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IACM-Informationen vom 23. März 2013

Deutschland: Der Verkauf von Sativex könnte wegen fehlender Einigung über einen akzeptablen Preis eingestellt werden

GW Pharmaceuticals und Almirall könnten den Verkauf des Cannabis-Medikaments Sativex in Deutschland einstellen, nachdem sich die Gesundheitsbehörden geweigert haben, sich auf einen Preis zu verständigen, den die Unternehmen als akzeptabel betrachten. GW, das den Spray zur Behandlung von Spastik bei Multipler Sklerose entwickelt hat, erklärte, die deutschen Behörden hätten einen Preis festgelegt, der deutlich unter dem in anderen EURopäischen Ländern liegt. Nach einem Artikel in der Deutschen Apotheker Zeitung soll Almirall künftig nur zwischen 150 und 173,30 EURo von den deutschen Krankenversicherungen erstattet bekommen. Gegenwärtig kostet Sativex in deutschen Apotheken 598 EURo.

Im Juni 2012 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), die nationale Behörde zur Beurteilung der Erstattungspflicht, entschieden, dass Sativex einen Zusatznutzen gegenüber aktuellen Behandlungsoptionen bei der Behandlung der Spastik bei Multipler Sklerose besitzt. Der nächste Schritt für Almirall bestand in der Aushandlung eines Preises für Sativex mit dem GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. "Nach mehreren Monaten ergebnisloser Diskussionen nahm Almirall kürzlich an einem Treffen mit einem Schlichtergremium teil", erklärte GW in einer Pressemitteilung. "Das Ergebnis dieses Treffens, das Almirall heute mitgeteilt wurde, war die Festlegung eines Preises, der signifikant niedriger ist, als der erstattete Sativex-Preis in anderen EURopäischen Ländern. Sativex ist eines von mehreren jüngeren Beispielen neuer Medikamente, die durch das deutsche Erstattungssystem nicht angemessen beurteilt wurden. (…) Unser Partner Almirall betrachtet den deutschen Preis als nicht akzeptabel und plant, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Entscheidung anzufechten, was die Unterbrechung oder die Rücknahme der Bereitstellung in Deutschland einschließt, während das Unternehmen versucht, eine vernünftige Lösung zu finden", fügte GW hinzu.

Reuters vom 19. März 2013

GW Pharmaceuticals vom 19. März 2013

Deutsche Apotheker Zeitung vom 20. März 2013

Kurzmeldungen

Kanada: Fortbildungsveranstaltung
Die Universität von British Columbia wird am 21. Juni in Zusammenarbeit mit der Internationalen Cannabinoid Forschungsgesellschaft (ICRS) eine eintägige Fortbildungsveranstaltung "Cannabinoide in der klinischen Praxis" durchführen. Hier finden Sie weitere Informationen.

Welt: Der Cannabiskonsum ist stabil
Der Cannabiskonsum ist stabil
Cannabis ist die am meisten verwendete illegale Substanz mit "zwischen 119 und 224 Millionen Cannabiskonsumenten weltweit, und der Konsum ist stabil". So heißt es in dem jüngsten Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen.

Wissenschaft/Tier: Cannabinoide können neuropathische Schmerzen aufgrund einer Behandlung mit Cisplatin reduzieren
Tierexperimentelle Forschung zeigt, dass die lokale Gabe von CB1-Rezeptoragonisten oder die systemische Gabe von CB2-Rezeptoragonisten "als neue therapeutische Alternativen für die Symptombehandlung bei schmerzhafter Neuropathie im Zusammenhang mit einer Cisplatin-Behandlung dienen können". Cisplatin wird bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt.
Departamento de Farmacología y Nutrición, Facultad de Ciencias de la Salud, Universidad Rey Juan Carlos, Madrid, Spanien.
Vera G, et al. Pharmacol Biochem Behav, 27. Februar 2013 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die durch eine CB1-Rezeptor-Blockierung verursachte Angst wird durch das sympathische Nervensystem vermittelt
Tierexperimentelle Studien mit Mäusen zeigen, dass sich wichtige Wirkungen, inklusive reduziertem Appetit und verstärkter Angst, durch eine Blockierung der CB1-Rezeptoren über eine Aktivierung der peripheren sympathischen Aktivität ausdrücken. Die Wissenschaftler stellten fest, dass "CB1-Rezeptoren die in beide Richtungen verlaufenden Kreisläufe zwischen der Peripherie und dem Gehirn, die die Nahrungsaufnahme und andere Verhaltensweisen regulieren, beeinflussen."
School of Biology, Complutense University-Instituto Universitario de Investigación Neuroquímica, Madrid, Spain.
Bellocchio L, et al. Proc Natl Acad Sci U S A 2013;110(12):4786-91.

Wissenschaft/Tier: Cannabidiolsäure und Ondansetron wirken bei der Reduzierung von Übelkeit synergistisch
In einem Tiermodell für Übelkeit mit Ratten reduzierte gering dosierte Cannabidiolsäure (CBDA) die Übelkeit. In Kombination mit sehr niedrigen Dosen Ondansetron, ein hochwirksames Medikament gegen Übelkeit, gab es einen synergistischen Effekt. Die Autoren folgerten, dass „niedrige Dosen CBDA und OND in Kombination effektiver akute Übelkeit bei Chemotherapie-Patienten behandeln.”
Institut für Psychologie, Universität von Guelph, Kanada.
Rock E and Parker L. Br J Pharmacol, 12. März 2013 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Cannabinoide verbessern Blasenentzündungen
Ein synthetisches Cannabinoid, welches den CB2-Rezeptor aktiviert, reduzierte experimentelle Blasenentzündungen bei Tieren. Die Autoren schrieben, dass “die aktuelle Studie andeutet, dass der CB2-Rezeptor ein potentielles therapeutisches Ziel für die Behandlung von Blasenentzündungen und Schmerzen bei Patienten ist.”
Fakultät für Tiermedizin, Universität von Wisconsin-Madison, USA.
Wang ZY, et al. Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol, 20. März 2013 [im Druck]

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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