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IACM-Informationen vom 22. August 2015

Wissenschaft/Mensch: Gemäß einem Fallbericht sprach ein lebensbedrohliches Angioödem auf Cannabis an

Ein 27 Jahre alter Mann, der seit dem 19. Lebensjahr an wiederkehrenden Episoden eines Angioödems litt, sprach gut auf eine Behandlung mit Cannabis an. Das berichteten Forscher der Ben-Gurion Universität der Negev in Beersheba (Israel) in der Zeitschrift Case Reports in Immunology. Zunächst sprach der Patient gut auf Steroide und Antihistaminika an. Allerdings führten mehrere Versuche, die Medikamente abzusetzen, zu Rückfällen. In den letzten Monaten vor der Verschreibung von Cannabis hatte die Häufigkeit und Schwere der Attacken zugenommen.

Der Patient hatte angegeben, dass er gelegentlich Cannabis konsumiere, und dass er während dieser Perioden keine Anfälle hatte. Die Ärzte entschieden, inhaliertes Cannabis auszuprobieren. Das führte zu einem vollständigen Ansprechen, und er war zwei Jahre lang symptomfrei. Ein Versuch, die inhalative Cannabisverwendung abzusetzen, führte innerhalb einer Woche zu einem Rückfall. Das Angioödem, auch Quincke-Ödem genannt, ist eine schnelle Schwellung (Ödem) der Haut, der Unterhautgewebe, der Schleimhaut und der Gewebe unter der Schleimhaut.

Frenkel A, Roy-Shapira A, Evgeni B, Leonid K, Borer A, Klein M. Life Threatening Idiopathic Recurrent Angioedema Responding to Cannabis. Case Reports Immunol 2015;2015:780824.

Kurzmeldungen

Indien: Gründung einer Gesellschaft zu medizinischem Cannabis
Die Medicinal Cannabis Foundation von Indien wurde kürzlich gegründet. Hier findet sich eine Pressemitteilung.

Wissenschaft/Mensch: Ein Cannabisextrakt reduzierte die Spastik bei multipler Sklerose
In einer klinischen Studie mit 44 Patienten mit multipler Sklerose, von denen die Hälfte den Cannabisextrakt Sativex und die andere Hälfte ein Placebo erhielten, war die Ansprechbarkeit hinsichtlich der modifizierten Ashworth-Skala (eine Verbesserung um mindestens 20 %) durch Sativex signifikant häufiger als durch das Placebo (50 % gegenüber 23,5 %). Die Ashworth-Skala erlaubt die objektive Messung der Spastik-Stärke.
Wissenschaftliches Institut des Krankenhauses San Raffaele, Mailand, Italien.
Leocani L, et al. J Neurol, 20. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD hemmt Anfälle, die durch Kokain verursacht werden
In einer Studie mit Mäusen schützte CBD vor Anfällen in einem Modell des Kokain-Rausches. Diese Wirkungen waren mit einer reduzierten Glutamat-Freisetzung verbunden. Die Autoren schrieben, dass "CBD weiter als eine Strategie für die Linderung der Giftigkeit von Psychostimulanzien untersucht werden sollte". Glutamat ist ein Nervenüberträgerstoff, der nach einer Hirnverletzung überaktiviert sein kann und selbst weitere Schäden verursacht.
Universidade Federal de Minas Gerais, Belo Horizonte, Brasilien.
Gobira PH, et al. Neurotoxicology, 14. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum war mit besseren kognitiven Fähigkeiten bei Patienten mit Psychosen assoziiert
In einer Studie mit 133 Patienten mit einer ersten Episode einer Psychose war Cannabiskonsum mit einer besseren Verarbeitungsgeschwindigkeit und einer besseren sozialen kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden.
Institut für Psychologie und Beratung, Universität La Trobe, Australien.
Arnold C, et al. Schizophr Res, 7. August 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Reduzierte Spermienzahl bei regelmäßigen Cannabiskonsumenten
In einer Studie mit 1215 jungen dänischen Männern im Alter von 18-28 Jahren war ein regelmäßiger Cannabiskonsum von mehr als einmal pro Woche mit einer um 28 % reduzierten Spermienkonzentration assoziiert. Cannabisraucher hatten zudem höhere Testosteron-Spiegel.
Universität von Kopenhagen, Dänemark.
Gundersen TD, et al. Am J Epidemiol, 16. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Drogenkonsum ist mit einer höheren Sterblichkeit bei Menschen mit psychischen Erkrankungen assoziiert
In einer Studie mit 41.470 Menschen mit Schizophrenie, 11.139 Menschen mit bipolarer Störung und 88.270 Menschen mit Depressionen war die Sterblichkeit bei Personen mit Substanzkonsumstörungen höher als bei Personen ohne Substanzkonsum, besonders bei Menschen, die Alkohol und andere harte Drogen konsumierten. Es gab auch eine leichte Erhöhung der Sterblichkeit bei Cannabiskonsumenten.
Zentrum für seelische Gesundheit, Universitätskliniken Kopenhagen, Dänemark.
Hjorthøj C, et al. Lancet Psychiatry, 12. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Endocannabinoide sind bei der Entwicklung von Fieber beteiligt
Neue Forschung legt nahe, dass Endocannabinoide an den Fieber verursachenden Wirkungen bestimmter Zytokine, wie beispielsweise Tumor-Nekrose-Faktor-Alpha, beteiligt sind.
Universität von Sao Paulo, Ribeirão Preto, Brasilien.
Fraga D, et al. Brain Behav Immun, 17. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Fasten stimuliert die Synthese des Endocannabinoids 2-AG im Darm
In einer Studie mit Ratten stimulierte Nahrungsentzug die Synthese von 2-AG, das durch die Aktivierung von CB1-Rezeptoren das Fressen fördern könnte.
Universität von Kalifornien, Riverside, medizinische Fakultät, USA.
DiPatrizio NV, et al. Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol, 19. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Endocannabinoide beugen kognitiven Defiziten durch Morphium vor
In einer Studie mit Ratten schützte ein synthetischer Hemmer der FAAH (Fettsäureamidhydrolase), der eine Zunahme des Endocannabinoid-Spiegels und damit eine verstärkte Aktivität von Endocannabinoiden verursacht, vor Toleranzbildung und Gedächtnisdefiziten durch eine chronische Verwendung von Morphium.
Bu Ali Sina Universität, Hamedan, Iran.
Hasanein P, et al. Behav Pharmacol, 13. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Keine gute Korrelation zwischen THC in der Mundflüssigkeit und dem Blut nach der Inhalation von Cannabis mit einem Vaporizer
In einer Studie mit gesunden Cannabisrauchern, die verschiedene Cannabis-Dosen durch Verwendung eines Verdampfers (Vaporizer) erhielten, gab es keine gute Korrelation zwischen der THC-Konzentration in der Mundflüssigkeit und im Blut.
Nationales Institut für den Drogenmissbrauch, Baltimore, USA.
Hartman RL, et al. Drug Test Anal, 10. August 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung des CB1-Rezeptors stimuliert die Bildung neuer Nervenzellen im Hippocampus
Mäuse, die das Antiepileptikum Valproinsäure erhielten, zeigten eine geringe Abnahme neuer Nervenzellen im Hippocampus, einer bestimmte Hirnregion. Wenn sie dieses Medikament zusammen mit einem synthetischen Cannabinoid (ACEA), das den CB1-Rezeptor aktiviert, einnahmen, so nahm die Zahl neugeborener Nervenzellen in dieser Hirnregion signifikant zu.
Institut für ländliche Gesundheit, Lublin, Polen.
Andres-Mach M, et al. Brain Res, 29. Juli 2015 [Im Druck]

Blick in die Vergangenheit

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Vor zwei Jahren

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