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IACM-Informationen vom 03. Mai 2014

Wissenschaft/USA: Cannabis wurde in einer Umfrage als am wirksamsten bei der Behandlung der FIBROMYALGIE beurteilt

Cannabis ist wesentlich wirksamer bei der Behandlung von Symptomen der FIBROMYALGIE als jedes andere der drei durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA zugelassenen Medikamente. Dies ist eines der Ergebnisse einer Online-Umfrage mit mehr als 1300 FIBROMYALGIE-Patienten, die von der National Pain Foundation und dem National Pain Report in den USA durchgeführt wurde. Die FDA hat nur drei Medikamente - Duloxetin, Pregabalin und Milnacipran - für die Behandlung der FIBROMYALGIE zugelassen. Die meisten Patienten, die diese Medikamente ausprobiert haben, erklären, dass sie nicht wirksam sind. "Es ist immer eine gute Idee, auf das zu hören, was uns unsere Patienten berichten", erklärte Dr. Mark Ware, Professor für Familienmedizin und Anästhesie an der McGill-Universität in Montreal (Kanada), in einem Kommentar.

"FIBROMYALGIE ist zerstörerisch für die, die in ihrem Griff leben müssen. Es gibt vieles, was wir nicht verstehen. Wir brauchen innovative (…) Lösungen, die das Gesicht der Erkrankung ändern", erklärte Dr. Dan Bennett Vorsitzender der National Pain Foundation (Nationale Schmerz-Stiftung). Viele, die an der Umfrage teilgenommen hatten, erklärten, dass sie alle drei zugelassenen Medikamente ausprobiert hatten. 62 % der Personen, die Cannabis ausprobiert hatten, erklärten, dass er bei der Behandlung der FIBROMYALGIE-Symptome sehr wirksam war. In Bezug auf die Wirksamkeit zugelassener Medikamente wurde Duloxetin in 8 % der Fälle als sehr wirksam eingestuft, Pregabalin in 10 % und Milnacipran ebenfalls in 10 % der Fälle.

Marijuana Rated Most Effective for Treating Fibromyalgia

Researcher: More Medical Marijuana Studies Needed

Wissenschaft/USA: Die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke hat den Cannabiskonsum durch Jugendliche nicht erhöht

Eine große Sorge von allen, die die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke ablehnen, war die, dass Cannabis auf die eine oder andere Weise seinen Weg zu jungen Menschen findet, und sie ermuntert, mehr von der Droge zu konsumieren. Aber eine neue Studie zeigt, dass dies nicht passiert ist. In der Studie, die in der jüngsten Ausgabe des Journal of Adolescent Health veröffentlicht und von Dr. Esther K. Choo von der medizinischen Fakultät der Brown-Universität in Providence (USA), geleitet wurde, heißt es: "Unsere Studie legt nahe, dass - zumindest bisher - die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke nicht den Marihuanakonsum von Jugendlichen erhöht hat, ein Ergebnis, das durch eine zunehmende Zahl von Ergebnissen in der Literatur unterstützt wird."

Die Forscher untersuchten den Cannabiskonsum von Jugendlichen in Staaten, in denen medizinischer Cannabis nun legal ist, sowohl vor als auch nach Einführung der Gesetze, und verglichen diese mit den Zahlen aus Nachbarstaaten, in denen Cannabis für alle Zwecke illegal geblieben ist. Insgesamt wurden 11,7 Millionen Schüler und Studenten in die Studie aufgenommen. Über die Jahre und in allen Staaten war Cannabiskonsum im vergangenen Monat häufig (20,9 %). Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede beim Cannabiskonsum vor und nach der Änderung der Politik für keinen der Staaten-Paare.

Choo EK, Benz M, Zaller N, Warren O, Rising KL, McConnell KJ. The Impact of State Medical Marijuana Legislation on Adolescent Marijuana Use. J Adolesc Health, 14. April 2014 [im Druck]

Washington Post vom 14. April 2014

Kurzmeldungen

Großbritannien/USA: Sativex erhält Kategorie für eine schnelle Beurteilung durch die US-Behörden bei Krebsschmerzen
Die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Arzneimittel FDA hat dem Cannabisspray Sativex für die Behandlung der Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die eine unzureichende Schmerzlinderung während einer optimalen chronischen Behandlung mit Opiaten eine Kategorie zugewiesen, die eine schnelle Beurteilung der Wirksamkeit erlaubt. Sativex befindet sich gegenwärtig für diese Indikation in klinischen Studien der Phase 3. Diese Kategorie erleichtert die Entwicklung von Medikamenten, die schwere oder lebensbedrohliche Erkrankungen behandeln sollen und das Potenzial besitzen, einen bisher nicht erfüllten medizinischem Bedarf abzudecken.
Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 28. April 2014

Großbritannien: Ein konservativer Ausschuss drängt auf die Liberalisierung von Cannabisgesetzen
Premierminister David Cameron wird durch Modernisierer aus seiner Konservativen Partei gedrängt, den britischen Krieg gegen die Drogen zu verlassen und eine teilweise Legalisierung zu einer Schlüsselforderung im Wahlkampf des nächsten Jahres zu machen. Der provokative Plan gehört zu einer Anzahl von Politik-Vorschlägen, die von der einflussreichen konservativen Denkfabrik Bright Blue vorgeschlagen wird. Sie wird durch frühere Staatssekretäre, inklusive Theresa May und Francis Maude, und den ehemaligen Minister Andrew Mitchell unterstützt.
Independent vom 28. April 2014

Wissenschaft/USA: Die Amerikanische Akademie für Neurologie bestätigt den medizinischen Wert von Cannabis bei bestimmten Symptomen
Eine Übersicht durch die Amerikanische Akademie für Neurologie stellt fest, dass Cannabinoide wirksam bei Spastik, Schmerzen und Fehlfunktion der Blase bei multipler Sklerose sein könnten, und dass es nur begrenzte Daten für den Einsatz bei Tourette-Syndrom, Dystonie und Epilepsie gibt.
Klinik für Neurologie, Medizinische Fakultät von New York, und andere Institutionen, USA.
Koppel BS, et al. Neurology 2014;82(17):1556-63.

Wissenschaft/Mensch: Große französische Studie bestätigt das gute Sicherheitsprofil von Cannabis hinsichtlich Herzkreislauferkrankungen
Die Zahl der Herzinfarkte und anderer Herzkreislaufprobleme, die auf Cannabis zurückgeführt wurden, betrug 5 in 2006 und 11 in 2010, bei etwa 1,2 Millionen Cannabiskonsumenten. In Frankreich müssen schwerwiegende Fälle von Missbrauch und Abhängigkeit in Reaktion auf die Verwendung psychoaktiver Substanzen einem nationalen Meldesystem (Addictovigilance-Netzwerk) mitgeteilt werden. In den Jahren 2006-2010 bezogen sich 1,8 % aller Berichte zu Cannabis (35 von 1979) auf Herzkreislauf-Komplikationen.
Addictovigilance, Service de Pharmacologie Médicale et Clinique, Medizinische Fakultät, Toulouse, Frankreich.
Jouanjus E, et al. J Am Heart Assoc 2014;3(2):e000638.

Wissenschaft/Tier: Cannabinoidrezeptoren in Hautzellen schwächen Neurodermitis ab
Forschung mit Mäusen zeigt, dass Cannabinoid-1-Rezeptoren in Hautzellen dabei helfen, die Hautbarriere aufrechtzuerhalten, und entzündliche allergische Reaktionen abschwächen. Die Autoren schrieben, dass ihre "Ergebnisse Keratinozyten auf die Kreuzungen der herein kommenden und heraus gehenden pathophysiologischen Mechanismen der Neurodermitis platzieren".
Klinik für Dermatologie und Allergien, Universität Bonn, Deutschland.
Gaffal E, et al. Exp Dermatol, 21 April 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Kognitive Hemmung im frühen Jugendalter sagt späteren Cannabiskonsum voraus
Substanzkonsum von Heranwachsenden wurde mit einer schlechteren neuropsychologischen Funktion assoziiert, es ist jedoch unklar, ob diese Defizite bereits vor dem Konsum bestehen oder erst danach auftreten. In einer Studie mit 175 gesunden 12-bis 14-Jährigen ohne Substanzkonsum wurde gezeigt, dass eine beeinträchtigte Funktion der kognitiven Hemmung während des frühen Jugendalters vor Beginn des Substanzkonsums mit einem häufigeren und intensiveren Alkohol- und Cannabiskonsum im späten Jugendalter assoziiert war. Kognitive Hemmung bezieht sich auf die Fähigkeit des Gehirns, für die aktuelle Aufgabe oder für den gegenwärtigen Geisteszustand irrelevante Reize auszublenden.
Klinik für Psychiatrie, Universität von Kalifornien, San Diego, USA.
Squeglia LM, et al. Neuropsychology, 21 April 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Zellen: THC könnte die Entzündung des Gehirns bei HIV reduzieren
Ergebnisse von Zellexperimenten zeigen, dass Cannabinoide, die den CB2-Rezeptor aktivieren, "ein Potenzial besitzen, um als therapeutische Substanz zur Vermeidung der Neuroinflammation, die mit der HIV-vermittelten Wanderung von Monozyten durch die Bluthirnschranke verbunden ist, zu dienen".
Institut für Mikrobiologie und Immunologie, Virginia Commonwealth Universität, Richmond, USA.
Raborn ES, et al. Life Sci, 15. April 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Ein Cannabigerol-Abkömmling schützt Nervenzellen in einem Tiermodell der multiplen Sklerose
In der experimentellen Autoimmunenzephalomyeilitis, einem Tiermodell der MS, reduzierte ein Abkömmling des natürlichen Cannabinoids Cannabigerol (CBG) die Zell-Infiltrate und reduzierte die Entzündung im Rückenmark. Die Autoren schrieben, dass "diese Studie das therapeutische Potenzial von VCE-003 als eine Substanz für die Behandlung von menschlichen Immunerkrankungen mit sowohl entzündlichen als auch Autoimmun-Komponenten hervorhebt".
Cajal-Institut, Madrid, Spanien.
Carrillo-Salinas FJ, et al. PLoS One 2014;9(4):e94733.

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