffen der amerikanischen Gesellschaft für Suchtmedizin vorgestellt wurde, zeigen, dass Ärzte über die medizinische Verwendung von Cannabis geteilter Meinung sind. Forscher am Rhode Island Hospital in Providence baten 960 Ärzte, ihre Meinung zu der Aussage "Ärzte sollten legal Marihuana zur medizinischen Behandlung verschreiben dürfen" mitzuteilen. 36% der Antwortenden stimmten zu, 38% widersprachen und 26% waren neutral. Fachgebiet, Wohnsitz in einem Staat, der jemals Forschung zur medizinischen Verwendung von Cannabis durchgeführt hatte, sowie die Toleranz der Ärzte waren mit der Unterstützung der medizinischen Verwendung von Cannabis assoziiert. Die Forscher befragten Ärzte aus fünf Fachgebieten: Suchtmedizin, allgemeine Psychiatrie, Frauenheilkunde, Allgemeinmedizin und Innere Medizin. Sie fanden, dass Frauenärzte und Internisten wahrscheinlicher die medizinische Verwendung der Droge unterstützten als andere befragte Spezialisten. Da Ärzte aus diesen Fachgebieten wahrscheinlicher Krebspatienten sehen, könnten sie sensibler gegenüber dem Potenzial von Marihuana sein, bei Chemotherapie und Schmerzen zu helfen, meinte das Team von Rhode Island. Es merkte an, dass die anderen Spezialisten wahrscheinlicher Drogenmissbraucher sehen und besorgter wegen der negativen Wirkungen der Droge sein könnten. (Quelle: Reuters vom 23. April 2001) 3. Kurzmeldungen ***USA - Gesetzentwurf in Colorado Der Gesetzentwurf HB 1371 für die medizinische Verwendung von Cannabis passierte mit 21 zu 12 Stimmen den Senat von Colorado. Er ist nun von beiden Kammern des Parlaments angenommen, muss aber wegen einer Änderung durch den Senta noch einmal zum Repräsentantenhaus zurück, bevor er zu Gouverneur Bill Owens gelangt. 54 Prozent der Wähler Colorados hatten bei den allgemeinen Wahlen im November 2000 einen Volksentscheid für die medizinische Verwendung von Cannabis unterstützt. (Quelle: Denver Rocky Mountain News vom 24. April 2001) ***USA - Vergessenes Gesetz von New York Im Jahre 1980 wurde in New York ein medizinisches Marihuana-Gesetz in Kraft gesetzt, das erste seiner Art. Aber die notwendigen Mechanismen, um es wirksam werden zu lassen, wurden niemals eingesetzt, so dass es weitgehend in Vergessenheit geriet. Das Gesetz besagte, dass ein Arzt eine Kommission eines Krankenhauses um Erlaubnis bitten kann, dass ein Patient Marihuana verwenden kann. Die New York Times erinnerte an dieses vergessene Gesetz. (Quelle: New York Times vom 20. April 2001) ***USA - Neuer Leiter des Amtes für Drogenpolitik Präsident Bush plant, einen Konservativen, der für seine harte Haltung gegenüber Drogen bekannt ist, zum Leiter des Amtes für nationale Drogenkontrollpolitik zu machen. Dies erklärte ein Regierungsvertreter am 20. April. Walters hat die Wichtigkeit harter Strafen für Drogenkonsumenten betont und ist gegen die Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke. (Quelle: Associated Press vom 20. April 2001) ***USA - Freispruch in Kalifornien Zwei Männer, die wegen des Anbaus von 899 Cannabispflanzen verhaftet worden waren, wurden am 18. April von einem Geschworenengericht im Kreis Sonoma vom Vorwurf des Anbaus und Besitzes von Marihuana freigesprochen. Sie hatten erklärt, die Pflanzen für den 1.200 Mitglieder umfassenden Marihuanaclub aus San Francisco CHAMP (Cannabis Helping Alleviate Medical Problems) angebaut zu haben. (Quelle: Associated Press vom 18. April 2001) ***USA - Tagung der NORML NORML (Die nationale Organisation für die Reform der Marihuanagesetzgebung) hielt ihre jährliche Konferenz vom 19.-21. April in Washington ab. Unter den Sprechern waren der republikanische Gouverneur von Neu-Mexiko, Gary Johnson, der Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses Barney Frank, Dr. Lester Grinspoon, emeritierter Professor der medizinischen Fakultät von Harvard, und Dr. John Morgan, Professor für Pharmakologie an der medizinischen Fakultät der Universität von New York. (Quelle: Wired News vom 23. April 2001) 4. VOR EINEM JAHR: - Deutschland: Aussetzung eines Gerichtsverfahrens bis zur Entscheidung beim BfArM - USA: Hawaii erlaubt medizinische Verwendung durch Gesetzgebungsverfahren - Holland: Aufbau einer Agentur für medizinisches Cannabis beim Gesundheitsministerium VOR ZWEI JAHREN: - Kanada: Parlamentsdebatte über die medizinische Verwendung von Marihuana - Schweiz: Drogenkommission empfiehlt Legalisierung von Cannabis --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 12. Mai 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft/Großbritannien: Vier Phase-II-Studien mit Cannabis erfolgreich * Frankreich: Medizinische Verwendung von Cannabis vor Gericht * Kanada: Bedenken der kanadischen medizinischen Gesellschaft 1. Wissenschaft/Großbritannien: Vier Phase-II-Studien mit Cannabis erfolgreich GW Pharmaceuticals erklärte, es habe ermutigende Ergebnisse aus klinischen Phase-II-Studien mit Cannabis erhalten und würde nun sein Programm auf Phase-III-Studien ausdehnen. Die Firma hat bisher 12 Millionen Pfund in seine Forschung investiert und hofft, sein erstes verschreibbares Medikament auf Cannabisbasis im Jahre 2003 zu vermarkten. Die Studien von GW wurden mit Patienten durchgeführt, die Medikamente auf Cannabisbasis, die unter die Zunge gesprüht werden, nehmen. Dr. Geoffrey Guy, Vorsitzender von GW Pharmaceuticals, erklärte: "Daten von unseren vier Phase-II-Studien mit etwa 70 Patienten sind positiv und ermutigend. Die Patienten profitieren deutlich." Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Reduzierung von Schmerzen, Muskelspasmen und Blasenfehlfunktion, sowie eine verbesserte neurologische Funktion. Guy erklärte, die Firma habe die Genehmigung der kanadischen Gesundheitsbehörden erhalten, um mit Studien in Kanada zu beginnen. (Quelle: Reuters vom 2. Mai 2001) 2. Frankreich: Medizinische Verwendung von Cannabis vor Gericht Am 3. Mai untersuchte das Verwaltungsgericht von Paris die Frage der medizinischen Verwendung von Cannabis durch zwei Patienten, Mitglieder des Mouvement de légalisation contrôlée (MLC, Bewegung für kontrollierte Legalisierung). Im Namen von 10 Patienten mit unheilbaren Krankheiten hatte der MLC im Jahre 1998 beim Gesundheitsministerium den Import von 10 Kilogramm Cannabis beantragt. Gesundheitsminister Bernard Kouchner hatte nicht geantwortet, und die MLC wendete sich daher an das Verwaltungsgericht. Der Vertreter der Regierung sprach sich gegen die Forderungen des MLC aus. Nach Auffassung der Regierung stehen internationale Abkommen dem Wunsch der beiden Patienten nach Einfuhr von Cannabis zu therapeutischen Zwecken entgegen. Die Entscheidung der sechs Richter wird am 29. Mai erwartet. (Quelle: AFP vom 2. Mai 2001, AP vom 3. Mai 2001) 3. Kanada: Bedenken der kanadischen medizinischen Gesellschaft Die kanadische medizinische Gesellschaft (CMA) drückte in ihrer Reaktion auf den Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums zur medizinischen Verwendung von Cannabis Bedenken aus. Der Verordnungsentwurf weitet den Umfang der Krankheiten, für die Cannabis verwendet werden kann, aus und verändert die Rolle des Arztes. Die CMA drängt die Regierung, ihre Bemühungen zur Abschätzung der klinischen Wirksamkeit der aktiven Bestandteile von Marihuana zu verstärken, damit Evidenz-basierte Richtlinien für ihre Verwendung entwickelt werden können. "Wir verstehen den Druck auf das Gesundheitsministerium und sind gewillt, mit dem Ministerium auf einer dringlichen Basis zusammen zu arbeiten, um Parameter zu einer vernünftigen medizinischen Verwendung von Marihuana zu entwickeln," erklärte Dr. Barrett, Präsident der CMA. Gemäß der CMA befinden sich Ärzte nicht in einer Position, um Patienten hinsichtlich der Verwendung von Cannabis zu beraten, speziell hinsichtlich der geeigneten Dosis, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder seine Bedeutung auf vorbestehende medizinische Erkrankungen. Währenddessen erklärte die kanadische Gesellschaft der Polizeichefs, dass die Polizei kein Problem mit der medizinischen Verwendung von Marihuana habe. (Quellen: Pressemitteilung der CMA vom 8. Mai 2001, CCN Newswire vom 8. Mai 2001, Toronto Sun vom 8. Mai 2001) 4. Kurzmeldungen ***Österreich - Medizinische Verwendung Einem 43-jährigen Aids-Patienten wurde von einem Richter der Anbau und die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt. Einige medizinische Gutachten hatten die Verwendung von Cannabis durch den Welser, der bereits mehrmals wegen Drogenbesitzes verurteilt worden war, unterstützt. (Quelle: ORF vom 1. Mai 2001) ***Wissenschaft - Neuropathischer Schmerz Forscher von Novartis in London (Großbritannien) untersuchten die Wirkung von Cannabinoidagonisten auf die Hyperalgesie in einem Ratten-Modell für neuropathischen Schmerz. Die Ergebnisse zeigen, dass Cannabinoide hochpotente und wirksame antihyperalgetische Substanzen sind. Dieser Effekt wird vermutlich über Prozesse sowohl im zentralen Nervensystem als auch in der Peripherie vermittelt. (Quelle: Fox A, et al. Pain 2001 May;92(1-2):91-100.) ***Großbritannien - Schottland Die Schotten unterstützen Cannabis auf Rezept. Eine Umfrage durch die Herald-Zeitung zeigt, dass 64 Prozent der Interviewten erklärten, die Droge sollte auf Rezept legalisiert werden, während weitere 15 Prozent erklärten, es sollte für die allgemeine Verwendung verfügbar gemacht werden. Im Dezember 2000 hatten acht von 10 Ärzten das Recht zur Verschreibung von Cannabis an ihre Patienten gefordert. (Quelle: Comtex Newswire vom 8. Mai 2001) ***USA - Oregon Etwa 1.600 Bewohner Oregons besitzen Ausweise, die ihnen erlauben, Cannabis zur Behandlung spezifischer Erkrankungen zu verwenden. Das Gesetz von 1998 erlaubt Patienten, die diese Ausweise erhalten, bis zu 3 Unzen zu besitzen. (Quelle: Register-Guard vom 8. Mai 2001) ***USA - Nevada Parlamentarier erklärten am 7. Mai, der Staat habe nicht das Geld, um mit einem medizinischen Marihuana-Programm zu beginnen, dass in den Jahren 1998 und 2000 mit überwältigender Mehrheit von den Wählern genehmigt worden war. Sie erklärten, dass dieses Jahr kein Geld da ist, um die 30.000 US-Dollar für den Beginn des medizinischen Marihuana-Programm zu bezahlen. (Quelle: Las Vegas Review-Journal vom 8. Mai 2001) *** Holland - Drive-through-Shops Die holländischen Behörden planen für das nächste Jahr die Eröffnung von zwei Drive-through-Shops, wo "Drogen-Touristen" Marihuana und Haschisch kaufen können. Offizielle in Venlo erklärten, dass sie es den Deutschen einfacher machen wollen, die wegen der Drogen in die Stadt an der südlichen holländischen Grenze kommen. Sie wollen zudem vermeiden, dass die Drogentouristen sich den Niederlanden aufhalten. Cannabis ist im Prinzip in Holland illegal, aber die Behörden tolerieren den Konsum und er wird offen in kleinen Mengen verkauft. (Quelle: Associated Press vom 2. Mai 2001) ***USA - Drogenpolitik der Vereinten Nationen Die USA haben ihren Sitz in der internationalen Drogenkontrollbehörde (INCB, International Narcotics Control Board) verloren. Die Vereinigten Staaten hatten für eine dritte Amtszeit des amerikanischen Vertreters Herbert Okun geworben, der bisher Vizepräsident der Behörde war, aber er wurde herausgewählt. Der 13-köpfige INCB überwacht die Übereinstimmung mit den Drogenkonventionen der Vereinten Nationen zum Substanzmissbrauch. (Quelle: AP vom 7. Mai 2001) 5. VOR EINEM JAHR: - Deutschland: Klinische Studie zu THC beim Tourette-Syndrom - Kanada: Gesundheitsministerium sucht Quelle für Versorgung mit Marihuana VOR ZWEI JAHREN: - Wissenschaft: Cannabiskonsum scheint die Denkfunktionen nicht zu beeinträchtigen - Australien: Rufe nach einer Behandlung von Drogen als gesundheitliches und soziales Thema - Kanada: Oberstes Gericht von Ontario erlaubt einem Aids-Patienten die Verwendung von Marihuana --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 26. Mai 2001 --------------------------------------------------------------- * IACM: Zweites Call for Papers, Berliner Kongress 2001 * Wissenschaft: Zweite Ausgabe des Journal of Cannabis Therapeutics * USA: Oberster Gerichtshof entscheidet gegen medizinische Cannabisklubs 1. IACM: Zweites Call for Papers, Berliner Kongress 2001 Es ist beabsichtigt beim geplanten Kongress vom 25.-27. Oktober 2001 Wissenschaftler, Kliniker und Praktiker zusammen zu bringen, damit sie ihre Erfahrung zum therapeutischen Potenzial von Cannabis und einzelner Cannabinoide austauschen können, und anderen am Thema Interessierten die Möglichkeit zu bieten, Informationen aus erster Hand zu bekommen. Unter den Teilnehmern werden sein: Andreas Heinz, Claude Vaney, Ricardo Navarrete Varo, Ester Fride, Ethan Russo, Franjo Grotenhermen, Gernot Ernst, John Zajicek, Kirsten Mueller-Vahl, Manfred Fankhauser, Markus Leweke, Martin Schnelle, Raphael Mechoulam, Rudolf Brenneisen, Ulrike Hagenbach, William Notcutt, Winfried Meissner, Tod Mikuriya, Bela Szabo und andere. (Weitere Informationen: www.Berlin2001.net) 2. Wissenschaft: Zweite Ausgabe des Journal of Cannabis Therapeutics Die Ausgabe 1(2) des Journal of Cannabis Therapeutics wurde ausgeliefert. Aus dem Inhalt: (1) Alakbarov FU. Medicinal properties of cannabis according to medieval manuscripts of Azerbaijan. J Cannabis Ther 2001;1(2):3-14. "Die Menschen in Aserbaidschan haben eine reiche und alte Tradition der medizinischen Verwendung von Cannabis. Die traditionellen Anwendungsmethoden sind in den mittelalterlichen aserbaidschanischen Manuskripten in den Feldern Medizin und Pharmakognosie beschrieben, verfasst in altaserbaidschanisch, persisch und arabisch. Sie datieren zurück bis ins 9.-18. Jhd. v. Chr. (...) verschiedene Teile (Wurzeln, Harz, Blätter und Samen) von Cannabis sativa L. wurden verwendet (...)." (2) Deakle D. Simeon Seth on Cannabis (Cognoscenti of Cannabis II). J Cannabis Ther 2001;1(2):15-20. "Simeon Seth's Lexikon über die Eigenschaften der Nahrungsmittel (Syntagma de alimentorum facultatibus) ist vielleicht das wichtigste Dokument, das ein Verständnis darüber vermittelt, wie Diätetika in Byzanz und der arabischen Kultur im 11. Jdh. angewendet wurden. (...) Ein Abschnitt seines Traktates wurde hier übersetzt (...). (3) Russo E. Hemp for headache: An in-depth historical and scientific review of cannabis in migraine treatment. J Cannabis Ther 2001;1(2):21-92. "Cannabis oder 'Marihuana' wurde durch die Jahrtausende in verschiedenen Formen zur symptomatischen und prophylaktischen Behandlung der Migräne verwendet. Dieses Dokument untersucht seine Geschichte der medizinischen Verwendung durch Rauchen und andere Methoden in alten Kulturen (...). In moderner Zeit unterstützen ethnobotanische und anekdotische Angaben die Wirksamkeit von Cannabis in der Kopfschmerzbehandlung. Gleichzeitig haben biochemische Studien von THC und Anandamid eine wissenschaftliche Rechtfertigung für seine Verwendung geliefert (...). (4) Webster P. Marijuana and music: A speculative exploration. J Cannabis Ther 2001;1(2):93-105. "(...) Als ein Beispiel solch einer nichtoffiziellen, unveröffentlichten Untergrundforschung präsentiert der Autor eine spekulative Untersuchung von durch Cannabis bewirkten veränderten Bewusstseinszuständen und seine Beziehung zur Wahrnehmung und Erzeugung von Musik. (...)" (Quelle: Abstracts des Journal of Cannabis Therapeutics, 1(2), 2001) 3. USA: Oberster Gerichtshof entscheidet gegen medizinische Cannabisklubs Am 14. Mai hat der Supreme Court einstimmig (8 zu 0) entschieden, dass Drittparteien, die Marihuana für medizinische Zwecke anbauen oder verteilen, nach dem Bundesgesetz nicht die medizinische Notwendigkeit zur Verteidigung anführen können. Dies könnte das Ende für die Cannabisverteilungs-Klubs in Kalifornien bedeuten. In seiner Begründung für das Gericht zitierte Richter Clarence Thomas ein 30 Jahre altes Bundesgesetz zum medizinischen Potenzial von Cannabis und erklärte, das Betäubungsmittelgesetz (Controlled Substances Act) von 1970 "reflektiere eine Feststellung, dass Marihuana keinen medizinischen Nutzen besitze, der eine Ausnahme rechtfertige." Allerdings wurde seit 1970 viel Forschung betrieben, die eine andere Schlussfolgerung nahe legt. Die Entscheidung des Gerichts berührt nicht das Recht individueller Patienten in einigen Staaten, Cannabis zu verwenden, aber es wird schwieriger, die Droge zu bekommen, da der Gerichtshof sagt, die Verteilung verstoße gegen das Bundesgesetz. (Quellen: AP vom 15. Mai 2001, U-WIRE via COMTEX vom 15. Mai 2001) 4. Kurzmeldungen ***Wissenschaft - Appetit von Krebspatienten THC war nur wenig effektiver als ein Plazebo bei der Stimulierung des Appetits von Krebspatienten. Das erklärte die Mayo-Klinik am 12. Mai. In einer Doppelblindstudie mit 150 Patienten nahm der Appetit bei 73 Prozent der Patienten zu, wenn sie Megestrolazetat, eine Standardmedikation für Appetitlosigkeit bei Krebs, nahmen, gegenüber 47 Prozent bei Dronabinol (THC). (Quelle: Reuters vom 13. Mai 2001) ***Spanien - Ein weiteres Parlament für medizinische Verwendung Nach dem katalanischen Parlament hat nun auch das Regionalparlament der Balearen am 22. Mai gefordert, die Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke zu legalisieren. Sozialisten als auch Konservative stimmten der Vorlage zu. (Quellen: Diario Médico vom 21. Mai 2001, Personal Mitteilung von Ricardo Navarrete Varo vom 23. Mai 2001) ***USA - Nevada Das staatliche Repräsentantenhaus unterstützte am 23. Mai eine Gesetzesvorlage, die die medizinische Verwendung von Marihuana erlauben würde und die Strafen für jeden, der die Droge besitzt, reduzieren würde. Der Entwurf wurde mit 30 zu 22 angenommen und geht nun in den Senat. (Quelle: AP vom 23 Mai 2001) ***Kanada - Zeitschrift der medizinischen Gesellschaft Die Zeitschrift der kanadischen medizinischen Gesellschaft (Canadian Medical Association Journal, CMAJ) fordert die Regierung auf, den Besitz von Marihuana für die persönliche Verwendung zu entkriminalisieren. Herausgeber Dr. John Hoey argumentiert, die sozialen und rechtlichen Konsequenzen einer Verhaftung wegen Marihuanabesitz wögen bei weitem die minimalen gesundheitlichen Folgen eines mäßigen Konsums der Droge auf. (Quelle: CMAJ vom 15. Mai 2001;164(10):1397) ***Frankreich - Klinische Forschung beabsichtigt Die mögliche therapeutische Verwendung von Cannabis soll in verschiedenen Krankenhäusern von Paris, Marseille, Toulouse und Lyon untersucht werden. Das erklärte Gesundheitsminister Bernard Kouchner am 14. Mai. Die zu untersuchenden Eigenschaften sind sein brechreizhemmendes und schmerzlinderndes Potenzial. (Quelle: AFP vom 14. Mai 2001) ***Großbritannien - GW Pharmaceuticals GW Pharmaceuticals hat Pläne zur Listung an der Londoner Börse. 16 Millionen Pfund (ca. 23 Millionen DM) an Einnahmen und 5,5 Millionen Pfund auf der Bank sollen verwendet werden, um die Produktion von Cannabis zu verstärken und klinische Studien zu finanzieren. (Quelle: Reuters vom 15. Mai 2001) ***Wissenschaft - Schmerzen und Hyperalgesie Forschung an Ratten zeigte, dass die Hyperalgesie im Zusammenhang mit einer Entzündung der Harnblase durch die Endocannabinoide Anandamid (über CB1-Rezeptoren) and Palmitylethanolamid (vermutlich via CB2-Receptoren) dosisabhängig gelindert wird. (Quelle: Farquhar-Smith WP, Rice AS. Anesthesiology 2001 Mar;94(3):507-513) 5. VOR EINEM JAHR: - USA: Aids-Patienten können Cannabis in kalifornischer Studie bekommen VOR ZWEI JAHREN: - Kanada: Abgeordnetenhaus unterstützt Legalisierung von Marihuana für medizinische Zwecke - USA: Regierung erleichtert Zugang zu Marihuana für die Forschung --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 9. Juni 2001 --------------------------------------------------------------- * USA: Robert Randall ist gestorben * USA: Registrierung für die medizinische Verwendung von Cannabis 1. USA: Robert Randall ist gestorben Robert Randall, der 1976 Geschichte schrieb, als er ein Bundesgericht in Washington überzeugte, ihm Zugang zu Marihuana von der Regierung zu geben, starb am 2. Juni im Alter von 53 Jahren in seinem Haus in Sarasota, Florida, an Komplikationen seiner Aids-Erkrankung. Randall entwickelte als Jugendlicher ein Glaukom. Ein Augenarzt sagte ihm in den frühen 70er Jahren, dass er innerhalb von wenigen Jahren erblinden würde. Er verlor jedoch nie sein Augenlicht. Er baute sein eigenes Cannabis an, bis er verhaftet und verurteilt wurde. Er unterzog sich dann umfangreichen Untersuchungen, die zeigten, dass kein anderes verfügbares Glaukom-Medikament in der Lage war, seinen Augeninnendruck zu senken und die Zerstörung seines Augenlichts aufzuhalten. Er verwendete dieses Argument bei seiner Forderung nach einem legalen Zugang zu Marihuana. Im November 1976 wurde Randall die erste Person in der modernen US-Geschichte, die legalen medizinischen Zugang zu Marihuana erhielt. 1978 richtete die Bundesregierung ein spezielles Programm ("Compassionate IND") ein, mit dem er und einige weitere Patienten Zugang zur der nicht-erlaubten Droge erhielten. 1981 gründeten Randall und seine Frau Alice O'Leary die 'Alliance for Cannabis Therapeutics' (ACT), eine Organisation für die Reformierung der Gesetze, die die medizinische Verwendung von Marihuana verbieten. In den frühen 90er Jahren konzentrierte sich Randall auf die therapeutischen Wirkungen von Marihuana bei Aids-Patienten, und er half Aids-Patienten, Zugang zu Cannabis unter dem 'Compassionate IND'-Programm zu erhalten. Hunderte von Patienten beantragten Cannabis nach diesem Programm, die Regierung schloss es jedoch plötzlich. Nur Randall und sieben weitere frühe Patienten erhielten weiterhin legales medizinisches Marihuana von der Regierung. (Quellen: Associated Press vom 5. Juni 2001, http://www.drcnet.org/wol/189.html#robertrandall) 2. USA: Registrierung für die medizinische Verwendung von Cannabis NEVADA: Die staatlichen Gesetzgeber stimmten am 4. Juni für die Legalisierung von Marihuana für medizinische Zwecke und für die Lockerung der Strafen für den Besitz der Droge. Der Gesetzentwurf wird schwerkranken Bürgern Nevadas erlauben, bis zu sieben Cannabispflanzen für den Eigenbedarf zu besitzen, und er erlaubt den Aufbau eines staatlichen Registrierungssystems für Patienten, deren Ärzte die Verwendung von Marihuana aus medizinischen Gründen empfehlen. Die Bürger von Nevada votierten 1998 und 2000 mit überwältigender Mehrheit für die Erlaubnis zur medizinischen Verwendung von Marihuana. COLORADO: Am 1. Juni erhielten die ersten beiden Bürger Colorados ihre medizinischen Marihuana-Karten. Es war der erste Tag eines Programms für die medizinische Verwendung von Cannabis. Im ersten Jahr werden mindestens 600 Anträge erwartet, wenn man von den Zahlen aus dem medizinischen Marihuana-Programm von Oregon ausgeht. Das Gesetz trat nicht ohne eine Warnung von Gouverneur Bill Owens und Generalstaatsanwalt Ken Salazar an die Ärzte des Staates in Kraft. Darin heißt es, dass ihnen möglicherweise Verfolgung nach dem Bundesgesetzen drohe, wenn sie die Behandlung empfehlen. KALIFORNIEN: Konservative und liberale Senatoren haben am 6. Juni gemeinsam ein landesweites Registrierungssystem für medizinisches Marihuana verabschiedet. Der Gesetzentwurf verteidigt das kalifornische Gesetz für die therapeutische Verwendung von Marihuana gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem letzten Monat, nach dem das staatliche Gesetz (Proposition 215) nicht die Bundesgesetze gegen die Verteilung von Marihuana ersetzen kann. Der Gesetzentwurf passierte den Senat mit 23 zu 8. (Quellen: UPI vom 1. Juni 2001, Denver Rocky Mountain News vom 2. Juni 2001, Associated Press vom 4. Juni 2001, Sacramento Bee vom 6. Juni 2001) 3. Kurzmeldungen ***Wissenschaft - Opioidinduziertes Erbrechen Opiate verursachen oft Übelkeit und Erbrechen. Cannabinoide waren in der Lage, opioidinduziertes Erbrechen in einem Tierversuch mit Frettchen zu reduzieren. Ein CB1-Rezeptorantagonist, nicht jedoch ein CB2-Rezeptroantagonist blockiert diesen brechreizhemmenden Effekt, was nahe legt, dass die brechreizhemmenden Effekte der Cannabinoide durch das zentrale Nervensystem vermittelt zu sein scheinen. (Quelle: Simoneau II, et al. Anesthesiology 2001 May;94(5):882-887.) ***Spanien - Aragon Nach den Parlamenten in Katalonien und den Balearen hat nun auch das Parlament von Aragon am 30. Mai einstimmig dafür gestimmt, die Zentralregierung in Madrid zu drängen, die therapeutische Verwendung von Cannabis zu legalisieren. (Quelle: Diario Médico vom 31. Mai 2001) ***Belgien - Klinische Studien erlaubt Die Regierung billigte einen königlichen Beschluss, der die medizinische Verwendung von Cannabis in klinischen Studien erlaubt. Es wird erwartet, dass der König den Beschluss im Juni unterzeichnen wird. Cannabis muss von einem Arzt an einem Universitätskrankenhaus, einem Schmerzzentrum oder einem Krankenhaus mit einer Erlaubnis zur Behandlung von Nebenwirkungen der Krebschemotherapie, Glaukom, multiple Sklerose, Aids oder chronische Schmerzen verschrieben werden. (Quellen: Pressemitteilung der belgischen Regierung vom 1. Juni 2001, Gazet van Antwerpen vom 2. Juni 2001) ***Wissenschaft - CT-3 Die synergistischen Wirkungen von Opioiden und Cannabinoiden, speziell CT-3, ein synthetischer Abkömmling des THC, bei der Schmerzbehandlung wird an der Universität von Sydney unter der Leitung von Dr. Christopher W. Vaughan untersucht werden. Wenn diese Forschung erfolgreich ist, wird sie eine rationale Basis für analgetische Synergien zwischen CT-3, Opioiden und nichtsteroidalen Entzündungshemmern liefern. (Quelle: Business Wire vom 29. Mai 2001) ***Israel - Dexanabinol Pharmos Corporation hat eine Förderung von 1,7 Millionen US-Dollar von der israelischen Regierung erhalten, um die Entwicklung von Dexanabinol für traumatische Hirnverletzungen zu unterstützen. Dexanabinol ist ein synthetischer nicht-psychotroper THC-Abkömmling mit nervenschützenden Eigenschaften. (Quelle: PR Newswire vom 29. Mai 2001) ***Kanada - Unterstützung von den Konservativen Bestrebungen zur Entkriminalisierung des Cannabiskonsums erhalten Unterstützung von einigen Konservativem. Joe Clark, Vorsitzender der Progressiv-Konservativen Partei erklärt, dass geringere Strafen für Cannabisbesitz angezeigt seien. Keith Martin von der Kanadischen Allianz erklärt: "Schwerverbrecher, Vergewaltiger, Pädophile und Mörder werden nicht angeklagt, weil unsere Gerichte mit Kindern beschäftigt sind, die mit einem Joint in der Tasche erwischt wurden. Es ist eine verlorene Schlacht und eine Verschwendung von Steuergeldern." (Quelle: Wall Street Journal vom 5. Juni 2001) 4. VOR EINEM JAHR: - Großbritannien: Parteienübergreifende Gesetzesinitiative für Cannabis als Medizin - Kanada: Ausdehnung des Stichtages für Antworten von Bietern für Marihuana-Vertrag VOR ZWEI JAHREN: - Kanada: Die beiden ersten Patienten erhielten eine Erlaubnis der Regierung zur Verwendung von Marihuana -- Forschungsplan für klinische Studien und den Anbau von Cannabis - Wissenschaft: Erhöhte Konzentration von Endocannabinoiden eine Kompensation für ein hyperaktives Dopaminsystem bei Schizophrenie? --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 23. Juni 2001 --------------------------------------------------------------- * USA: Amerikanische Medizinische Gesellschaft gegen Kriminalisierung von Patienten und Ärzten * Kanada: Cannabisanbauer können eine Lizenz erhalten * Wissenschaft: Cannabiskonsum kann bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit selten einen Herzinfarkt auslösen 1. USA: Amerikanische Medizinische Gesellschaft gegen Kriminalisierung von Patienten und Ärzten Ein Vorschlag, die begrenzte medizinische Verwendung von Marihuana für Schwerkranke zu unterstützen, wurde bei der Jahrestagung der Amerikanischen Medizinischen Gesellschaft (AMA) am 18. Juni abgelehnt. Die AMA zog es vor, dem einzelnen Arzt zu erlauben, sich eine eigene Meinung darüber zu bilden. Während die 547 Delegierten erklärten, dass die wissenschaftlichen Beweise fehlten, die den medizinischen Nutzen von Marihuana beweisen, unterstrichen sie am 19. Juni in einer Resolution ihren Widerstand gegen Versuche, Ärzte oder Patienten, die es verwenden, zu kriminalisieren. "Wir plädieren erneut dafür, dass keine strafrechtlichen Sanktionen gegen Marihuanakonsum verhängt werden, und wir wollen unsere Patienten ermutigen, dies frei mit ihren Ärzten zu besprechen," erklärte Dr. Herman Abromowitz zur Resolution. (Quellen: Reuters vom 19. Juni 2001, Associated Press vom 19. Juni 2001) 2. Kanada: Cannabisanbauer können eine Lizenz erhalten Vertreter des kanadischen Gesundheitsministeriums (Health Canada) erklärten, dass Marihuanaanbauer Ende Juli spezielle Lizenzen beantragen können, damit sie legal kleine Cannabismengen für Patienten mit chronischen Erkrankungen produzieren dürfen. Seit 1999 haben mehr als 250 Kanadier eine Erlaubnis von der Regierung erhalten, Marihuana aus medizinischen Gründen zu rauchen, und viele weitere werden die Bedingungen erfüllen, wenn die neuen Regelungen in Kraft treten. Die Regierung ist unter Druck, damit die neuen Regelungen rechtzeitig Ende Juli in Kraft treten können. Ein Berufungsgericht von Ontario gab der Regierung bis zum 31. Juli Zeit, die Möglichkeiten zur medizinischen Verwendung von Marihuana zu verbessern. (Quelle: Seattle Times vom 17. Juni 2001) 3. Wissenschaft: Cannabiskonsum kann bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit selten einen Herzinfarkt auslösen Das Rauchen von Cannabis verursacht eine mäßige Erhöhung des Herzinfarktrisikos für ältere Konsumenten innerhalb der ersten Stunde nach dem Konsum. So heißt es in einer Studie, die in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift Circulation veröffentlicht wurde. Ein kleiner Anteil von Patienten mit Herzinfarkten (0,2 %) hatte Cannabis geraucht kurz bevor die Symptome einsetzten. Von den 3882 Patienten mit Herzinfarkt hatten 124 angegeben, im vorausgegangen Jahr Marihuana geraucht zu haben, darunter 9 innerhalb einer Stunde, bevor die Symptome begannen. Das durchschnittliche Alter der Cannabiskonsumenten betrug etwa 44 Jahre, 23 % waren 50 bis 69 Jahre alt. Das Risiko des Herzinfarktbeginns war in der ersten Stunde signifikant um das 4,8-fache über dem Grundniveau erhöht (95% Konfidenzintervall: 2.4-9.5). In der zweiten Stunde war es 1,7-fach erhöht und danach wieder normalisiert. Cannabiskonsum erhöht die Herzfrequenz um etwa 40 Schläge pro Minute. Es kann zudem eine Zunahme des Blutdrucks im Liegen und einen Abfall beim Aufstehen verursachen. Bei regelmäßigem Konsum entwickelt sich eine Toleranz gegen diese Wirkungen. Dr. Murray Mittleman, Professor an der Harvard-Universität und Direktor der Abteilung für kardiovaskuläre Epidemiologie am Medizinischen Zentrum Beth Israel-Deaconess, und seine Kollegen schrieben in ihrer Veröffentlichung, dass das Rauchen von Cannabis "ein seltener Auslöser eines akuten Herzinfarktes" ist. Er merkte an, dass Cannabis etwa so gefährlich sei, wie ein Spaziergang für eine aktive Person mit koronarer Herzerkrankung oder wie Sex für einen Patienten mit sitzender Lebensweise. (Quellen: Mittleman MA, et al. Circulation. 2001;103:2805, United Press International vom 11. Juni 2001, Reuters vom 11. Juni 2001, Boston Globe vom 12. Juni 2001) 4. Kurzmeldungen *** Holland - Krankenversicherer Amicon Der Krankenversicherer Amicon überlegt, die Kosten für Cannabis für die medizinische Verwendung zu erstatten. Die Droge soll von der Vereinigung der Enscheder Cannabiskonsumenten (VEC) geliefert werden. Der VEC liefert Marihuana, das ohne Chemikalien angebaut wird, an etwa 4000 Personen, darunter etwa 275 Patienten. (Quelle: De Twentsche Courant Tubantia vom 14. Juni 2001) ***Großbritannien - GW an der Börse GW Pharmaceuticals erklärte am 19. Juni, dass es den Umfang seiner Erstemission aufgrund starker Nachfrage von Investoren erhöht habe. Es hat 25 Millionen englische Pfund (ca. 75 Millionen DM), das sind 9 Millionen Pfund mehr als ursprünglich geplant eingenommen. GW erwartet, im Jahre 2003 eine Genehmigung für ihre ersten Medikamente auf Cannabisbasis bei den Behörden zu beantragen (Quelle: Reuters vom 21. Juni 2001) ***Kanada - Grant Krieger Grant Krieger, Aktivist für die medizinische Verwendung von Marihuana, war im Recht als er die Gesetze brach und Cannabis an chronisch Kranke verkaufte. Das entschied ein Gericht am 20. Juni. Der 46-jährige Krieger, der multiple Sklerose hat und seit mehr als fünf Jahren dafür kämpft, die Droge legal zu medizinischen Zwecken verwenden zu dürfen, war angeklagt worden, die Droge zum Zwecke des Verkaufs zu besitzen. (Quelle: Canadian Press vom 21. Juni 2001) ***USA - Nevada Gouverneur Kenny Guinn hat ein Gesetz zur Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke unterzeichnet. Es erlaubt Patienten oder ihren Pflegepersonen, bis zu sieben Pflanzen zur persönlichen Verwendung zu besitzen. Es ähnelt in dieser Hinsicht den Gesetzen in Oregon und Maine. (Quelle: American Medical News vom 25. Juni 2001) ***USA - Konsequenzen aus dem Urteil des Obersten Gerichtshofs Im ersten Monat seit der Oberste Gerichtshof erklärte, dass es Drittparteien nicht gestattet sei, Marihuana für medizinische Zwecke zu verkaufen, scheint die Entscheidung keine große Wirkung in den acht Staaten mit medizinischen Marihuana-Gesetzen zu haben. Die Bush-Administration hat keine öffentlichen Maßnahmen ergriffen und schweigt sich hinsichtlich ihres nächsten Schrittes aus. (Quelle: Associated Press vom 14. Juni 2001) ***Frankreich - Medizinische Verwendung vor Gericht Am 29. Mai hat das Verwaltungsgericht von Paris die Möglichkeit, Cannabis für die medizinische Nutzung zu importieren, verworfen. Im Namen von 10 Personen mit unheilbaren Erkrankungen hatte die Bewegung für kontrollierte Legalisierung (MLC, Mouvement de légalisation contrôlée) beantragt, 10 Kilogramm Cannabis importieren zu dürfen. (Quelle: AFP vom 29. Mai 2001) 5. VOR EINEM JAHR: - Wissenschaft: Tumor-fördernder Effekt von THC im Tierversuch VOR ZWEI JAHREN: - Großbritannien: Ärzte drängen auf Legalisierung von Cannabis für die medizinische Verwendung und als Freizeitdroge --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 7. Juli 2001 --------------------------------------------------------------- * Kanada: Neue Regelungen treten Ende Juli in Kraft * Wissenschaft: Neues bei der ICRS-Tagung des Jahres 2001 1. Kanada: Neue Regelungen treten Ende Juli in Kraft Neue Regelungen, die die medizinische Verwendung von Marihuana ausweiten, sollen am 30. Juli in Kraft treten. "Die heutige Ankündigung ist ein Meilenstein in unserer anhaltenden Bemühung, Kanadiern, die unter ernsten und konsumierenden Erkrankungen leiden, Zugang zu Marihuana für medizinische Zwecke zu geben," erklärte Gesundheitsminister Allan Rock am 4. Juli. Spezielle Ausweiskarten werden an Personen ausgegeben, die Cannabis legal aus medizinischen Gründen rauchen, besitzen oder anbauen dürfen. Sie benötigten keine Genehmigung von einem Arzt, sondern könnten sich direkt an das Ministerium wenden, erklärte Rock. Die neuen Bestimmungen machen Kanada zum ersten Land in der Welt, das ihren Bürgern die legale Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke erlaubt. Die, die eine solche Erlaubnis beantragen, müssen klare Symptome, die mit bestimmten Erkrankungen assoziiert sind, zeigen, und sie müssen hinsichtlich des Todes eine Prognose von 12 Monaten aufweisen, Symptome von offiziell aufgelisteten Krankheitszuständen oder Symptome, die "mit anderen medizinischen Zuständen einher gehen", zeigen. Die Bestimmungen wurden entwickelt, nachdem ein Gericht der Regierung im letzten Jahr bis zum 31. Juli Zeit gab, um die Strafgesetze zu verändern, so dass Menschen, die Marihuana zu medizinischen Zwecken benötigen, die Droge legal bekommen und besitzen dürfen. 290 Personen erhielten bisher eine Erlaubnis, Cannabis für medizinische Zwecke zu besitzen und/oder anzubauen. (Quellen: Associated Press vom 4. Juli 2001, United Press International vom 5. Juli 2001) 2. Wissenschaft: Neues bei der ICRS-Tagung des Jahres 2001 Bei der jährlichen Tagung der Internationalen Gesellschaft für Cannabinoid-Forschung (ICRS) in Spanien vom 28. bis 30. Juni wurden eine Anzahl interessanter neuer Forschungsergebnisse präsentiert. Einige werden unten und in der nächsten Ausgabe der IACM-Informationen vorgestellt. (1) Die Wirkungen von oralem und rektalen THC auf die Blasenfunktion wurde bei 15 Patienten mit Querschnittslähmung am REHAB in Basel (Schweizer Paraplegiker-Zentrum) untersucht. THC beeinflusste eine Anzahl von Parametern der Blasenfunktion positiv, die eine Abnahme der Überaktivität des Blasenmuskels anzeigen. (Quelle: Abstrakt von Ulrike Hagenbach, et al.) (2) Eine spanische Gruppe zeigte, dass Cannabinoidrezeptoren in der Haut vorkommen, und dass ihre Aktivierung das Wachstum von Krebszellen der Haut hemmen. Rezeptoren vom CB1- und CB2-Typ wurden in verschiedenen Hautschichten gefunden. In Zellexperimenten löste ein synthetischer Cannabinoidrezeptor-Agonist einen programmierten Zelltod in Krebszellen der Haut von Mäusen aus. (Quelle: Abstrakt von M. Llanos Casanova, et al.) (3) Der Fall einer Frau mit starken Unterleibsschmerzen nach Operationen an der Blase und am Dickdarm vor 18 Jahren wurde vorgestellt. Innerhalb eines 12-wöchigen Zeitraums erhielt sie nach einem Doppelblindverfahren vier verschiedene Präparate: THC, CBD, eine Mischung aus CBD und THC (50:50), sowie Plazebo. Sie erzielte eine nahezu vollständige Schmerzkontrolle. In der Zeit, in der sie die CBD/THC-Mischung erhielt, waren die psychischen Nebenwirkungen wesentlich geringer als mit THC allein, trotz der gleichen Menge THC. (Quelle: Abstrakt von William Notcutt, et al.) (4) Nach traumatischer Hirnverletzung bei Mäusen war der Spiegel des Endocannabinoids 2-AG (2-Arachidonoylglycerol) signifikant erhöht. Hohe 2-AG-Konzentrationen hatten einen positiven Effekt auf die Erholung von der Hirnverletzung. 2-AG und das Cannabinoidsystem könnten eine nervenschützende Rolle spielen. (Quelle: Abstrakt von Raphael Mechoulam, et al.) (5) Vorbehandlung mit zwei verschiedenen synthetischen Cannabinoiden führte in Zellkulturen zu einem Schutz vor zwei verschiedenen Ursachen für Nervenschäden. Die zwei verwendeten nervenschädigenden chemischen Substanzen wurden gegeben, nachdem die Cannabinoide bereits wieder entfernt worden waren. Der Nervenschutz durch die Cannabinoide war dosisabhängig und durch CB1-Rezeptoren vermittelt. (Quelle: Abstrakt von Shou Yuan Zhaung, et al.) (Quelle: Programm und Kurzfassungen des ICRS-Symposiums zu Cannabinoiden im Jahr 2001) 3. Kurzmeldungen ***USA - Oregon Etwa 2.300 Karten, die die medizinische Verwendung von Cannabis erlauben, wurden bisher in Oregon ausgegeben. Da die Gesamtbevölkerung von Oregon 3,4 Millionen beträgt, entspricht dies etwa 700 pro 1 Million oder 0,7 pro 1.000 Einwohner. (Quelle: American Medical News vom 25. Juni 2001) ***Wissenschaft - Neuer Cannabinoidrezeptor Experimente mit Mäusehirn geben Hinweise auf die Existenz eines neuen Cannabinoidrezeptors im Gehirn, der sich vom CB1-Rezeptor unterscheidet. (Quelle: Breivogel CS, et al. Mol Pharmacol 2001 Jul;60(1):155-163). ***Portugal - Entkrminalisierung von Drogen Cannabis-bezogene Vergehen, wie etwa der Konsum, werden von Juli 2001 an entkriminalisert. Geringe Vergehen werden nicht mehr als Strafvergehen sondern als Ordungswidrigkeit behandelt. Dies gilt auch für andere Drogen. (Quelle: European Monitoring Center for Drugs and Drug Addiction - www.emcdda.org) ***Großbritannien - Verwarnung statt Strafe Ein Pilotprogramm begann am 2. Juli in einem Stadtbezirk von London, bei dem jeder, der mit kleinen Mengen Cannabis gefasst wird, nach einer Verwarnung laufen gelassen wird. Die Behörden erklärten, dass es bei dem Programm, das sechs Monate dauert, nicht um Nachsicht gehe, sondern darum, Polizeibeamte von der Schreibarbeit zu entlasten. (Quellen: PA News vom 2. Juli 2001, Associated Press vom 5. Juli 2001) ***Deutschland - Justizministerin von Hamburg Die Justizministerin von Hamburg, Lore Maria Peschel-Gutzeit (Sozialdemokratische Partei) forderte eine radikales Umdenken bei der Behandlung von Sterbenden. Unter anderem sollte die Verwendung von Cannabis bei diesen Patienten erlaubt werden. (Quelle: Berliner Kurier vom 18. Juni 2001) 4. VOR EINEM JAHR: - Deutschland: Petitionsausschuss des Bundestages unterstützt medizinische Verwendung von Cannabisprodukten - Wissenschaft: Neues beim Treffen der ICRS - Wissenschaft: Cannabinoide in Schmerzregionen des Rückenmarks VOR ZWEI JAHREN: - USA: Regierung verringert Beschränkungen für das THC-Präparat Marinol - Deutschland: Pläne zur Klassifizierung von Cannabis als unlizenziertes Medikament --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 21. Juli 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft: Diskussion zum medizinischen Nutzen der Cannabinoide im British Medical Journal * Wissenschaft: Neues bei der ICRS-Tagung des Jahres 2001 (II) 1. Wissenschaft: Diskussion zum medizinischen Nutzen der Cannabinoide im British Medical Journal Zwei Übersichtsartikel über historische Daten zur Wirksamkeit von Cannabinoiden bei Schmerzen und Chemotherapie-induzierter Übelkeit in der Zeitung der britischen Ärztegesellschaft 'British Medical Journal' vom 7. Juli erzielte viel Medienaufmerksamkeit. Die Übersicht von Dr. Fiona A Campbell und Kollegen folgerte, dass "Cannabinoide bei der Schmerzkontrolle nicht wirksamer als Kodein sind (...)." Die Übersicht von Dr. Martin R Tramèr et al. folgerte, dass "Cannabinoide, die in diesen Studien getestet wurden, bei ausgewählten Patienten nützlich als stimmungsaufhellende Zusatzmittel für die Kontrolle chemotherapie-assoziierter Übelkeit sein kann. Mögliche schwere unerwünschte Wirkungen (...) schränken einen weitverbreiteten Einsatz vermutlich ein." In einem Kommentar zweifelte Dr. Eija Kalso von der Universität von Helsinki den Bedarf an Medikamenten auf Cannabinoid-Basis an. Dr. Roger Pertwee von der Universität Aberdeen sagte dazu in einem Interview: "Daten, die in dem BMJ-Artikel betrachtet wurden, sind die gleichen, die wir in einem Bericht der britischen Ärztegesellschaft aus dem Jahre 1997 betrachtet haben. Dieser Bericht empfahl, dass die Verschreibung von Cannabinoid-Medikamenten bei Patienten mit unbehandelbaren Schmerzen erlaubt werden sollte." In einem Brief an den Herausgeber merkte Dr. Franjo Grotenhermen vom nova-Institut in Köln an, dass gepoolte Daten "viele interessante Informationen verpassen werden, besonders Unterschiede in der Wirksamkeit bei verschiedenen Zuständen (...). Die interessante Frage ist nicht, ob Cannabinoide im Vergleich zu Kodein potente Schmerzmittel sind, sondern bei welchen schmerzhaften Zuständen Cannabinoide wirksam sind." Dr. Philip Robson von GW Pharmaceuticals erklärte: "GW stimmt mit den Autoren des Artikels überein, dass post-operative Schmerzen nicht das Gebiet sind, auf dem Cannabinoide wahrscheinlich einen überlegenen therapeutischen Nutzen über bestehende Behandlungen bringt. (...) Allerdings erkennt der Artikel auch an, dass Cannabis in anderen Schmerzbereichen nützlich sein könnte, besonders bei neuropathischen Schmerzen und bei Spastik, und es sind diese Bereiche, auf die GW seine laufende Forschung konzentriert." (Quellen: Campbell FA, et al. BMJ 2001;323:13; Tramèr MR, et al. BMJ 2001;323:16; Kalso E. BMJ 2001;323:2-3; www.gwpharm.com; Grotenhermen F. Leserbrief vom 19. Juli 2001) 2. Wissenschaft: Neues bei der ICRS-Tagung des Jahres 2001 (II) Unten finden sich weitere Forschungsergebnisse, die bei der jährlichen Tagung der Internationalen Gesellschaft für Cannabinoid-Forschung (ICRS) in Spanien vom 28. bis 30. Juni präsentiert wurden. (Siehe auch die letzten IACM-Informationen.) (1) THC und andere Cannabinoide verhinderten den durch Ceramid induzierten programmierten Zelltod (Apoptose) in Nervenzellen (Astrozyten). Dieser Effekt war durch den CB1-Rezeptor vermittelt. (Abstract von Teresa Gómez del Pulgar, et al.) (2) Pilotstudien mit einem Cannabisextrakt in Großbritannien mit zwei Patientinnen, die an chronischen Rückenschmerzen und Ischiasbeschwerden litten, sowie mit zwei weiblichen Multiple-Sklerose-Kranken zeigen die variable Ansprechbarkeit auf eine Behandlung mit Cannabis. Eine der Patientinnen mit Rückenschmerzen erzielte eine deutliche Verminderung der Schmerzen, während bei der anderen nur der Schlaf etwas verbessert wurde. Auch die beiden MS-Patientinnen zeigten deutliche Unterschiede hinsichtlich Nutzen und Nebenwirkungen. (Zwei Abstracts von William Notcutt, et al.) (3) Der Cannabinoidrezeptor-Antagonist SR141716 hat antidepressive Effekte in einem Tiermodell für Depressionen. Dabei wurden Mäuse mit einem Klebeband am Schwanzende aufgehängt und ihr Verhalten beobachtet. (Abstract von Richard E. Musty, et al.) (4) Endocannabinoide sind wichtig für die normale Nahrungsaufnahme von Neugeborenen, was durch den Antagonisten SR141716 gestört werden kann. Die Hemmung der Nahrungsaufnahme und des Wachstums durch den Antagonisten ist überwiegend ein Ergebnis einer spezifischen CB1-Rezeptorblockade. (Abstract von Ester Fride, et al.) (5) Die schmerzhemmenden Eigenschaften von THC (20 mg) und Morphin (30 mg) allein und in Kombination wurden an gesunden Probanden getestet. THC reduzierte den Schmerz in den Tests nicht signifikant. Eine geringe analgetische Wirkung wurde nur in Kombination mit Morphin beobachtet. (Abstract von Rudolf Brenneisen, et al.) (6) Die Aktivierung peripherer CB2-Rezeptoren verursacht eine Schmerzreduzierung von Wärmereizen. CB2-Rezeptoragonisten könnten vielversprechende Mittel zur Behandlung von Schmerzen sein, ohne zentrale CB1-vermittelte Wirkungen zu verursachen. (Abstract von T. Philip Malan, et al.) KORREKTUR: In den letzten IACM-Informationen wurde eine Studie von Hagenbach et al. vorgestellt. Irrtümlicherweise wurde angegeben, dass THC die Überaktivität des Blasenschließmuskels reduziert. Tatsächlich reduzierte THC die Überaktivität des Blasenmuskels (Detrusor). (Quelle: Programm und Kurzfassungen des ICRS-Symposiums zu Cannabinoiden im Jahr 2001) 3. Kurzmeldungen ***Kanada - Apotheker sind vorbereitet Die Apotheker von Alberta erklären, dass sie vorbereitet sind, Cannabis für medizinische Zwecke zu verteilen, wenn es einen Lieferanten gibt. "Wir würden dies genauso behandeln, wie jedes andere Medikament," erklärte Greg Eberhart von der Hochschule für Pharmazie in Alberta. Die Hochschule drängt seinen Berufsstand, sich mit richtigen Dosierungen, Nebenwirkungen und möglichen Wechselwirkungen zu befassen. (Quelle: Calgary Herald vom 19. Juli 2001) ***USA - Colorado/Kaiser Permanente Rechtsanwälte von Kaiser Permanente in Colorado haben ihren Ärzten vorläufig grünes Licht gegeben, die medizinische Verwendung von Cannabis für Patienten mit entsprechenden Voraussetzungen gutzuheißen. Die Ärzte haben in den letzten Wochen rechtlichen Rat von den Rechtsanwälten der Organisation erbeten, nachdem sie in Sorge waren, strafrechtlich verfolgt werden zu können. Nach den staatlichen Gesetzen müssen Ärzte offizielle Dokumente unterzeichnen und darin bestätigen, dass ihre Patienten von Marihuana profitieren könnten. Kaiser Permanente ist Amerikas größte gemeinnützige Organisation für Gesundheitspflege mit 8,1 Millionen Mitgliedern in mehreren Staaten. (Quellen: Denver Rocky Mountain News vom 7. Juli 2001, www.kaiserpermanente.org) ***Großbritannien - Umfrage zu Cannabis Eine am 8. Juli veröffentlichte Umfrage ergab, dass eine wachsende Zahl von Briten die Legalisierung von Cannabis befürwortet. Die Umfrage für die Zeitung Independent on Sunday berichtete, dass 37 Prozent der Briten für eine Legalisierung der Droge waren gegenüber 51, die dies ablehnen. Im Jahre 1996 waren 66 Prozent dagegen und 26 Prozent dafür. Die Umfrage wurde zwei Tage nachdem Peter Lilley, ein Vertreter des rechten Flügels der Konservativen, der Mitglied der Kabinette der früheren Premierminister von Margaret Thatcher und John Major erklärte, Cannabis sollte legalisiert werden. (Quelle: Reuters vom 7. Juli 2001). 4. VOR EINEM JAHR: - Deutschland: Ablehnung von Anträgen zur medizinischen Verwendung von Cannabis durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte - Wissenschaft/USA: Verwendung von Marihuana und THC ist sicher bei AIDS-Patienten unter Protease-Hemmern VOR ZWEI JAHREN: - Großbritannien: Freispruch für einen Mann, der Cannabis an Kranke abgegeben hat - Kanada: Suchtexperte unterstützt die medizinische Verwendung von Marihuana --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 4. August 2001 --------------------------------------------------------------- * Kanada: Neue Regelungen zur medizinischen Verwendung von Marihuana treten in Kraft * Wissenschaft: Studie mit gerauchtem Cannabis durch kanadische Regierung gefördert 1. Kanada: Neue Regelungen zur medizinischen Verwendung von Marihuana treten in Kraft Kanadier, die an tödlichen oder chronischen Erkrankungen leiden, können entsprechend neuer Regelungen, die am 30. Juli in Kraft traten, legal Cannabis anbauen und rauchen oder jemanden bestimmen, der ihn für sie anbaut. Ungefähr 300 Patienten sind gegenwärtig vom allgemeinen Cannabisverbot ausgenommen. Mehr als 500 neue Anträge sind anhängig und weitere werden erwartet. Die neuen Regelungen erlauben den Cannabisbesitz für (1) tödlich Erkrankte mit einer Sterbeprognose von weniger als einem Jahr, (2) solche mit Symptomen im Zusammenhang mit spezifischen ernsthaften Erkrankungen, darunter schwere Arthritis, Krebs, HIV/AIDS, Epilepsie und multiple Sklerose, und (3) solche mit anderen Erkrankungen, die Bescheinigungen von zwei Ärzten haben, dass konventionelle Behandlungen erfolglos waren. Die Regelungen enthalten eine von der Regierung genehmigte Versorgung mit Marihuana, das zur Zeit in einer ehemaligen Kupfermine in Nord-Manitoba angebaut wird. Die erste Marihuanaernte wird in diesem Herbst erwartet. Es wird durch die Regierung an geeignete Patienten verteilt und zur Erforschung der therapeutischen Effekte verwendet. Die neuen Regelungen wurden entwickelt, nachdem im letzten Jahr ein Gerichtsurteil der Regierung bis zum 31. Juli Zeit gab, einen Weg zu entwickeln, der Menschen, die Marihuana zu medizinischen Zwecken benötigen, einen legalen Zugang ermöglicht. (Quelle: Associated Press vom 30. Juli 2001) 2. Wissenschaft: Studie mit gerauchtem Cannabis durch kanadische Regierung gefördert Gesundheitsminister Allan Rock and Dr. Alan Bernstein, Präsident der kanadischen Institute für Gesundheitsforschung, kündigten am 26. Juli eine Regierungsförderung in Höhe von 235.000 kanadischen Dollar zur Finanzierung eine klinischen Studie an, die die therapeutische Verwendung von Cannabis untersuchen soll. Es handelt sich um die erste klinische Studie zur medizinischen Nutzung von Marihuana, die vom kanadischen Gesundheitsministerium unterstützt wird. Forscher am Schmerzzentrum der McGill-Universität werden die einjährige Pilotstudie mit gerauchtem Cannabis bei chronischem neuropathischen Schmerz am Allgemeinen Krankenhaus von Montreal durchführen. Während bereits andere Studien die Wirkungen von Cannabisbestandteilen auf den Schmerz untersucht haben, wird diese die erste Studie sein, bei der die Teilnehmer die Substanz ambulant verwenden. "Das McGill-Schmerzzentrum hat die Studie entwickelt, um so gut wie möglich die realen Bedingungen widerzuspiegeln, unter denen Patienten gegenwärtig Cannabis verwenden können," erklärte der leitende Forscher Dr. Mark Ware, Assistenzprofessor für Anästhesie an der McGill-Universität. (Quelle: CNN Newswire via COMTEX vom 26. Juli 2001) 3. Kurzmeldungen ***Wissenschaft - Studie bei Langzeitnutzern Vier Empfänger von medizinischem Marihuana durch die US-Bundesregierung wurden hinsichtlich der gesundheitlichen Wirkungen ihres langzeitigen Cannabiskonsums untersucht. Geringe Veränderungen der Lungenfunktion wurden bei zwei der vier gefunden. Keine anderen negativen Auswirkungen wurden festgestellt. Die Studie wurde geleitet von Dr. Ethan Russo, Montana, und Mary Lynn Mathre, Krankenschwester aus Virginia. Die Ergebnisse werden im Januar 2002 im Journal of Cannabis Therapeutics veröffentlicht. ***Wissenschaft - Beeinflussung von FAAH Das Enzym Fettsäureamidhydrolase (FAAH) spielt eine wichtige Rolle beim Abbau des Endocannabinoids Anandamid. Die Abnahme der FAAH-Spiegel führt zu einer Zunahme der Anandamid-Spiegel, was in möglichen therapeutischen Effekten resultiert, beispielsweise Schmerzlinderung. Daher könnte die Beeinflussung des FAAH-Spiegels zu therapeutischen Zwecken von Interesse sein. (Cravatt BF, et al. Proc Natl Acad Sci U S A 2001;98(16):9371-9376) ***USA - Studie des Kreises San Mateo Bisher hat nur ein AIDS-Patient die strikten Kriterien erfüllt, die eingehalten werden müssen, um in eine Studie des Kreises San Mateo aufgenommen zu werden. Der Kreis hat vor drei Wochen mit der Rekrutierung in seine Pionierstudie für die medizinische Verwendung von Marihuana begonnen, nachdem das Cannabis von der Bundesfarm in Mississippi angekommen war. (Quelle: Contra Costa Times vom 25. Juli 2001) ***Wissenschaft - Opiatentzug Befunde einer Studie mit Mäusen legen nahe, dass Morphinabhängigkeit zur Heraufregulierung von Cannabinoid-CB1-Rezeptoren führt. Daher könnten CB1-Rezeptoragonisten ein Potenzial als Medikamente für Symptome beim Opiatentzug haben. (Quelle: Yamaguchi T, et al. Brain Res 2001;909(1-2):121-126) ***Wissenschaft - Gehirntumoren Die lokale Gabe eines selektiven CB2-Rezptoragonisten induzierte bei Mäusen einen beachtlichem Rückgang von bösartigen Gliomen. Diese Ergebnisse unterstützen einen therapeutischen Ansatz für die Behandlung dieses Gehirntumors ohne psychotrope Nebenwirkungen. (Quelle: Sanchez C, et al. Cancer Res 2001;61(15):5784-5789) ***Wissenschaft - Amyotrophe Lateralsklerose Cannabis hat viele Eigenschaften, die bei der Behandlung der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) genutzt werden könnten. Diese umfassen Schmerzlinderung, Muskelentspannung, Bronchienerweiterung, Verminderung des Speichelflusses, Appetitanregung und Nervenschutz. (Quelle: Carter GT, Rosen BS. Am J Hosp Palliat Care 2001;18(4):264-270) ***Wissenschaft - Wirkungen auf die Durchblutung Cannabinoide verursachen bei Ratten eine Erweiterung der Herzkranzgefäße und der Hirnarterien über eine direkte Aktivierung von Cannabinoid-CB1-Rezeptoren in den Blutgefäßen. (Quelle: Wagner JA, et al. Eur J Pharmacol 2001;423(2-3):203-210) ***Großbritannien - Entkriminalisierung Eine Umfrage der BBC zeigte, dass mindestens 81 Mitglieder des Parlaments der Labourpartei bereit sind, für die Entkriminalisierung von Cannabis zu stimmen, wenn dies von der königlichen Kommission so empfohlen würde, gegenüber 31, die erklärten, dagegen zu stimmen. (Quelle: PA News vom 19. Juli 2001) 4. VOR EINEM JAHR: - IACM: Erstes Treffen bei der Biorohstoff Hanf im September - Kanada: Der höchste Gerichtshof von Ontario nennt Marihuana-Gesetzgebung verfassungswidrig - Deutschland: Vier Tage Biorohstoff Hanf mit einem Tag zu den Cannabinoiden - Wissenschaft: Erhöhte Spiegel von Endocannabinoiden im Globus pallidus assoziiert mit Bewegungsabnahme in einem Tiermodell der Parkinson-Krankheit VOR ZWEI JAHREN: - Wissenschaft: Art der Strafe hat nur einen geringen Effekt auf Cannabiskonsum ( Mehr im Archiv der IACM-Informationen: http://www.cannabis-med.org ) Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e. V. (IACM) Arnimstraße 1A D-50825 Köln Deutschland Tel: +49 (0)221-9543 9229 Fax: +49 (0)221-130 05 91 E-Mail: info@cannabis-med.org http://www.cannabis-med.org Wenn Sie aus der Mailing-Liste der IACM-Informationen gestrichen werden möchten, wenn sie hinzugefügt werden oder ihre E-Mail-Adresse ändern möchten, tragen Sie sich bitte entsprechend auf der Seite www.cannabis-med.org ein. Sie können zwischen verschiedenen Sprachen wählen (englisch, deutsch, französisch, holländisch, italienisch und spanisch). --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 18. August 2001 --------------------------------------------------------------- >> Das Programm des Kongresses unter www.Berlin2001.org << * Kanada: GW Pharmaceuticals beginnt klinische Studien in Kanada 1. Kanada: GW Pharmaceuticals beginnt klinische Studien in Kanada GW Pharmaceuticals, eine britische Firma, die Medikamente auf Cannabisbasis zur Schmerzlinderung entwickelt, erklärte am 14. August, es werde mit klinischen Studien in Kanada beginnen. Die Phase II-Studie wird unter der Leitung von Dr. Daniel DeForge vom Rehabilitationszentrum der Krankenhauses von Ottawa durchgeführt. Sie wird Patienten mit multiple Sklerose, Querschnittslähmung und anderen Formen chronischer Schmerzen umfassen. Weltweit entwickeln zwei Institutionen Medikamente auf Cannabisbasis mit dem Ziel der Zulassung als Arzneimittel. Das Institut für onkologische und immunologische Forschung, ein Forschungsinstitut für Pflanzenheilmittel aus Berlin, begann 1999 mit Phase II/III-Studien mit Kapseln, die einen standardisierten Cannabisextrakt enthielten. Klinische Studien werden durchgeführt oder wurden abgeschlossen in Deutschland, Holland, Schweiz und Großbritannien. Das Institut beabsichtigt, die Medikamentenentwicklung mit Cannabis bis zu einem bestimmten Punkt voranzutreiben und dann in Lizenzverhandlungen mit einer pharmazeutischen Firma einzutreten. GW Pharmaceuticals, eine Firma mit Sitz in Salisbury, begann 2000 mit Phase II-Studien mit Sprays, die einen standardisierten Cannabisextrakt enthalten und unter die Zunge gesprüht werden. Sie will ebenfalls ihre Studien auf andere Länder ausweiten. (Quellen: Reuters vom 14. August 2001, PA News vom 14. August 2001, persönliche Mitteilungen) 2. Kurzmeldungen ***Jamaika - Regierungskommission für Legalisierung Ein Bericht einer Regierungskommission, der am 16. August vorgestellt wurde, empfiehlt die Legalisierung von Cannabis zum privaten Konsum und den legalen Besitz kleiner Mengen der Droge durch Erwachsene. Der Bericht der Nationalen Kommission für Ganja argumentiert, dass ein mäßiger Konsum bei den meisten Konsumenten keine kurz- oder langzeitigen gesundheitlichen Auswirkungen habe. "MarihuanasAnsehen bei den Menschen als Allheilmittel und spirituell steigernde Substanz ist so stark, dass es als kulturell fest verwurzelt angesehen werden muss," heißt es im Bericht. (Quellen: AP vom 16. und 17. August 2001) ***Wissenschaft - Schmerzen Tierforschung zeigt, dass Cannabinoide, die an den CB1-Cannabinoidrezeptor binden, auf einen Teil des Gehirns (genannt: nucleus reticularis gigantocellularis pars alpha, GiA) wirken, der wichtig für die Linderung neuropathischer Schmerzen ist. (Quelle: Monhemius R, et al. Brain Res 2001 Jul 10;908(1):67-74) ***Deutschland - Krankenversicherungen Deutsche Krankenversicherer können sich weigern, eine Behandlung mit Dronabinol (THC), das ärztlich verschrieben wurde, zu bezahlen. So urteilte ein Richter eines Sozialgerichtes am 9. August zu Ungunsten eines Patienten mit multiple Sklerose aus Mannheim. Dem Patienten, der bereits versucht hatte, mit einer Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht einen legalen Zugang zu Cannabis zu erhalten, wurde die Erstattung der Behandlungskosten mit Dronabinol verweigert. Eine Behandlung mit Dronabinol ist in Deutschland etwa zehnmal so teuer wie eine Behandlung mit illegalem Cannabis. (Quelle: persönliche Mitteilung) ***USA - Oregon verschärft Regelungen Am 10. August hat Oregon die Regelungen, die Ärzte nach dem staatlichen Marihuanagesetz befolgen müssen, verschärft, nachdem sie festgestellt hatten, dass ein einziger Arzt 40 Prozent aller Marihuana-Anträge des Landes unterzeichnet hatte. Nach den neuen Regelungen muss ein Arzt, der eine schriftliche Stellungnahme zugunsten eines Antragstellers ausfüllt, eine aktuelle Patienten-Kartei pflegen sowie einen Behandlungsplan entwickeln und durchführen. Die strengeren Regelungen werden nur auf laufende und zukünftige Anträge angewandt. (Quelle: Seattle Times vom 11. August 2001) ***IACM - Häufig gestellte Fragen Alle zwei Wochen finden Sie auf der Internetseite der IACM eine neue Antwort auf eine häufig gestellte Frage unter "Frag die IACM". Themen, die bereits online sind, umfassen Schwangerschaft, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Asthma, Chromosomenschäden, Herzinfarkt, männliche Fruchtbarkeit, Migräne, Cannabistinktur und Alzheimersche Erkrankung. Als nächstes kommen: Urintests, Risiken des Cannabisrauchens. ***Wissenschaft - Augeninnendruck THC verringert den Augeninnendruck. Dieser Effekt wurde deutlich durch eine lokale Vorbehandlung mit Indometacin abgeschwächt, was nahe legt, dass THC den Augeninnendruck zumindest zum Teil durch einen Prostaglandin-abhängigen Prozess beeinflusst. Indometacin ist ein nicht-steoridaler Entzündungshemmer, und es ist bereits bekannt, dass er die psychischen Effekte und die durch THC verursachte Herzfrequenzsteigerung vermindert. (Quelle: Green K, et al. Ophthalmic Res 2001 Jul-Aug;33(4):217-20) ***Wissenschaft - Cannabinoidrezeptoren Cannabinoidrezeptoren wurden bei Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Fischen, Seeigeln, Egeln, Muscheln und Hydra-Polypen gefunden, aber sie scheinen nicht bei Insekten vorzukommen. (Quelle: McPartland J, et al. J Comp Neurol 2001 Aug 6;436(4):423-9) 3. VOR EINEM JAHR: - USA: Juristische Auseinandersetzung um die Öffnung der Oakland Cannabis Buyers Cooperative - Belgien: Seminar zu Marihuana im Parlament VOR ZWEI JAHREN: - USA: Apothekerverband von Nevada möchte Umgang mit medizinischer Verwendung von Marihuana untersuchen lassen - Großbritannien: Parteivorsitzender und zwei führende schottische Kirchenvertreter fordern Diskussion über Drogengesetzgebung --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 1. September 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft: Cannabis weniger wirksam gegen Erbrechen als Serotonin-Antagonisten 1. Wissenschaft: Cannabis weniger wirksam gegen Erbrechen als Serotonin-Antagonisten In einer experimentellen Studie mit 13 gesunden Freiwilligen war gerauchtes Cannabis wirksam bei der Reduzierung von Übelkeit und Erbrechen, aber der 5-HT3-(Serotonin-) Antagonist Ondansetron war deutlich wirksamer. Die Studie am psychiatrischen Institut der Universität Chicago verglich die brechreizhemmende Wirkung von gerauchten Marihuanazigaretten, die 8,4 und 16,9 mg THC enthielten, mit der von 8 mg Ondansetron. Übelkeit und Erbrechen waren durch Ipecacuanha-Sirup ausgelöst worden. Marihuana reduzierte signifikant den Grad der Übelkeit und reduzierte leicht die Häufigkeit von Erbrechen verglichen mit Plazebo. Ondansetron beseitigte die brechreizauslösenden Wirkungen von Ipecacuanha vollständig. Diese Befunde unterstützen und ergänzen frühere Befunde, die zeigen, dass gerauchtes Cannabis Übelkeitsgefühle verringert und auch das Erbrechen reduziert. Allerdings wurden seine Wirkungen als mäßig im Vergleich zu dem hochwirksamen brechreizhemmenden Medikament Ondansetron eingestuft. Ipecacuanha ist ein Pflanzenextrakt, der nach oraler Einnahme im Allgemeinen innerhalb von 15 bis 20 Minuten Erbrechen verursacht. Er wird in der Medizin verwendet, um bei Vergiftungen das Gift aus dem Magen zu entfernen. (Quelle: Soderpalm AH, et al. Antiemetic efficacy of smoked marijuana. Subjective and behavioral effects on nausea induced by syrup of ipecac. Pharmacol Biochem Behav 2001 Jul;69(3-4):343-350) 2. Kurzmeldungen ***Wissenschaft - Zwei Umfragen Die deutsche ACM führt in Zusammenarbeit mit dem Institut für onkologische und immunologische Forschung in Berlin eine anonyme Umfrage zur medizinischen Verwendung von Cannabis und Dronabinol durch. Der Fragebogen ist nur in deutsch erhältlich. Dr. Ethan Russo führt eine anonyme Umfrage zur Verwendung von Cannabisprodukten bei Migräne/Kopfschmerzen durch. Dieser Fragebogen ist nur in Englisch verfügbar. Die Fragebögen sind erhältlich unter: www.cannabis-med.org/german/fragebogen.htm www.cannabis-med.org/english/questionnaire.htm ***Wissenschaft - Hyperalgesie Cannabinoide lindern Hyperalgesie, die durch Injektionen von Capsaicin in die Fußsohlen von Ratten ausgelöst wurde, durch rückenmarksbezogene und periphere Mechanismen. Die Studie zeigt, dass Cannabinoide antihyperalgetische Eigenschaften besitzen, in Dosen, die allein keine Schmerzlinderung verursachen. (Quelle: Johanek LM, et al. Pain 2001 Sep;93(3):303-315) ***USA - Neuer Chef der DEA Der neue Chef der US-Drogenkontrollbehörde DEA (Drug Enforcement Administration), Asa Hutchinson, erklärte am 20. August, dass er bestrebt sei, das Verbot der medizinischen Verwendung von Cannabis durchzusetzen. An seinem ersten offiziellen Arbeitstag erklärte er vor Journalisten, dass die wissenschaftlichen und medizinischen Organisationen bisher festgestellt hätten, dass es keine legitime medizinische Verwendung für Marihuana gäbe. (Quellen: Associated Press vom 20. und 21. August 2001) ***USA - Zunehmende Unterstützung für Legalisierung Nach einer Umfrage von USA Today, CNN und Gallup hat die Unterstützung für die Legalisierung von Marihuana das höchste Niveau erreicht, seit diese Frage 1969 zum ersten Mal gestellt wurde. Die Umfrage ermittelte 34 % für eine Legalisierung von Marihuana und 62 % dagegen. Die Unterstützung für eine Legalisierung war am höchsten bei den 18- bis 49-Jährigen und Menschen aus dem Westen. Die Ablehnung war am größten bei den Älteren. Eltern mit Kindern unter 18 Jahren hatten ähnliche Einstellungen wie andere. (Quelle: USA Today vom 23. August 2001) ***USA - Nevada Ein vom Staat organisiertes medizinisches Marihuanaprogramm, das Patienten erlaubt, die Droge anzubauen und zu verwenden, wird am 1. Oktober beginnen, nach einstimmiger Annahme von Bestimmungen durch die zuständigen Behörden am 30. August. Nach dem staatlichen Gesetz dürfen Patienten mit einer entsprechenden Erlaubnis kleine Mengen Cannabis für den persönlichen Bedarf zuhause anbauen. (Quelle: Las Vegas Review-Journal vom 31. August 2001) ***Argentinien - Cortese zur medizinischen Verwendung Lorenzo Cortese, Chef der Drogenkontrollbehörde, ist offen für die medizinische Verwendung von Cannabis. "Wenn es einen wissenschaftlichen Konsens zu den nützlichen Wirkungen der Verwendung von Marihuana bei Patienten mit tödlichen Erkrankungen gibt, so gibt es keinen Zweifel, dass dies die Legalisierung erzwingen würde," erklärte er. Er fügte hinzu, dass dieses Thema ähnlich behandelt werden sollte wie die medizinische Verwendung von Opiaten, erklärte jedoch, dass die Ergebnisse von Studien zur therapeutischen Wirksamkeit von Cannabis bisher nicht eindeutig seien. (Quelle: La Nación vom 27. August 2001) ***USA - Hawaii Mehr als 200 Patienten dürfen bisher Marihuana für medizinische Zwecke verwenden. Vor über einem Jahr wurde die medizinische Verwendung von Cannabis in Hawaii legalisiert. Aber die medizinische Gesellschaft von Hawaii lehnt die Verschreibung von Cannabis ab, da Ärzten, die es empfehlen, Strafverfolgung durch die Bundesbehörden droht. (Quelle: U-WIRE via COMTEX vom 28. August 2001) 3. VOR EINEM JAHR: - USA: Zentrum für medizinische Cannabisforschung an der Universität von Kalifornien - Wissenschaft: THC-Abkömmling CT-3 sicher in klinischer Phase-I-Studie - USA: Oberster Gerichtshof stoppt die Verteilung von Marihuana in Kalifornien VOR ZWEI JAHREN: - Holland: Einrichtung einer Cannabisagentur für Forschungszwecke - Schweiz: Fünf Varianten für ein neues Betäubungsmittelgesetz in der Diskussion --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 15. September 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft/Großbritannien: 77 Prozent zeigten Linderung in Schmerzstudien von GW * Wissenschaft/Großbritannien: 200 Patienten in Multiple-Sklerose-Studie des MRC aufgenommen 1. Wissenschaft/Großbritannien: 77 Prozent zeigten Linderung in Schmerzstudien von GW GW Pharmaceuticals erklärte am 10. September, dass sein Cannabis-Spray in klinischen Studien 77 Prozent der Patienten mit chronischen Schmerzen signifikanten Nutzen gebracht hätte. 41 der ersten 53 Patienten, die in die Phase I- and Phase II-Studien aufgenommen worden seien, hätten einen statistisch signifikanten Nutzen erfahren, darunter verminderte Schmerzen, verbesserter Schlaf und Linderung der Gesamtsymptomatik. Nebenwirkungen, darunter Kopfschmerzen und Übelkeit, waren "voraussagbar und im Allgemeinen gut toleriert," fügte die Studie hinzu. Einige Patienten wurden berauscht, aber im Allgemeinen erlaubte die Möglichkeit, die Dosierung mit dem Spraymechanismus zu kontrollieren, den Anwendern, eine Balance zwischen der Schmerzreduzierung und psychischen Effekten zu finden. Die Ergebnisse der Studien an drei Zentren in Großbritannien (Oxford, Great Yarmouth und London) wurden beim Treffen der Amerikanischen Akademie für Schmerzmanagement in Arlington vorgestellt. Dr. William Notcutt vom James Paget Hospital in Great Yarmouth in Ostengland skizzierte vielversprechende Ergebnisse einer dieser Studien am 3. September bei einem Kongress der britischen Gesellschaft für Fortschritte in der Wissenschaft in Glasgow (Schottland). Er beobachtete 23 Personen mit nicht therapierbaren Schmerzen über mehr als ein Jahr. Nur einer der Patienten profitierte nicht vom Cannabis-Spray, der unter die Zunge eingenommen wird, und zwei andere hörten wegen Nebenwirkungen auf. (Quellen: Reuters vom 3. und 10. September 2001, Financial Times vom 4. September 2001) 2. Wissenschaft/Großbritannien: 200 Patienten in Multiple-Sklerose-Studie des MRC aufgenommen Am 6. September wurde bekannt gegeben, dass sich zweihundert Personen für die erste große britische Studie zur Wirkung von Cannabis bei multipler Sklerose angemeldet haben. Das Forschungsvorhaben wird mit 1,2 Millionen Pfund (etwa 3,8 Millionen DM) vom Medical Research Council (MRC) gefördert. Das Studienprotokoll wurde von der Königlichen Pharmazeutischen Gesellschaft von Großbritannien entwickelt. Dr. John Zajicek von Derriford Krankenhaus in Plymouth leitet das Projekt. Im Januar 2001 wurden die ersten Personen in Plymouth rekrutiert, und im Juni wurde die Studie national ausgedehnt. Insgesamt werden 660 Personen in dem dreijährigen Programm benötigt, das insgesamt 38 Krankenhäuser in Großbritannien einbeziehen wird. Patienten erhalten zufällig eines von drei Präparaten, Kapseln mit Cannabisextrakt, THC-Kapseln (Marinol) oder Plazebokapseln. Ergebnisse werden im Sommer 2003 erwartet. (Quelle: PA News vom 6. September 2001) 3. Kurzmeldungen ***Wissenschaft - Nervenschutz THC war nervenschützend bei Ratten, die die giftige Substanz Ouabain erhalten hatten. Mit THC behandelte Tiere zeigten in der akuten Phase ein um 22 % reduziertes Ödemvolumen und nach 7 Tagen um 36 % reduzierte Nervenschäden. Die Wirkung war nicht über den CB1-Rezeptor vermittelt. (Quelle: van der Stelt, et al. J Neurosci 2001 Sep 1;21(17):6475-6479) ***Wissenschaft . Antitumor-Wirkungen Ein synthetischer nicht-psychotroper Abkömmling des THC-Stoffwechselproduktes THC-CCOH zeigte bei Mäusen Antitumorwirkungen. Ajulämische Säure (CT3) hemmte das Wachstum von unter die Haut implantierten menschlichen Gliomzellen, indem es vor allem über CB2-Rezeptoren wirkte. In vitro war ajulämische Säure etwa halb so wirksam wie THC bei der Hemmung des Tumorwachstums gegen eine Anzahl von Krebszelllinien. Allerdings dauerte seine Wirkung länger an. (Quelle: Recht LD, et al. Biochem Pharmacol 2001 Sep 15;62(6):755-763) ***Wissenschaft - Unterscheidung der Verwendung 11-COOH-THCV (11-nor-Delta-9-Tetrahydrocannabivarin-9-carboxylsäure), ein wichtiges Stoffwechselprodukt von Delta-9-Tetrahydrocannabivarin (THCV), wurde im Urin von Cannabiskonsumenten nachgewiesen, jedoch nicht bei Verwendern von Marinol (THC). Daher zeigt die Identifizierung von 11-COOH-THCV die Verwendung oder die Aufnahme von natürlichen Cannabisprodukten an. THCV ist eines der 9 bekannten Cannabinoide des THC-Typs. (Quelle: ElSohly et al. J Anal Toxicol 2001 Sep;25(6):476-480) ***Wissenschaft - Schizotypische Merkmale Die Beziehung zwischen Cannabiskonsum und schizotypischen Merkmalen wurde bei 20 gesunden Cannabiskonsumenten und 20 Kontrollen untersucht. Alle waren Studenten an der Universität Hamburg. Cannabiskonsumenten wiesen höhere scizotypische Punktzahlen auf. Schizotypische Personen scheinen wahrscheinlicher Cannabis zu konsumieren als die allgemeine Bevölkerung. (Quelle: Mass R, et al. Psychopathology 2001 Jul;34(4):209-214) 4. VOR EINEM JAHR: - USA: Bundesrichter entschied, dass kalifornische Ärzte Marihuana empfehlen dürfen - Kanada: Minister kündigt neue Herangehensweise bei der medizinischen Verwendung von Cannabis an VOR ZWEI JAHREN: - USA: Bundes-Berufungsgericht öffnet Tür für legale medizinische Verwendung von Cannabis - Schweiz: MS Gesellschaft für legale medizinische Verwendung von Cannabis --------------------------------------------------------------- IACM-Informationen vom 29. September 2001 --------------------------------------------------------------- * Wissenschaft: Cannabis und THC verbessern die Blasenfunktion bei MS und Querschnittslähmung 1. Wissenschaft: Cannabis und THC verbessern die Blasenfunktion bei MS und Querschnittslähmung Vorläufige Ergebnisse klinischer Forschung, die in Großbritannien und der Schweiz durchgeführt wurde, zeigt, dass Cannabis und THC in der Lage sind, die Hyperaktivität der Blase bei Patienten mit multipler Sklerose und Querschnittserkrankung zu reduzieren. Die schweizerische Studie, die am REHAB in Basel unter der Leitung von Dr. Ulrike Hagenbach durchgeführt wird, umfasst 15 Patienten mit spastischer Querschnittslähmung, die orales oder rektales THC erhielten. Verglichen mit Placebo fand sich eine Verbesserung einiger Parameter der Blasenaktivität, z.B. die maximale Kapazität der Blase (MCC, maximum cystometric capacity). Die Britische Studie, die am Nationalen Krankenhaus für Neurologie und Neurochirurgie in London unter der Leitung von Dr. Ciaran Brady und Prof. Clare Fowler durchgeführt wird, schließt Patienten mit fortgeschrittener multipler Sklerose und Problemen mit der Blasenfunktion ein, die einen Cannabis-Spray unter die Zunge erhielten. Frühe Ergebnisse von 10 auswertbaren Patienten wurden der Gesellschaft britischer Neurologen präsentiert. Die maximale Kapazität der Blase nahm zu und die Häufigkeit, mit der die Blase während des Tages und in der Nacht geleert werden musste, nahm ab. Einzelheiten der Forschungsergebnisse werden beim bevorstehenden Kongress der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin vom 26.-27. Oktober in Berlin präsentiert (). (Quellen: Pressemitteilung der britischen Stiftung für medizinische Cannabisforschung vom 26. September 2001, Kurzfassungen der Vorträge von Ciaran Brady und Ulrike Hagenbach zum IACM-Kongress in Berlin) 2.