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IACM-Informationen vom 25. Juli 2015

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum verbesserte das Therapieergebnis bei Patienten, die wegen einer Opiatabhängigkeit behandelt wurden

Die Stärke des Opiatentzugs wurde durch THC (Dronabinol) reduziert, und Patienten, die Cannabis verwendeten, hatten ein besseres Therapieergebnis. Dies ist das Ergebnis einer Studie mit 60 Opiatabhängigen, die von Wissenschaftlern der Columbia Universität in New York durchgeführt wurde. Opiatabhängige Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt, die unter doppelblinden Bedingungen entweder täglich 30 mg THC (n=40) oder ein Placebo (n=20) erhielten, während sie in einer Klinik entgiftet wurden. THC oder Placebo wurden während des Klinikaufenthaltes und fünf Wochen lang danach gegeben.

Die Stärke des Opiatentzugs war im Vergleich zur Placebogruppe während des Klinikaufenthaltes in der THC-Gruppe niedriger. Der Anteil der erfolgreichen Beendigung der Behandlung (THC 35 %, Placebo 35 %) unterschied sich nicht signifikant. Eine Analyse zeigte, dass die 32 % der Teilnehmer, die während der ambulanten Phase regelmäßig Cannabis konsumierten, eine geringere Häufigkeit von Schlaflosigkeit und Angst aufwiesen und mit einer größeren Wahrscheinlichkeit die achtwöchige Studie beendeten. Die Autoren folgerten, dass "Dronabinol die Stärke des Opiatentzugs während der aktiven Entgiftung reduzierte". Teilnehmer, die sich entschieden hatten, während der Studie Cannabis zu konsumieren, "beendeten unabhängig von der Zuweisung zu einer Behandlungsgruppe mit einer größeren Wahrscheinlichkeit die Behandlung". Cannabis hatte also einen größeren Einfluss als die verabreichte THC-Dosis.

Bisaga A, Sullivan MA, Glass A, Mishlen K, Pavlicova M, Haney M, Raby WN, Levin FR, Carpenter KM, Mariani JJ, Nunes EV. The effects of dronabinol during detoxification and the initiation of treatment with extended release naltrexone. Drug Alcohol Depend, 8. Juli 2015 [im Druck]

USA: Rentner ziehen zunehmend in Staaten, in denen die medizinische Verwendung von Cannabis legal ist

Wenn der Wohnsitz nach der Berentung gewählt wird, werden verschiedene Faktoren berücksichtigt: das Klima, die Nähe zu den Enkeln, der Zugang zu guter medizinischer Versorgung. Aber viele Rentner wählen Staaten, in denen sie mit Cannabis behandelt werden können. Es ist schwierig, herauszubekommen, wie viele Menschen in Staaten ziehen, die die medizinische Verwendung von Cannabis erlauben, da Rentner kein Formular ausfüllen müssen, in dem sie erklären, warum sie einen bestimmten Wohnsitz für ihre letzten Jahre wählen.

"Es gibt jedoch anekdotische Hinweise, dass Menschen mit gesundheitlichen Problemen, die mit Cannabis behandelt werden können, in Staaten mit legalisiertem Cannabis umziehen", erklärte Michael Stoll, Professor für öffentliche Politik an der Universität von Kalifornien in Los Angeles, der Trends bei der Wanderung von Rentnern untersucht. Er zitierte Daten von United Van Lines, die zeigen, dass im Jahr 2014 Oregon das beliebteste Ziel war. Der gebirgige Westen, inklusive Colorado, das die medizinische Verwendung von Cannabis im Jahr 2000 und den Freizeitkonsum im Jahr 2012 legalisierte, wies den höchsten Prozentsatz von Menschen auf, die nach ihrer Berentung dorthin umzogen. Ein Drittel der Umzügler erklärte, dass sie konkret dahin gingen, um dort ihren Lebensabend zu verbringen.

Reuters vom 22. Juli 2015

Kurzmeldungen

USA: Hawaii führt ein Lizenzsystem für Verteilungsstellen für medizinischen Cannabis ein
Gouverneur David Ige unterzeichnete ein Gesetz zu medizinischem Cannabis, das ein Lizenzsystem für medizinische Cannabisverteilungsstellen einrichtet
Pressemitteilung des Gouverneurs von Hawaii vom 15. Juli 2015

Wissenschaft/Mensch: Die Häufigkeit der Allergien auf Cannabis nimmt zu
Innerhalb des vergangenen Jahrzehnts schien die Häufigkeit von Cannabisallergien zuzunehmen. Sowohl die aktive als auch die passive Exposition mit Cannabis-Allergenen kann zu einer Cannabisallergie führen. Die klinische Ausprägung der Cannabisallergie kann von leicht bis lebensbedrohlich variieren.
Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Universität von Antwerpen, Belgien.
Decuyper I, et al. Arch Immunol Ther Exp (Warsz), 16. Juli 2015 [Im Druck]

USA: Fallbericht über einen traumatischen Tod nach Cannabiskonsum in Colorado
Ein Polizeibericht beschreibt, dass ein 19 Jahre alter Mann zunächst nur ein einzelnes Stück seines Kekses aß, wie vom Verkäufer empfohlen. Etwa 30 bis 60 min später, als er keinerlei Wirkung verspürte, konsumierte er den Rest des Kekses. Während der folgenden 2 h entwickelte er eine fahrige Sprache und feindseliges Verhalten. Etwa 3,5 h nach der ersten Einnahme und 2,5 h nach Konsum des restlichen Kekses sprang er von einem Balkon im vierten Stock und starb an den Verletzungen.
Hancock-Allen JB, et al. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2015;64(28):771-772.

Wissenschaft/Mensch: Passivrauchen von Cannabis kann zu positiven Blutergebnissen für THC führen
In einer Studie mit sechs erfahrenen Cannabiskonsumenten und sechs Nichtkonsumenten führte extremes Passivrauchen bis zu 3 h nach der Exposition zu positiven Tests für THC in der Mundflüssigkeit und im Blut. Die Autoren folgerten, dass "extremes Passivrauchen von Cannabis das aktive Rauchen von Cannabis nachmacht, wenn auch in geringerem Umfang".
Medizinische Fakultät der Johns Hopkins Universität, Baltimore, USA.
Cone EJ, et al. J Anal Toxicol, 2. Juli 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Zellen: Wie CBD die Gene schützen könnte
Bei Tests mit THC, CBD (Cannabidiol) und CBN (Cannabinol) induzierte CBD am stärksten die Aktivität von CYP1A1. Dieses Enzym baut das Karzinogen Benzo(a)pyren ab. Frühere Forschung hat gezeigt, dass CYP1A1 eine schützende Wirkung auf Gene haben könnte, was auf die Tatsache zurückgeführt wurde, dass CYP1A1 besonders aktiv in der Darmschleimhaut ist und auf diese Weise die Aufnahme von gegessenem Benzo(a)pyren in das Blut hemmt.
Pharmazeutisches Institut, Universitätskrankenhaus Shinshu, Matsumoto, Japan.
Yamaori S, et al. Life Sci, 15. Juli 2015.[Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Das Endocannabinoidsystem ist am Fieber beteiligt
Eine Studie mit Mäusen zeigt, dass der Abbau des Endocannabinoids 2-AG (2-Arachidonoylglycerol) für die Produktion des Prostaglandins E2 (PGE2) im Hypothalamus, das für die Entwicklung von Fieber essenziell ist, erforderlich ist.
Medizinische Fakultät, Universität von Tokio, Bunkyo-ku, Japan.
Kita Y, et al. PLoS One 2015;10(7):e0133663.

Wissenschaft/Tier: Endocannabinoide reduzieren die Überaktivität der Harnblase
URB937, ein peripherer Hemmer von FAAH (Fettsäureamidhydrolase) reduziert bei Ratten eine Harnblasenüberaktivität und eine Hyperaktivität von Nervenfasern, die zur Harnblase führen. Diese Änderung von FAAH führt zu einer Zunahme des Endocannabinoids Anandamid, das dann entsprechende Wirkungen auf die Harnblase ausübt.
Medizinische Fakultät, Universität von Tokio, Japan.
Aizawa N, et al. BJU Int, 18. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Das Endocannabinoid 2-AG könnte für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen verwendet werden
Die Alpha/Beta-Hydrolase-Domain 6 (ABHD6) ist ein Enzym, das 2-AG (2-Arachidonoylglycerol) abbaut und dadurch für die Feinabstimmung der Endocannabinoid-Signalgebung im zentralen Nervensystem sorgt. Neue Forschung legt nahe, "dass die Hemmung von ABHD6 als ideale Strategie für die Behandlung der MS und anderer neurodegenerativer Erkrankungen verwendet werden könnte".
Uniformed Services University of the Health Sciences, Bethesda, USA.
Wen J, et al. Neuropharmacology, 16. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung des CB2-Rezeptors könnte beim Schlaganfall nützlich sein
In einer Studie mit Ratten fanden Forscher heraus, dass eine frühzeitige Behandlung mit Cannabinoiden, die den CB2-Rezeptor aktivieren, die Nervenzelldegeneration beim Schlaganfall von Tieren unterdrückt.
Zentrum für neuropsychiatrische Forschung, Nationales Gesundheitsforschungsinstitut, Zhunan, Taiwan.
Yu SJ, et al. PLoS One 2015;10(7):e0132487

Wissenschaft/Tier: Anandamid verursacht eine Entspannung der Arterien bei hypertensiven Ratten
Eine neue Studie zeigt, dass das Endocannabinoid Anandamid die Endothel-abhängige Entspannung der Aorta durch die Aktivierung von CB1- und CB2-Rezeptoren verursacht. Die Forscher untersuchten diese Wirkung bei Ratten mit Bluthochdruck.
Physiologisches Institut, Medizinische Universität Hebei, Shijiazhuang, China.
Guo Z, et al. Clin Exp Pharmacol Physiol, 14. Juli 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Ein synthetischer inverser CB2-Rezeptoragonist ist vielversprechend beim Nervenschutz
Bei Studien mit Mäusen zeigt der synthetische inverse CB2-Rezeptoragonist SMM-189 vielversprechende Wirkungen für die Behandlung der traumatischen Hirnverletzung und möglicherweise bei neurodegenerativen Erkrankungen.
Pharmazeutisches Institut, Zentrum für Gesundheitswissenschaften der Universität von Tennessee, Memphis, USA.
Presley C, et al. Pharmacol Res Perspect. 2015 Aug;3(4):e00159.

Wissenschaft/Tier: Der CB2-Rezeptor ist an Veränderungen des Knochens beim Brustkrebs beteiligt
Forscher verwendeten Mausmodelle, um zu zeigen, dass "sowohl die selektive Aktivierung als auch die Hemmung des CB2-Rezeptors eine mögliche Wirksamkeit bei Knochenerkrankungen im Zusammenhang mit Krebs haben könnte, es sind jedoch weitere Studien erforderlich, und diese finden zur Zeit statt".
Universität von Edinburgh, Großbritannien.
Sophocleous A, et al. J Biol Chem, 20. Juli 2015 [Im Druck]

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