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IACM-Informationen vom 08. Oktober 2011

Wissenschaft: Cannabis verbessert Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen in einer Beobachtungsstudie

Nach einer Beobachtungsstudie von Wissenschaftlern vom MaReNa Diagnostik und Consulting Zentrum in Bat-Yam, Israel, die beim Cannabinoid-Kongress 2011 in Bonn vorgestellt wurde, kann die Verwendung von Cannabis Symptome bei posttraumatischer Belastungsstörung verbessern. Als Teil ihrer routinemäßigen Konsultationstätigkeit beurteilten sie den Geisteszustand von 79 Erwachsenen mit PTSB, die beim Gesundheitsministerium einen Antrag auf Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke gestellt hatten. Nur ein Teil von ihnen (etwa 50 Prozent) erhielt eine solche Genehmigung und macht die Studiengruppe aus. Sie wurden über einen Zeitraum von 2 Jahren begleitet.

Die Mehrzahl der PTSB-Patienten verwendete auch konventionelle Medikamente, die ihnen von den behandelnden Ärzten verschrieben worden waren. Die Cannabisdosierung betrug etwa 2-3 Gramm pro Tag. In den meisten Fällen trat eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität und der Schmerzen ein, mit einigen Verbesserungen bei der Stärke der posttraumatischen Belastungsstörung. Die Patienten gaben eine Beendigung oder Reduzierung der Dosis von Schmerzmitteln und Beruhigungsmitteln an. Die Mehrzahl der gebesserten PTSB-Patienten gehörte zu den Gruppen mit gleichzeitig bestehenden Schmerzen und/oder Depressionen. Die Autoren folgerten, dass "die Ergebnisse eine gute Verträglichkeit und einen weiteren Nutzen (...) besonders bei Patienten mit einer Komorbidität von Schmerzen und/oder Depressionen zeigen".

Weitere Kurzfassungen:
Tagungsband des Cannabinoid-Kongresses 2011:
- www.cannabis-med.org
- www.cannabis-med.org/meeting/Bonn2011/abstractbook.pdf

(Quelle: Reznik I. Medical cannabis use in post-traumatic stress disorder: a naturalistic observational study. Abstract presented at the Cannabinoid Conference 2011, 8-10 September, Bonn, Germany.)

Kurzmeldungen

USA: Rhode Island
Staatlich betriebene Verteilungsstellen für medizinischen Cannabis wird es in Rhode Island nicht geben, nachdem Gouverneur Lincoln Chafee den Plan aus Angst, er könne nach dem Bundesgesetz illegal sein, fallen ließ. Chafee, der sich früher für diese Maßnahme ausgesprochen hatte, erklärte, dass er entschieden habe, die staatlichen geplanten Verteilungsstellen könnten das Bundesgesetz brechen und ein Ziel der Strafverfolgungsbehörden des Bundes werden. Chafee hatte gehofft, er könne die 2009 durch ein staatliches Gesetz erlaubte Cannabisverteilung durch 3 staatlich betriebene so genannte "Compassion Centres" umsetzen. (Quelle: Reuters vom 30. September 2011)

Holland: Coffee-Shops
Ausländische Touristen dürfen Coffee-Shops, in denen Cannabis verkauft wird, in der niederländischen Stadt Maastricht nicht mehr betreten. Nach Angaben der BBC betrifft dieses Verbot nicht Besucher aus Belgien und Deutschland, die die Mehrheit der ausländischen Klienten ausmachen. Es gibt etwa 700 Coffee-Shops in den Niederlanden, in denen Cannabis verkauft wird. (Quelle: BBC News vom 1. Oktober 2011)

Wissenschaft: Cannabis und Unfallrisiko
Nach einer Meta-Analyse von 9 epidemiologischen Studien, die in den letzten 20 Jahren in englischer Sprache zum Thema Cannabiskonsum und Unfallrisiko publiziert wurden, bewegt sich das relative Risiko zwischen 0,85 und 7,16, was zusammen zu einem erhöhten Risiko von 2,66 führt, erheblich niedriger als das durch Alkohol. (Quelle: Li MC, et al. Epidemiol Rev, 4. Oktober 2011 [im Druck])

Wissenschaft: CBDA
Nach Forschung an der Universität von Bradford (Großbritannien) üben Cannabidiol (CBD) und Cannabidiolsäure (CBDA) ähnliche Wirkungen auf die Bereitschaft für Kontraktionen im Magendarmtrakt von Suncus murinus (Spitzmaus) aus. In elektrisch stimulierten Geweben hemmte CBDA Kontraktionen, die durch niedrige Frequenzen induziert worden waren, während CBD Kontraktionen hemmte, die durch höhere Frequenzen verursacht worden waren. CBDA ist der Vorläufer von CBD in der Pflanze. (Quelle: Cluny NL, et al. Arch Pharm Res 2011;34(9):1509-17.)

Wissenschaft: Placebo-Analgesie
Nach Forschung an der Universität von Turin (Italien) sind sowohl Opiatrezeptoren als auch CB1-Rezeptoren an der Schmerzlinderung durch Placebos beteiligt. Die Forscher folgerten aus ihren Untersuchungen, dass "das Endocannabinoidsystem unter bestimmten Bedingungen, wenn das Opiatsystem nicht beteiligt ist, eine entscheidende Rolle bei der Placebo-Analgesie spielt". (Quelle: Benedetti F, et al. Nat Med, 2. Oktober 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Ischämie
Nach Forschung an der König Faisal Universität in Al-Ahsa (Saudi-Arabien) schützte Cannabidiol (CBD) die Leber vor einer Schädigung durch eine reduzierte Blutversorgung (Ischämie). Die Forscher folgerten, dass Cannabidiol eine mögliche therapeutische Option darstellt, um die Leber vor einer vorübergehenden Verminderung der Versorgung mit Sauerstoff zu schützen. (Quelle: Fouad AA, Jresat I. EUR J Pharmacol, 14. September 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Schmerzen
Wissenschaftler an der Lanzhou-Universität in China untersuchten die Wechselwirkung zwischen Neuropeptid-FF-Rezeptoren und dem Cannabinoidsystem. Ihre tierexperimentelle Forschung zeigt, dass die Aktivierung zentraler Neuropeptid-FF-Rezeptoren die Cannabinoid vermittelte zentrale und periphere Schmerzreduzierung verstärkt. Sie folgerten, dass "die aktuelle Arbeit den Weg für eine neue Strategie zur Verwendung einer Kombinationsbehandlung aus Cannabinoiden und NPFF-Agonisten in der Schmerztherapie ebnet". (Quelle: Fang Q, et al. Neuropharmacology, 19. September 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Panik
Nach Forschung an der Universität von Sao Paulo (Brasilien) übt Anandamid vermutlich sowohl Panik reduzierende als auch Panik verursachende Wirkungen durch entgegengesetzte Effekte an CB1-Rezeptoren und Vanilloid-Rezeptoren aus. (Quelle: Casarotto PC, et al. Neuropsychopharmacology, 21. September 2011 [im Druck])

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