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IACM-Informationen vom 17. Mai 2014

Welt: Nobelpreis-Gewinner für Wirtschaftswissenschaften drängen auf ein Ende des "Kriegs gegen die Drogen"

Globale Anstrengungen zur Reduzierung des Drogenhandels sind fehlgeschlagen, und es ist die Zeit gekommen, das Thema radikal zu überdenken. Dies ist die Meinung einer Gruppe von Nobelpreisgewinnern für Wirtschaftswissenschaften, einen früheren US-Außenminister, den Vize-Premierminister von Großbritannien und andere. "Es ist an der Zeit, den ‘Krieg gegen die Drogen‘ zu beenden, und die Ressourcen massiv hin zu wirksamen evidenzbasierten Maßnahmen, die durch rigorose wirtschaftliche Analysen unterstützt werden, umzulenken", erklärte die Gruppe in einem Vorwort für einen neuen wissenschaftlichen Bericht zu globalen Politikansätzen gegen Drogen.

Sie verweisen auf massive Drogen bezogene Haftstrafen in den Vereinigten Staaten, Korruption und Gewalt in Entwicklungsländern und eine HIV-Epidemie in Russland und drängen die Vereinten Nationen, seinen "repressiven Ansatz, der für alles passt", beim Umgang mit Drogen zu verlassen. Die Unterzeichner des Textes umfassen fünf Nobelpreisgewinner für Ökonomie, darunter Kenneth Arrow, Christopher Pissarides und Thomas Schelling, sowie den ehemaligen US-Außenminister George Schultz, den britischen Vize-Premierminister Nick Clegg und Javier Solana, den ehemaligen Außenbeauftragten der EURopäischen Union.

Reuter vom 5. Mai 2014

Kurzmeldungen

Deutschland: Session zu CBD beim EIHA-Kongress
Während des jährlichen Kongresses der EIHA (Europäische Gesellschaft für Industrie-Hanf) vom 21. bis 22. Mai 2014 in der Nähe von Köln gibt es eine Session zu "Pharmazeutischen Anwendungen von Cannabidiol (CBD)". Referenten sind Franjo Grotenhermen (nova-Institut, Deutschland), James Brodie (GW Pharmaceuticals, Großbritannien), Holger Rönitz (THC Pharm, Deutschland), Tjalling Erkelens (Bedrocan, Niederlande) und Gianpaolo Grassi (CRA-CIN, Italien).
EIHA-Kongress

Italien: Puglia-Kongress zu Cannabis und Cannabinoiden in der Medizin
Die medizinische Cannabis-Gesellschaft "LapianTiamo" führt am 24. Mai 2014 die erste Puglia-Cannabis-Konferenz zu Cannabis und Cannabinoiden in der Medizin durch. Sie wird zusammen mit der Region Puglia, der Stadt Racale und der Universität von Salento durchgeführt. Zu den Referenten zählen Rudolf Brenneisen, Cristina Sanchez, Maurizio Inghilleri und Giuseppe Meco.
Puglia-Kongress zu Cannabis und Cannabinoiden in der Medizin

USA: Die Bundesregierung erhöht die Cannabis-Menge, die für Forschung zur Verfügung steht
Die Bundesregierung hat gerade den gesamten Cannabis bestellt, den sie benötigt. Die Drogenbehörde DEA hat eine neue Regelung herausgegeben, die die Produktionsmenge für medizinischen Cannabis von jährlich 21 kg auf 650 kg erhöht.
Huffington Post vom 5. Mai 2014

Uruguay: Legaler Cannabis wird gut und preiswert sein
Die Bürger Uruguays sollen genug Cannabis kaufen dürfen, um wöchentlich etwa 20 Cannabiszigaretten rollen zu können, zu einem Preis unter dem Schwarzmarktpreis. Dies erklärte die Regierung, als sie Details des neuen Gesetzes, das den Cannabishandel legalisiert, vorstellte.
Reuters vom 7. Mai 2014

Tunesien: Die Cannabisgesetze sind zu streng, erklärte der Premierminister
Der tunesische Premierminister hat eine Reform der harten Strafen für Cannabisbesitz unterstützt und nannte sie für nicht mehr zeitgemäß. In einer Pressekonferenz versprach Mehdi Jomaa, "das Gesetz zu verändern, um es an die Realität" in der Gesellschaft anzupassen.
Washington Post vom 15. Mai 2014

Wissenschaft/Mensch: THC wurde nach dem Beginn des medizinischen Cannabisgesetzes im Jahr 2009 in Colorado häufiger bei tödlich verunfallten Autofahrern entdeckt
Wissenschaftler analysierten tödliche Unfälle in den Jahren 1994 bis 2011. In Colorado fand sich eine Verdopplung der Zahl der Fahrer mit THC im Blut seit Mitte 2009, als medizinischer Cannabis kommerziell verfügbar wurde. Es gab keine Veränderungen der Anzahl von Autofahrern in tödlichen Unfällen, die durch Alkohol beeinträchtigt waren.
Klinik für Psychiatrie, Universität von Colorado, Aurora, USA.
Salomonsen-Sautel S, et al. Drug Alcohol Depend, 23. April 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Kein relevanter Effekt des rechtlichen Status auf den Cannabiskonsum
Nach einer neuen Studie durch australische und norwegische Wissenschaftler hat der rechtlichen Status von Cannabis keinen starken Effekt auf den Cannabiskonsum. Allerdings gibt es einigen Einfluss auf junge Leute, die in den ersten fünf Jahren nach der Einführung der Legalisierung einen stärkeren Konsum aufweisen, der sich später normalisiert.
Institut für Wirtschaftswissenschaften, Universität von Melbourne, Australien.
Williams J, et al. J Health Econ, 28. März 2014;36C:20-32.[im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Anandamid reduziert Nebenwirkungen von antipsychotischen Medikamenten auf Bewegungen
In einem Rattenmodell für tardive Dyskinesie machte das Endocannabinoid Anandamid monotone Kaubewegungen (VCM), die durch Haloperidol, ein Neuroleptikum für die Behandlung von Psychosen, rückgängig. Antipsychotische Medikamente können tardive Dyskinesien, eine schwer zu behandelnde Bewegungsstörung, beim Menschen verursachen. Die Autoren schrieben, dass "CB1-Rezeptoren durch Haloperidol verursachte VCM bei Ratten vorbeugen können".
Universidade Federal de Santa Maria, Brasilien.
Röpke J, et al. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry, 18. April 2014. [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Die Verfügbarkeit von CB1-Rezeptoren in der Amygdala ist mit Trauma bedingten Symptomen assoziiert
Die Trauma bedingte Psychopathologie besteht aus Bedrohung (zum Beispiel Wiedererleben, Vermeidung und verstärkte Aufregung) und Verlust (zum Beispiel Depressionen, generalisierte Ängste). Ergebnisse einer neuen Studie zeigen, dass eine verstärkte Verfügbarkeit von CB1-Rezeptoren in der Amygdala, eine bestimmte Hirnregion, mit einer verstärkten Bedrohung assoziiert war. Größere periphere Anandamid-Spiegel waren mit reduzierter Bedrohung assoziiert. Die Autoren stellten fest, dass "neue Pharmakotherapien, die den CB1 zum Ziel haben, eine konzentriertere, Mechanismus basierte Herangehensweise zur Linderung dieses zentralen Aspekts Trauma bezogener Psychopathologie lindern könnten".
Nationales Zentrum für posttraumatische Belastungsstörungen, Veterans Affairs Connecticut Healthcare System, West Haven, USA.
Pietrzak RH, et al. Neuropsychopharmacology, 13. Mai 2014. [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung des CB2-Rezeptors reduziert ein Hirn-Ödem
Die Stimulierung des CB2-Rezeptors reduzierte ein Hirn-Ödem durch Reduzierung der Infiltration von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) ins Gehirn, wenn das Ödem durch eine Blutung in den Raum zwischen Gehirn und Schädelknochen ausgelöst wurde.
Institut für Physiologie, Loma Linda Universität, USA.
Fujii M, et al. J Neurol Sci, 30. April 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Palmitoylethanolamid könnte nützlich bei Reizdarm sein
Das Endocannabinoid Palmitoylethanolamid bekämpfte die verstärkten Darmbewegungen in einem Mausmodell des Reizdarms. Dieser Effekt war durch CB1-Rezeptoren vermittelt, vermutlich über erhöhte Anandamid-Spiegel und Modulierung von Vanilloid-Rezeptoren.
Pharmazeutisches Institut, Universität Federico II, Neapel, Italien.
Capasso R, et al. Br J Pharmacol, 12. Mai 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: THC beeinträchtigt den Geruch
In einer Studie mit 15 gesunden Personen beeinträchtigte THC die Leistungsfähigkeit in Tests zum Geruch. Die Schwellen für Geruch waren erhöht und die Leistungsfähigkeit zur Geruchsunterscheidung war reduziert.
Institut für Klinische Pharmakologie, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland.
Walter C, et al. Br J Clin Pharmacol, 6. Mai 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD erhöht die Adenosin-Konzentration im Nukleus accumbens des Gehirns
Eine Injektion von CBD in den Hypothalamus des Gehirns erhöhte die Adenosin-Spiegel, die aus dem Nukleus accumbens, eine bestimmte Gehirnregion, gesammelt wurden. Die Autoren stellten fest, dass diese Befunde nahe legen, dass CBD die endogene Ansammlung von Adenosin fördert. Adenosin spielt eine wichtige Rolle bei verschiedenen biochemischen Prozessen.
Escuela de Medicina, División Ciencias de la Salud, Universidad Anáhuac Mayab, Mérida, Mexico.
Mijangos-Moreno S, et al. Neurosci Res, 4. Mai 2014. [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabis reduziert die geistige Leistungsfähigkeit bei Patienten mit Multipler Sklerose
Eine klinische Studie wurde mit 20 Personen mit Multipler Sklerose, die Cannabis rauchten, und 19 nicht Cannabis rauchenden MS-Patienten durchgeführt, um ihre kognitive Leistungsfähigkeit zu testen. Die Cannabisgruppe schnitt schlechter bei einigen schwierigen Tests ab. Die Forscher folgerten, dass Cannabis „die kompensatorischen Mechanismen des Gehirns, die bei der MS bereits beeinträchtigt sind, weiter reduziert“.
Sunnybrook-Forschungsinstitut, Toronto, Kanada.
Pavisian B, et al. Neurology, 30. April 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Langzeitige Veränderungen der CB2-Rezeptoren und der Anandamid-Konzentrationen nach Cannabiskonsum
Cannabiskonsumenten, die in ihrem Leben mehr als 20-mal Cannabis geraucht hatten und den Cannabiskonsum wenigstens 6 Monate vor der Studie beendet hatten, wiesen eine Zunahme der CB2-Rezeptoren und der Anandamid-Spiegel im Blut auf.
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Köln, Deutschland.
Muhl D, et al. Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol, 2. Mai 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Regelmäßiger THC-Konsum durch junge Mäuse verursachte eine Fehlfunktion des Immunsystems
Bei jungen Mäusen reduzierte THC entzündungsfördernde Zytokine (Botenstoffe), aber diese Wirkung verlor sich im Erwachsenenalter. Bei erwachsenen Tieren, die als Heranwachsende mit THC behandelt worden waren, fand sich eine Störung der Immunreaktionen, allerdings in die entgegengesetzte Richtung, hin zu einem entzündungsfördernden Status.
Dipartimento di Scienze Farmacologiche e Biomolecolari, Università degli Studi di Milano, Italien.
Moretti S, et al. J Leukoc Biol, 17. April 2014 [im Druck]

Blick in die Vergangenheit

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