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IACM-Informationen vom 08. August 2015

Wissenschaft/Mensch: Jugendlicher Cannabiskonsum ist nach einer Langzeitstudie nicht mit späteren psychischen Gesundheitsproblemen assoziiert

Regelmäßiger Cannabiskonsum durch heranwachsende Jungen scheint nicht mit späteren körperlichen oder seelischen Gesundheitsproblemen, wie Depressionen, psychotischen Symptomen oder Asthma verbunden zu sein. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von Wissenschaftlern der Universität von Pittsburgh in Pennsylvania und der Rutgers-Universität in New Jersey (USA) veröffentlicht wurde. Sie begleiteten für ihre Studie, die in Psychology of Addictive Behaviors veröffentlicht wurde, 408 Männer von der Jugendzeit bis zum Alter von 36 Jahren.

"Was wir herausgefunden haben, war etwas überraschend", erklärte der leitende Forscher Dr. Jordan Bechtold, ein Psychologie-Forscher an der medizinischen Fakultät der Universität von Pittsburgh. "Es gab keine Unterschiede in den Ergebnissen der psychischen oder körperlichen Gesundheit, die wir gemessen haben, unabhängig von der Häufigkeit des Marihuana-Konsums während der Jugendzeit." Auf der Grundlage früherer Studien hatten sie erwartet, einen Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum als Teenager und der späteren Entwicklung von psychotischen Symptomen (Wahnvorstellungen, Halluzinationen, et cetera), Krebs, Asthma oder Atemproblemen zu finden, aber sie fanden keine. Die Studie fand auch keinen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum bei Heranwachsenden und Depressionen, Angst, Allergien, Kopfschmerzen oder Bluthochdruck. Diese Forschung war ein Teil der Pittsburgh Youth Study, die in den späten achtziger Jahren begann, 14 Jahre alte Schüler aus Pittsburgh zu begleiten, um verschiedene gesundheitliche und soziale Themen zu analysieren. Zwölf Jahre lang wurden die Teilnehmer jährlich oder halbjährlich befragt, und eine Folge-Umfrage mit 408 Teilnehmern wurde zwischen 2009 und 2010 durchgeführt, als sie 36 Jahre alt waren.

Bechtold J, Simpson T, White HR, Pardini D. Chronic Adolescent Marijuana Use as a Risk Factor for Physical and Mental Health Problems in Young Adult Men. Psychol Addict Behav, 3. August 2015 [im Druck]

Pressemitteilung der American Psychological Association vom 4. August 2015

Israel: Cannabis soll für die medizinische Verwendung in Apotheken verfügbar werden

Am 27. Juli 2015 kündigte der stellvertretende Minister für Gesundheit Yakov Litzman an, dass medizinischer Cannabis in Israel in Apotheken verfügbar sein werde, und dass mehr Ärzte die Erlaubnis haben werden, es zu verschreiben. "Es gibt bereits Apotheken, die alle Arten anderer Drogen, wie Morphium, vertreiben. Es gibt eine Ordnung bei jenem, und es wird eine Ordnung mit diesem geben", erklärte Litzman. "Es wird eine Registrierung geben, und wir werden sie überwachen, aber es wird nach einem Standard sein, wie bei einem Medikament.”

Die Vorsitzende des Komitees für Drogen- und Alkoholmissbrauch der Knesset, Tamar Zandberg, begrüßte die Ankündigung von Litzman. "Wir haben hier zum ersten Mal seit vielen Jahren sehr gute Neuigkeiten gehört", erklärte sie. “Dies sind bahnbrechende Neuigkeiten. Vielen Dank, dass Sie diese Prinzipien festgelegt haben. Ich denke, dass diese Neuigkeiten dringend notwendig waren."

Globes Israel business news vom 27. Juli 2015

Kurzmeldungen

Italien: Cannabisforschungsgruppe gegründet
Die SIRCA (Società Italiana Ricerca Cannabis), die italienische Cannbisforschungsgesellschaft, wurde kürzlich gegründet. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite von SIRCA

IACM: Film über Raphael Mechoulam und seine Arbeit online verfügbar
Der Film "The Scientist" (Der Wissenschaftler) über Dr. Raphael Mechoulam, Professor für Medizinische Chemie an der Hebräischen Universität von Jerusalem (Israel) von Zach Klein ist nun online verfügbar. Dr. Mechoulam ist der weltweit wohl bedeutendste Cannabisforscher und ein ehemaliger Vorsitzender der IACM.
Link zu The Scientist

Australien: Senatoren aus allen politischen Parteien wollen eine Gesetzesvorlage einbringen, die die medizinische Verwendung von Cannabis legalisieren würde
Ein Komitee, das aus Senatoren aller politischer Parteien besteht, wird deutlich empfehlen, dass das Parlament eine parteiübergreifende Gesetzesvorlage verabschieden sollte, die ein Regelwerk einrichten würde, das die medizinische Verwendung von Cannabis erlauben würde. Die Gesetzesvorlage würde die Bundesregierung verantwortlich für die Überwachung der Produktion, Verteilung und Verwendung der Droge machen. Die Gesetzesvorlage wurde im vergangenen November ins Parlament eingebracht und im Februar an ein Komitee übermittelt. Es wird erwartet, dass das Komitee in Kürze seinen Bericht veröffentlichen wird.
Sydney Morning Herald vom 26. Juli 2015

IACM: Richard (Rik) Musty ist verstorben
Wir haben die traurige Nachricht erhalten, dass Dr. Richard (Rik) E. Musty, emeritierter Professor, früherer Leiter des Instituts für Psychologie an der Universität von Vermont (USA) am 26. Juli 2015 verstorben ist. Dr. Musty war der erste Preisträger des IACM Special Award für besondere Verdienste um die Wiedereinführung von Cannabis als Medizin im Jahr 2005.

Wissenschaft/Mensch: Die Akzeptanz für medizinisches Cannabis durch Ärzte nimmt in Israel zu
Nach einer Umfrage mit 72 Ärzten hat die Akzeptanz des medizinischen Nutzens von Cannabis durch Ärzte in Israel zugenommen.
Zolotov Y, et al. IMAJ 2015;17:437–441

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum hatte keine Wirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit bei Patienten mit Psychosen
Eine Studie mit 1107 Patienten mit Psychosen ergab keine Beziehung zwischen dem Cannabiskonsum und der geistigen Leistungsfähigkeit.
Medizinische Fakultät Fremantle, Universität Notre Dame, Australien.
Power BD, et al. Schizophr Res, 30. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Die Ursache für den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Psychosen bleibt unklar
Die Ergebnisse einer neuen Studie stehen in Übereinstimmung mit beiden Hypothesen: der Theorie der Selbstmedikation, nach der Menschen mit Psychosen Symptome ihrer Erkrankung mit Cannabis behandeln, und der Hypothese der sekundären Psychose, die besagt, dass Cannabis Psychosen verursacht.
Hospital del Mar Medical Research Institute - Neurosciences, Psychiatry, Barcelona, Spanien.
Mané A, et al. Psychiatry Res, 28. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Häufigere psychotische Symptome bei Patienten mit ADHS werden nicht durch Cannabis verursacht
In einer Studie mit 7403 Teilnehmern gab es einen Zusammenhang zwischen stärkeren ADHS-Symptomen einerseits und Psychosen, Paranoia und Halluzinationen andererseits. Dieser Zusammenhang basierte auf einer gestörten Stimmung der ADHS-Patienten und wurde nicht durch die Verwendung von Amphetaminen, Kokain oder Cannabis verursacht.
Medizinische Fakultät, Universität von Warwick, Großbritannien.
Marwaha S, et al. Psychiatry Res, 28 Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung des CB2-Rezeptors könnte vor Entzündungen der Nieren schützen
Ein synthetisches Cannabinoid, das selektiv den Cannabinoid-2-Rezeptor aktiviert, schützte die Nieren vor Schäden durch eine reduzierte Blutversorgung.
Roche-Innovationszentrum, Basel, Schweiz.
Nettekoven M, et al. ChemMedChem, 21. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Blockade des GPR55-Rezeptor reduziert Darmentzündungen
In einem Mausmodell der Colitis reduzierte ein synthetischer Antagonist (CID16020046) am GPR55-Rezeptor Entzündungszeichen.
Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie, Medizinische Universität Graz, Österreich.
Stančić A, et al. Neurogastroenterol Motil, 30. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Zellen: Cannabidiol moduliert den CB1-Rezeptor
Das nicht psychotrope Pflanzencannabinoid Cannabidiol (CBD) ist ein allosterischer Modulator des Cannabinoid-1-Rezeptors (CB1-Rezeptor). Allosterische Regulation bedeutet, dass CBD an den CB1-Rezeptor an einer anderen Stelle als an der aktiven Stelle des Rezeptors bindet. Auf diese Weise blockiert CBD THC-Effekte am CB1-Rezeptor, wie zum Beispiel die Zunahme des Appetits oder psychische Wirkungen.
Abteilungen für Pharmakologie, Dalhousie-Universität, Halifax, Kanada.
Laprairie RB, et al. Br J Pharmacol, 27. Juli 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Die meisten Menschen mit Cannabiskonsumstörungen erfüllen nach drei Jahren nicht mehr die Kriterien einer solchen Störung
In einer Studie mit 444 Personen mit Cannabiskonsumstörungen erfüllten 67 % nach drei Jahren ohne eine Therapie nicht mehr die Kriterien einer solchen Störung.
Ariel-Universität, Israel.
Feingold D, et al. Addiction, 25. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Cannabinoide können zusammen mit bestimmten anderen Schmerzmitteln verwendet werden, um neuropathischen Schmerzen zu lindern
werden, um neuropathischen Schmerzen zu lindern
Eine neue Studie mit Mäusen legt nahe, dass eine Kombination aus einem Cannabinoid mit einem selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer eine nützliche Behandlungsoption für neuropathische Schmerzen darstellen könnte.
Medizinische Fakultät, Trakya-Universität, Edirne, Türkei.
Gunduz O, et al. EUR J Pain, 24. Juli 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Das Endocannabinoid 2-AG ist in einem Mausmodell des Morbus Parkinson nervenschützend
Erhöhte Spiegel des Endocannabinoids 2-AG wirken in einem Mausmodell des Morbus Parkinson nervenschützend. Die Autoren schrieben, dass das Endocannabinoidsystem "einen natürlichen Verteidigungsmechanismus gegen Entzündungen bietet, dessen Verstärkung einen therapeutischen Nutzen bringen könnte".
Institut für Medizinische Wissenschaften, Universität von Aberdeen, Großbritannien.
Mounsey RB, et al. Exp Neurol, 2. August 2015 [im Druck]

Neues Buch: Casarett, David. Stoned: A Doctor's Case for Medical Marijuana. 2015.
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Erklärung der Menschenrechte für den medizinischen Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden

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