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IACM-Informationen vom 05. Mai 2012

USA: Connecticut wird der 17. Staat, der die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert

Ein Gesetz, das Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert, wurde am 5. Mai im Senat von Connecticut verabschiedet. Der Staat schließt sich damit 16 anderen und Washington D.C. an, die ähnliche Gesetze haben. Die staatlichen Senatoren stimmten mit 21 zu 13 für das Gesetz. Das staatliche Repräsentantenhaus hatte das Gesetz bereits verabschiedet. Es wird erwartet, dass Governor Dannel P. Malloy, der bereits erklärt hatte, das Gesetz zu unterstützen, es in Kürze unterzeichnen wird.

Das Gesetz entfernt sich von den stark kritisierten Vorgänger aus Kalifornien, in dem es ein komplexes, reguliertes System von Anbau, Verteilung und Lizensierung schaffen soll. Es verlangt eine Empfehlung des behandelnden Arztes. Cannabis würde in vielfältiger Form von Verteilerstellen, deren Belegschaft ein Apotheker angehören muss, verkauft. Er würde nur an Patienten mit einer Genehmigung abgegeben. Es dürfen nur bestimmte Erkrankungen mit der Droge behandelt werden, es wird ein Registrierungssystem für Patienten und Betreuer aufgebaut, und die Pflanze darf nur von Personen mit einer Erlaubnis angebaut werden.

Mehr unter:
-hosted.ap.org/dynamic/stories/U/US_MEDICAL_MARIJUANA?SITE=AP&SECTION=HOME&TEMPLATE=DEFAULT
-hosted.ap.org/dynamic/stories/U/US_MEDICAL_MARIJUANA_CONNECTICUT?SITE=AP&SECTION=HOME&TEMPLATE=DEFAULT

(Quelle: Associated Press vom 5. Mai 2012)

USA: Präsident Barack Obama erläutert seine Politik zu medizinischem Cannabis in Staaten, in denen er legal ist

Angesichts von vermehrten Razzien gegen Produzenten von medizinischem Cannabis war Präsident Barack Obama in einem Interview mit der Zeitschrift Rolling Stone mit Fragen hinsichtlich des offensichtlichen Widerspruchs zwischen seinen Aussagen während des Präsidentschaftswahlkampfes im Jahr 2008 und den Handlungen seiner Administration, seit er ins Amt kam, konfrontiert worden. "Ich werde nicht die Mittel des Justizministeriums verwenden, um staatliche Gesetze [zu medizinischem Cannabis] zu umgehen", versprach Obama 2008. Justizminister Eric Holder kündigte jedoch im Jahr 2010 an, dass die Bundesbehörden auch in Zukunft Personen strafrechtlich wegen des Besitzes von Cannabis für medizinische Zwecke verfolgen würden, auch wenn dies in einigen Staaten legalisiert ist. Seither hat die Obama-Administration Razzien organisiert, die über das hinausgehen, was unter der Bush-Administration passierte, mit mehr als 100 Razzien in Kalifornien, Colorado und Cannabisverteilungsstellen in anderen Staaten, wo die Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke nach den staatlichen Gesetzen legal ist.

Im Gespräch mit Rolling Stone versuchte der Präsident seine ursprünglichen Kommentare zu erläutern und behauptete, dass der jüngste Druck auf Verteilungsstellen und Lieferanten mit seiner Absicht übereinstimmt. "Was ich genau gesagt habe war, dass wir die Strafverfolgung von Personen, die medizinisches Marihuana verwenden, nicht zu einer Priorität machen werden", erklärte Obama. "Ich habe niemals versprochen, dass wir irgendwie groß angelegten Produzenten und Betrieben für Marihuana einen Freibrief erteilen werden - und der Grund ist, weil es gegen die Bundesgesetze verstößt." Der Präsident fuhr fort: "Ich kann nicht das Gesetz des Kongresses außer Kraft setzen. Ich kann dem Justizministerium nicht sagen: 'Ignoriert vollständig ein Bundesgesetz'. Was ich sagen kann ist: 'Nutzt euer Ermessen bei der Strafverfolgung und setzt Prioritäten bei der Verwendung EURer Ressourcen, um gegen Dinge vorzugehen, die den Leuten wirklich schaden'. Als Konsequenz hat es keine Strafverfolgung von Konsumenten von Marihuana für medizinische Zwecke gegeben."

Parlamentarier aus fünf Staaten, die kürzlich medizinischen Cannabis legalisiert haben, schrieben Obama wegen eines angenommenen "Widerspruchs" in dieser Angelegenheit kürzlich ein Brief und forderten die Bundesregierung auf, "sich nicht in unsere Fähigkeit zur Kontrolle und Regulierung, wie medizinisches Marihuana angebaut und verteilt wird, einzumischen". Am 2. Mai veröffentlichte Nancy Pelosi, Oppositionsführerin des US Repräsentantenhauses eine Stellungnahme, in der sie sich gegen die Einmischung der Obama-Administration in die staatlichen Cannabisgesetze wendet. "Ich bin sehr besorgt wegen der jüngsten Maßnahmen der Bundesregierung, die den sicheren Zugang zu medizinischem Marihuana zur Linderung der Leiden von Patienten in Kalifornien bedrohen und eine Politik unterminieren, die zuvor gegolten hat, bei der die Bundesregierung keine Personen verfolgt hat, deren Handlungen in Übereinstimmung mit den staatlichen Gesetzen zur Versorgung mit medizinischem Marihuana geführt haben", erklärte sie.

Mehr unter:
- www.huffingtonpost.com/2012/05/03/nancy-pelosi-medical-marijuana_n_1474854.html
- www.huffingtonpost.com/2012/04/25/obama-marijuana-raids-rolling-stone_n_1451744.html

(Quellen: Huffington Post vom 25. April und 3. Mai 2012)

Kurzmeldungen

Holland: Ein Gericht hält das Verbot des Zugangs zu Coffee-Shops für Ausländer aufrecht
Ein umstrittenes Gesetz, das es schwerer für ausländische Touristen machen wird, Cannabis in einem Coffee-Shop zu kaufen, ist nach einem Gerichtsurteil rechtmäßig. Das Gesetz zielt auf Ausländer ab, die ins Land kommen, um Cannabis zu kaufen. Es trat in den drei südlichen Provinzen am 1. Mai in Kraft, bevor es im nächsten Jahr für das gesamte Land gelten soll. Es besagt, dass Coffee-Shops Cannabis nur an registrierte Mitglieder verkaufen können, und diese Mitglieder, entweder Holländer oder Ausländer, müssen ihren Wohnort in der Region haben. Jeder Coffee-Shop darf maximal 2000 Mitglieder haben. (Quelle: Reuters vom 27. April 2012)

Wissenschaft/Tier: Abschwächung einer unangenehmen Erinnerung durch CBD
CBD (Cannabidiol) war in der Lage, bei Ratten, die einem ängstigenden Ereignis ausgesetzt waren, einen etablierten Gedächtnisinhalt abzuschwächen. Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass sowohl jüngere als auch ältere angstvolle Erinnerungen durch CBD reduziert werden, mit einer anschließenden langandauernden Erleichterung bei situationsbezogener Angst. Diese CBD-Wirkung hängt von einer Reaktivierung der Erinnerungen ab. Institut für Pharmakologie, Universität von Santa Catarina, Florianopolis, Brasilien. (Quelle: Stern CA, et al. Neuropsychopharmacology, 2. Mai 2012 [im Druck])

Wissenschaft/Tier: CBD reduziert den Appetit
CBN (cannabinol) verursachte eine CB1-Rezeptor-abhängige Abnahme des Appetits bei Ratten, während CBD (Cannabidiol) die gesamte Futteraufnahme im Testzeitraum signifikant reduzierte. CBG (Cannabigerol) indizierte keine Änderungen des Fressverhaltens. Pharmazeutisches Institut, Universität von Reading, Whiteknights, Reading, Großbritannien. (Quelle: Farrimond JA, et al. Psychopharmacology (Berl). 2012 Apr 28. [im Druck])

Wissenschaft/Mensch: Niedrige Mengen an CB1-Rezeptoren bei Frauen mit Essstörungen und Selbstverletzungen
Die Konzentrationen des CB1-Rezeptors wurden bei Frauen mit Magersucht (Anorexia nervosa) und Bulimie untersucht. Neun Patientinnen mit diesen Essstörungen und wiederholten Messerschnitten am Unterarm wurden mit 34 Patientinnen ohne Unterarmschnitte und 26 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Die neun Patientinnen mit selbstverletzendem Verhalten wiesen signifikant niedrigere CB1-Rezeptor-Konzentrationen auf als die Patientinnen der beiden anderen Gruppen. Medizinische Hochschule Hannover, Universität Frankfurt, Deutschland. (Quelle: Schroeder M, et al. Psychoneuroendocrinology, 27. April 2012 [im Druck]) www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306453012001308

Wissenschaft/Mensch: Veränderungen der funktionellen Wechselwirkungen zwischen Gehirnregionen bei regelmäßigen Cannabiskonsumenten
Es gab eine Zunahme der funktionellen Wechselwirkungen zwischen dem präfrontalen Kortex und dem occipitoparietalen Kortex bei regelmäßigen Cannabiskonsumenten verglichen mit Nichtkonsumenten. In einem Test zur kognitiven Leistungsfähigkeit gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die Forscher schrieben, dass "diese Veränderungen eine kompensatorische Rolle spielen könnten, indem sie Cannabis abhängige Beeinträchtigungen bei der kognitiven Kontrolle abschwächen". Klinik für Psychiatrie, Neuropsychiatrisches Zentrum Melbourne, Universität von Melbourne und Melbourne Health, Melbourne, VIC, Australien. (Quelle: Harding IH, et al. Neuropsychopharmacology, 25. April 2012 [im Druck])

Wissenschaft/Tier: Ein Bestandteil der Pflanze Kava-Kava aktiviert den CB1-Rezeptor
Yangonin, ein Bestandteil der Kava-Pflanze, bindet an den CB1-Rezeptor. Die Forscher schrieben: "Die Affinität von Yangonin zum CB1 - Rezeptor legt nahe, dass das Endocannabinoidsystem zur komplexen menschlichen Pharmakologie des traditionellen Kava-Getränks und den Angst lösenden Zubereitungen aus der Kava-Pflanze beitragen könnte. Endocannabinoid-Forschungsgruppe, Institut für Biomolekulare Chemie, Consiglio Nazionale delle Ricerche, Italien. (Quelle: Ligresti A, et al. Pharmacol Res, 14. April 2012 [im Druck])

Wissenschaft/Tier: Der CB2-Rezeptor ist an der allergischen Entzündung beteiligt
Mäuse ohne CB2-Rezeptoren zeigten eine geringere allergische Entzündung als normale Mäuse. Es wurden Studien mit drei verschiedenen Modellen von allergischen Hautreaktionen durchgeführt, und es gab eine signifikante Abnahme des Ödems an den Ohren von Mäusen ohne CB2-Rezeptoren. Pharmaceutical Frontier Research Laboratories, Central Pharmaceutical Research Institute, Yokohama, Japan. (Quelle: Mimura T, et al. Life Sci, 14. April 2012 [im Druck])

Wissenschaft/Tier: CBD zeigt antiepileptische Wirkungen
CBD (Cannabidiol) zeigte antiepileptische Wirkungen in zwei Tiermodellen von Krämpfen. Im Pilocarpin-Modell reduzierte CBD signifikant den Anteil der Tiere, die die schwersten Krampfanfälle aufwiesen. Im Penicillin-Modell reduzierte CBD signifikant die Anzahl der Todesfälle durch die Krämpfe. CBD reduzierte auch den Anteil der Tiere, die die schwersten tonisch-klonischen Krämpfe aufwiesen. Pharmazeutisches Institut und Psychologisches Institut, Universität Reading, Whiteknights, Großbritannien. (Quelle: Jones NA, et al. Seizure, 18. April 2012 [im Druck])

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