[Zurück zur Übersicht]  [Zur IACM Startseite]


IACM-Informationen vom 20. Oktober 2012

USA: Petition für die Erlaubnis von Cannabis als Medizin vor Bundesgericht

Unterstützer der legalen Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke beantragten am 16. Oktober vor einem Bundesberufungsgericht, was der Kongress und US-Präsidenten seit Jahrzehnten verweigern, nämlich das Niveau der Regulierung von Cannabis abzusenken. Die Organisation Americans for Safe Access erklärte, es gebe keinen Grund, warum die amerikanische Drogenbehörde DEA Cannabis so streng wie Heroin kontrolliere.

Der Anwalt von Americans for Safe Access, Joseph Elford erklärte, die DEA ignoriere jüngste Beweise für den medizinischen Nutzen von Cannabis, als die Behörde es im Jahr 2011 ablehnte, die Regulierung zu erleichtern. Das Bundesgesetz verlangt, dass die DEA diese Beweise berücksichtigt, erklärte er. Die Bundesregierung teilt Drogen in 5 Kategorien ein. Die Kategorie I verlangt die strengste Kontrolle und umfasst Drogen wie Marihuana und Heroin. Kokain ist eine Droge der Klasse II, und verschreibungsfähige Medikamente finden sich weiter unten im System. Die Drogen sind nach ihrem Missbrauchpotenzial, ihrem medizinischen Wert und dem Risiko der Abhängigkeit eingeteilt. Americans for Safe Access will, dass das Berufungsgericht die DEA zwingt, eine Anhörung zur Klassifikation von Marihuana durchzuführen, Nach ihrer Vorstellung sollte Cannabis als Droge der Klasse III oder tiefer eingruppiert werden.

Reuters vom 16. Oktober 2012

Wissenschaft/Mensch: Die Einnahme von Cannabinoiden führt bei Verwendung mit einer Mahlzeit zu einer etwas höheren Bioverfügbarkeit

Wenn THC und CBD zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden, so führt dies verglichen mit einer Einnahme auf nüchternem Magen zu höheren maximalen Blutkonzentrationen und zu einer höheren Bioverfügbarkeit. Der Unterschied ist jedoch gering. Dies ist das Ergebnis einer klinischen Studie, die von dem Unternehmen GW Pharmaceuticals mit 12 Personen durchgeführt wurde. Sie erhielten eine Einzeldosis Sativex (4 Sprühstöße = 10,8 mg THC +10 mg CBD), einmal im nüchternen Zustand und 4 Tage später zusammen mit einer Mahlzeit.

Die mittlere systemische Bioverfügbarkeit und die maximalen Blutkonzentrationen von THC, dem THC-Abbauprodukt 11-OH-THC (11-Hydroxy-Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) waren im Fall der gleichzeitigen Nahrungsaufnahme höher. Es gab eine hohe Variabilität der Konzentrationen zwischen den Teilnehmern, vor allem für THC. Die maximalen Plasma-Konzentrationen von THC im nüchternen Zustand variierten zwischen 0,97 und 9,34 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) und nach der Einnahme mit einer Mahlzeit zwischen 2,81 und 14,91 ng/ml. Sieben Teilnehmer wiesen nach der Einnahme von Sativex mit einer Mahlzeit höhere THC-Konzentration auf, während 5 Teilnehmer höhere THC-Konzentrationen nach der Einnahme der Cannabinoide im nüchternen Zustand hatten. Die Nahrung führte auch bei allen Teilnehmern zu einer Verzögerung der Zeit bis zur maximalen Konzentration um etwa 2-2,5 Stunden, was auch die Zeit der maximalen Wirkung verzögern könnte.

Stott CG, White L, Wright S, Wilbraham D, Guy GW. A phase I study to assess the effect of food on the single dose bioavailability of the THC/CBD oromucosal spray. EUR J Clin Pharmacol, 4. Oktober 2012 [im Druck]

Kurzmeldungen

Wissenschaft/Mensch: Vier von 10 MS-Patienten erleben in einer Beobachtungsstudie Linderung durch Sativex
In einer Beobachtungsstudie, die mit 300 Patienten in Deutschland durchgeführt wurde, reduzierte eine einmonatige Behandlung mit Sativex, das THC und CBD enthält, bei 4 von 10 Patienten, die auf eine konventionelle Therapie nicht ansprachen, eine moderate bis starke MS-Spastik um 20 Prozent oder mehr. Nach 3 Monaten betrug die Verbesserung 30 Prozent oder mehr. Diese Ergebnisse wurden am 11. Oktober auf einem Kongress in Lyon (Frankreich) vorgestellt.
Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 12. Oktober 2012

Wissenschaft/Mensch: CBD hemmt THC-Wirkungen auf Psyche und kognitive Leistungsfähigkeit
In einer randomisierten Studie mit 48 gesunden Personen war die Paranoia bei den 22 Teilnehmern, die 210 min vor einer Infusion mit 1,5 mg THC 600 mg orales CBD erhalten hatten, niedriger als bei den 26 Teilnehmern, die vor dem THC ein Placebo erhalten hatten. Das Gedächtnis und die Lernfähigkeit waren jedoch in der CBD-Gruppe besser.
Das Biomedizinische Forschungszentrum, Klinik für Psychiatrie, King's College London, Großbritannien.
Englund A, et al. J Psychopharmacol, 5. Oktober 2012 [im Druck]

Holland: Das jüngste Cannabisgesetz zu Coffee-Shops könnte geändert werden
Nach der Parlamentswahl am 12. September 2012 könnte das Gesetz zu Cannabis-Coffee-Shops geändert werden. Politiker arbeiten an einem Kompromissvorschlag, um die Uneinigkeit über die Einführung des Wietpas, ein Mitgliedsausweis für Coffee-Shops, zu überwinden. Es sei unwahrscheinlich, dass der Mitgliedsausweis wie geplant im Januar 2013 eingeführt wird. Der Kompromiss würde die Verpflichtung von Cannabis-Café-Besitzern beenden, Konsumenten zu registrieren, und es Bürgern erlauben, weiche Drogen überall im Land zu kaufen. Allerdings soll Ausländern der Zugang verwehrt bleiben. Die Arbeiterpartei und der VVD führen zu Zeit Koalitionsverhandlungen über die Bildung einer Regierung durch.
DutchNews.nl vom 18. Oktober 2012

Frankreich: Erziehungsminister fordert eine Diskussion zur Legalisierung von Cannabis
Erziehungsminister Vincent Peillon erklärte während eines Radio-Interviews, er favorisiere die Legalisierung von Cannabis. Peillion erklärte, er würde es begrüßen, wenn eine Diskussion über die mögliche Legalisierung von Marihuana stattfinden würde. Er sagte, dass Ergebnisse "repressiver Methoden" zur Bekämpfung des Drogenhandels "nahe legen, dass sie nicht sehr effektiv sind". Die konservative Opposition reagierte mit Hysterie und forderte eine Klarstellung durch Präsident François Hollande. Daraufhin erklärte Premierminister Jean-Marc Ayrault am 15. Oktober, Frankreich habe nicht die Absicht, Cannabis zu legalisieren.
UPI vom 15. Oktober 2012

USA: Die Stadt Oakland verklagt die Bundesregierung, um die Maßnahmen gegen Cannabisverteilungsstellen zu stoppen
Die Stadt Oakland hat bei einem Bundesgericht eine Beschwerde eingelegt, um das Justizministerium daran zu hindern, Eigentum zu konfiszieren, das an die größte Verteilungsstelle für medizinischen Cannabis des Landes vermietet wurde. "Bei dieser Klage geht es darum, die Rechte von legitimen medizinischen Patienten zu schützen", erklärte die Anwältin der Stadt, Barbara Parker, in einer Stellungnahme vom 10. Oktober, als die Klage eingereicht wurde.
New York Times vom 11. Oktober 2012.

Wissenschaft/Tier: Ein Hemmer der Endocannabinoid-Synthese könnte gegen Übergewicht helfen
Ein Hemmer der Synthese des Endocannabinoids 2-AG, O-7460 genannt, reduzierte die 2-AG-Konzentrationen und das Körpergewicht bei Mäusen.
Endocannabinoid-Forschungsgruppe, C.N.R., Pozzuoli, Italien.
Bisogno T, et al. Br J Pharmacol, 16. Oktober 2012 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Synergistische Wirkungen von THC und Morphium bei der Schmerzreduzierung
Forschung mit Ratten legt nahe, dass die alternierende Behandlung mit Opiaten (Morphium) und Cannabinoiden (THC) eine länger anhaltende und stärkere Analgesie verursachte als die jeweiligen Einzelsubstanzen.
Psychologisches Institut, Staatliche Universität von Washington, Vancouver, USA.
Wilson-Poe AR, et al. Pharmacol Biochem Behav, 10. Oktober 2012 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Befolgung der Therapie von Cannabis konsumierenden HIV-Positiven
In einer Studie mit 180 HIV-positivem Personen, die eine antiretrovirale Therapie erhielten, befolgten solche mit einer Cannabisabhängigkeit die Therapie am wenigsten zuverlässig und sie wiesen mehr Nebenwirkungen auf als solche mit mäßig starkem oder keinem Cannabiskonsum.
Nationales Zentrum für PTBS, VA Palo Alto Health Care System, Kalifornien, USA.
Bonn-Miller MO, et al. J Behav Med, 7. Oktober 2012 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: THC erhöht bei Affen nicht die verstärkenden Wirkungen von Heroin
In einem Experiment mit Rhesusaffen wurde die Selbst-Verabreichung von Heroin nicht erhöht, wenn Heroin mit THC kombiniert wurde. Die Autoren folgerten, dass diese Ergebnisse "zeigen, dass THC die positiven verstärkenden Wirkungen von Heroin nicht signifikant verstärkt. Das unterstützt die Sichtweise, dass eine Kombination von Cannabinoid- und Opioid-Rezeptoragonisten (zum Beispiel für die Behandlung von Schmerzen) das Missbrauchpotenzial der einzelnen Substanzen nicht erhöht, sondern reduzieren könnte."
Abteilungen für Pharmakologie und Psychiatrie, Universität von Texas, San Antonio, USA.
Li JX, et al. Behav Pharmacol. 2012 Oct 5. [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum verursacht kein erhöhtes Selbstmordrisiko
In einer Studie mit 976 Studenten war starker Cannabiskonsum 2 Jahre später nicht mit einem erhöhten Risiko für Selbstmordversuche assoziiert, jedoch mit einem höheren Risiko für Depressionen. Die Teilnehmer waren in den Jahren 2000/2001 sowie 2002/2003 befragt worden.
Abteilung für öffentliche Gesundheit und Epidemiologie, Dalhousie Universität, Halifax, Kanada.
Rasic D, et al. Drug Alcohol Depend, 4. Oktober 2012 [im Druck]

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

[Zurück zur Übersicht]  [Zur IACM Startseite]


up

Neue Adresse

Die IACM ist umgezogen. 
Neue Adresse:
Bahnhofsallee 9
32839 Steinheim

IACM Konferenz 2019

The IACM Conference 2019 will be held on October 31 - November 2, 2019, at Estrel Hotel, Berlin, Germany.

Members only

 Please click here to visit the Members Only Area with a film to honour Prof Raphael Mechoulam, 
Please click here to become a member.

IACM on Twitter

Follow us on twitter @IACM_Bulletin where you can send us inquiries and receive updates on research studies and news articles.