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IACM-Informationen vom 10. August 2013

USA: Illinois ist der 20. Staat, der die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert

Ein Gesetz, dass die Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke in Illinois erlaubt, wurde am 1. August von Gouverneur Pat Quinn unterzeichnet. Illinois ist nach Kalifornien der Staat mit der zweitgrößten Bevölkerung, der die medizinische Verwendung der Droge erlaubt. „Über die Jahre haben mich die tapferen Patienten und Veteranen, die sich mit schrecklichen Erkrankungen herumschlagen müssen, bewegt“, erklärte Quinn. „Sie brauchen und verdienen Schmerzlinderung.“ Das Gesetz, das am 1. Januar in Kraft tritt, erlaubt Patienten mit einer von 35 Erkrankungen, wie Krebs, Parkinson-Krankheit oder Multiple Sklerose die Verwendung von Cannabis, der durch einen Arzt aus Illinois empfohlen wurde.

Das Programm, das von den Unterstützern als das strengste im Land bezeichnet wird, verlangt eine schriftliche Erklärung eines Arztes, eine Registrierung des Patienten mit einer Ausweiskarte und ein elektronisches Prüfungssystem. 19 andere Staaten und der Distrikt von Columbia haben ähnliche Gesetze. Nach dem Gesetz von Illinois dürfen Patienten alle zwei Wochen maximal 2,5 Unzen (70 Gramm) Cannabis erwerben. Der Cannabis muss in Illinois angebaut und verteilt werden.

Reuters vom 1. August 2013

Wissenschaft/Mensch: Ein Cannabisextrakt schädigt in einer Langzeitstudie nicht die geistige Leistungsfähigkeit

Der Cannabisextrakt Sativex hat keine negativen Wirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit. Dies ist das Ergebnis einer 12-monatigen Placebo kontrollierten Studie mit 121 Patienten mit Spastik aufgrund einer Multiplen Sklerose. Dies erklärte das Unternehmen GW Pharmaceuticals in einer Pressemitteilung. Sie besagt, dass „die Studienergebnisse das Sicherheitsprofil von Sativex bestätigen und weitere Beweise für die Langzeitwirksamkeit liefern“.

Die Studie war Bestandteil einer Forderung der britischen Behörden nach der Zulassung des Medikaments mit dem primären Ziel, mögliche Langzeitnebenwirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die Stimmung zu beurteilen. Es gab eine leichte Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit vom Beginn bis zum Ende der Studie sowohl in der Sativex- als auch in der Placebo-Gruppe. Genauso war die Veränderung der Stimmung im Verlauf der 12-monatigen Studie in der Sativex- und der Placebo-Gruppe mehr oder weniger identisch.

Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 5. August 2013

Kurzmeldungen

Uruguay: Präsident will die Cannabislegalisierung vor den Vereinten Nationen verteidigen
Der Präsident von Uruguay, Jose Mujica, plant den bahnbrechenden Plan seiner Regierung zur Lizensierung von Cannabis im September in einer Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen zu verteidigen. Dies erklärte sein Sprecher am 2. August. Am 31. Juli beschloss der Kongress von Uruguay, eine Regierungsbehörde aufzubauen, die den Anbau und Verkauf von Cannabis kontrolliert und den Bewohnern den Anbau Zuhause oder im Rahmen von Raucherklubs erlaubt. Der Senat muss dem Gesetz noch zustimmen.
Associated Press vom 2. August 2013

USA: Washington D.C. beginnt mit dem Verkauf von medizinischem Cannabis
Der Distrikt von Columbia hat nach Angaben von Behördenvertretern den ersten legalen Verkauf von medizinischem Cannabis seit mehr als 75 Jahren durchgeführt. Ein 51-jähriger Mann kaufte am 29. Juli etwas weniger als eine halbe Unze Cannabis im Verteilungszentrum Capital City Care. Der Laden bietet 3 Sorten an mit Preisen zwischen 380 und 440 Dollar pro Unze (etwa 28 Gramm).
UPI vom 30. Juli 2013

Wissenschaft/Mensch: THC beeinflusst Endocannabinoid- Konzentrationen
Die Gabe einer einzelnen oralen Dosis von 20 mg THC an 30 gesunde Freiwillige führte verglichen mit einem Placebo zwei bis drei Stunden nach der Gabe zu hören Blutkonzentrationen der Endocannabinoide Anandamid, 2-AG, Palmitoylethanolamid und Oleoylethanolamid. Die Autoren folgerten, dass "exogene Cannabinoide zu Veränderungen im Endocannabinoidsystem führen, die im Plasma entdeckt werden können".
Institut für Klinische Pharmakologie, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland.
Walter C, et al. J Clin Psychopharmacol, 29 der Juli 2013 [im Druck]

Australien: Der Cannabinoid-Gehalt von Cannabis in Australien
Der mittlere Cannabinoid-Gehalt von 206 Cannabisproben, die durch die Polizei konfisziert worden waren, betrug 14,9 % für THC, 0,14 % für CBD, 1,9 % für CBG (Cannabigerol) und war für andere Cannabinoide sehr niedrig.
Nationales Zentrum für Drogen- und Alkoholforschung, Universität von New South Wales, Sydney, Australien.
Swift W, et al. PLoS One 2013;8(7):e70052.

Wissenschaft/Tier: THC und CBD reduzieren die entzündungsfördernde Substanz Interleukin-17
In Studien mit Mäusen unterdrückten sowohl THC als auch CBD (Cannabidiol) dosisabhängig die Produktion und Sekretion des Zytokins Interleukin-17 (IL-17). Diese entzündungsfördernde Substanz ist bei entzündlichen Erkrankungen wie multiple Sklerose erhöht. Eine Vorbehandlung mit CBD reduzierte zudem erhöhte Spiegel des entzündungshemmenden Zytokins IL-10.
Medizinische Fakultät, Universität von Tel Aviv, Israel.
Kozela E, et al. J Neuroimmune Pharmacol, 28. Juli 2013 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: THCA reduziert Übelkeit in Tiermodellen
THCA (Tetrahydrocannabinol-Säure), die nicht-psychotrope Vorstufe von THC in der Cannabispflanze, die durch Erhitzen in THC umgewandelt wird, reduzierte ein der Übelkeit ähnelndes Verhalten bei Ratten und Spitzmäusen. Diese Wirkung war durch den CB1-Rezeptor vermittelt. Die Autoren folgerten, dass "THCA eine stärker wirksame Alternative zu THC bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen sein könnte".
Psychologisches Institut, Universität von Guelph, Kanada.
Rock E, et al. Br J Pharmacol, 25. Juli 2013 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Eine örtliche Gabe von THC reduzierte die durch Allergien verursachte Entzündung
Die lokale THC-Applikation reduzierte die Entzündung bei allergischer Kontaktdermatitis bei Mäusen. Diese Wirkung war unabhängig von Cannabinoidrezeptoren und erfolgte durch die Reduzierung entzündungsfördernder Substanzen in den Hautzellen. Die Autoren schrieben, dass diese Ergebnisse "wichtige Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung von Strategien zur Verwendung von Cannabinoiden bei der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen haben".
Labor für Experimentelle Dermatologie, Institut für Dermatologie und Allergologie, Universität Bonn, Deutschland.
Gaffal E, et al. Allergy, 29. Juli [im Druck]

Wissenschaft/Tier: COX-2-Hemmer reduzieren Angst durch eine erhöhte Endocannabinoid-Konzentration
Eine Zunahme der endogenen Cannabinoid-Signalwirkung wurde durch eine Hemmung des Enzyms Zyklooxygenase-2 (COX-2) induziert, und dies reduzierte die Angst bei Mäusen. Die Autoren folgerten, dass dies "eine sinnvolle Herangehensweise für die Endocannabinoid-Erhöhung mit einem breiten therapeutischen Potenzial darstellt".
Vanderbilt-Institut für Chemische Biologie, Vanderbilt-Universität, Nashville, USA.
Hermanson DJ, et al. Nat Neurosci, 4. August 2013 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Cannabiskonsum bei Schizophrenie ist mit einem besseren emotionalen Gedächtnis verbunden
In einer Studie mit 14 Cannabis konsumierenden Schizophrenie-Patienten, 14 nicht konsumierenden Schizophrenie-Patienten und 21 gesunden Kontrollpersonen war das emotionale Gedächtnis und die Funktion bestimmter Gehirnbereiche (präfrontaler Lobus) bei Cannabiskonsumenten im Vergleich zu Nichtkonsumenten mit Schizophrenie erhalten.
Centre de recherche Fernand-Seguin, Montreal, Kanada.
Bourque J, et al. Psychiatry Res, 29. Juli 2013 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: THCV und CBDV reduzieren Übelkeit
In Tiermodellen der Übelkeit unterdrückten die natürlichen Cannabinoide Cannabidivarin (CBDV) und Tetrahydrocannabivarin (THCV) der Übelkeit ähnelndes Verhalten bei Tieren. Die Autoren folgerten, dass "diese Substanzen ein therapeutisches Potenzial bei der Reduzierung der Übelkeit besitzen".
Abteilung für Psychologie und Neurowissenschaften, Universität von Guelph, Kanada.
Rock EM, et al. Br J Pharmacol, 31. Juli 2013 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBDV besitzt ein antiepileptisches Potenzial
In drei Mausmodellen der Epilepsie reduzierte das natürliche Cannabinoid Cannabidivarin (CBDV) Krampfanfälle. Diese Wirkungen wurden nicht durch den Cannabinoid-1-Rezeptor vermittelt. Die Autoren schrieben, dass "diese Befunde die weitere klinische Entwicklung von CBDV (…) für die Behandlung der Epilepsie unterstützen".
Pharmakologische Fakultät, Universität von Reading, Großbritannien.
Hill TD, et al. Br J Pharmacol, 31. Juli 2013 [im Druck]

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