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IACM-Informationen vom 13. August 2011

Wissenschaft: THC reduziert Bewegungen des Dickdarms bei Patienten mit Reizdarm

Forscher an einem Zentrum für Darmforschung (Clinical Enteric Neuroscience Translational and Epidemiological Research, CENTER) in Rochester, USA, untersuchten die Wirkungen von THC (Dronabinol) auf die Bewegungen des Dickdarms sowie die Empfindungen bei Patienten mit Reizdarm. 75 Patienten mit Reizdarm (35 mit Reizdarm und Verstopfung, 35 mit Reizdarm und Durchfall und fünf mit einem Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall) wurden zufällig drei Gruppen zugeordnet, die eine Dosis Plazebo oder 2,5 mg oder 5,0 mg Dronabinol erhielten. Die Wissenschaftler beurteilten die Bewegungen des Dickdarms, seinen Tonus und die Sinneswahrnehmungen während des Fastens und nach einer Mahlzeit.

Bei allen Patienten reduzierte THC im Vergleich zum Plazebo die Bewegungen des Dickdarms während des Fastens. Die Wirkungen von Dronabinol waren am größten bei Patienten mit Reizdarm und Durchfall und mit Reizdarm und Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Dronabinol beeinflusste nicht die Wahrnehmung oder den Tonus (Muskelspannung des Darms). Die Forscher folgerten, dass bei Patienten mit Reizdarm "Dronabinol einen möglichen Nutzen bei jenen (...) mit beschleunigter Passage liefern könnte". Sie fanden zudem heraus, dass Varianten des CB1-Rezeptors und des Enzyms, das den Abbau des Endocannabinoids Anandamid katalysiert, die Fettsäureamidhydrolase (FAAH), diese THC-Wirkung beeinflussen könnten.

(Quelle: Wong BS, Camilleri M, Busciglio I, Carlson P, Szarka LA, Burton D, Zinsmeister AR. Pharmacogenetic Trial of a Cannabinoid Agonist Shows Reduced Fasting Colonic Motility in Patients with Non-Constipated Irritable Bowel Syndrome. Gastroenterology, 28. Juli 2011 [im Druck])

Israel: Regierung genehmigt die Gestaltung für die Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken

Am 7. August genehmigte das Kabinett die Gestaltung und die Überwachung bei der Bereitstellung von Cannabis für medizinische Zwecke und für die Forschung. "Dies erkennt an, dass die medizinische Verwendung von Cannabis in bestimmten Fällen notwendig ist", heißt es in einer Stellungnahme der Regierung. Am 28. Juli hatte das Gesundheitsministerium beschlossen, innerhalb des Ministeriums eine Stelle einzurichten, die für die Überwachung und Versorgung von medizinischem Cannabis zuständig ist und für diesen Zweck als Cannabisagentur nach den Anforderungen internationaler Abkommen dient. Diese Stelle soll ihre Arbeit im Januar 2012 aufnehmen.

Es wurde zudem entschieden, dass medizinischer Cannabis für mindestens zwei Jahre weiterhin in Israel angebaut werden soll, weil Importe zehnmal so teuer seien. Bisher wurde die Verwendung von Cannabis zur Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen bei Patienten mit schweren Erkrankungen von Dr. Yehuda Baruch, ein Psychiater an einem Krankenhaus in Bat Yam, überwacht und erlaubt. Zurzeit wird Cannabis ausschließlich von örtlichen Anbauern an etwa 6000 Patienten mit einer Erlaubnis durch Dr. Baruch geliefert, aber es gibt Schätzungen, nach denen die Zufriedenheit von Ärzten und Patienten so groß ist, dass die Zahl im Jahr 2016 40.000 erreichen könnte.

Mehr unter:
- www.pmo.gov.il/PMOEng/Communication/Spokesman/2011/08/spokecannabis070811.html
- www.jpost.com/Health/Article.aspx?id=231535

(Quellen: Internetseite des Premierministers vom 7. August 2011, Jerusalem Post vom 29. Juli 2011)

Kurzmeldungen

USA: Umfrage zur Legalisierung
Eine Mehrzahl der Amerikaner unterstützt nach einer Umfrage von Angus Reid Puplic Opinion, die am 9. August veröffentlicht wurde, die Legalisierung von Cannabis. Die repräsentative Umfrage von 1003 Erwachsenen fand heraus, dass 55 Prozent eine Legalisierung unterstützen, während 40 Prozent dagegen sind. (Quelle: Angus Reid vom 9. August 2011)

Deutschland/Großbritannien: Sativex-Studie
Eine Studie zur Wirksamkeit des Cannabissprays Sativex des britischen Unternehmens GW Pharmaceuticals zur Behandlung chronischer Schmerzen bei Krebspatienten wurde von den USA auf EURopäische Länder (Deutschland und Großbritannien) ausgeweitet. Es sollen weltweit mehr als 1000 Patienten in die Studie aufgenommen werden. (Quelle: www.spraytrial.com)

Wissenschaft: Thrombozytopenische Purpura
An der Zweiten Universität von Neapel (Italien) untersuchten Wissenschaftler die Frage, ob bestimmte Varianten des CB2-Rezeptors mit dem Risiko für die Entwicklung einer thrombozytopenischen Purpura, eine Bluterkrankung mit einer reduzierten Zahl an Blutplättchen, assoziiert sind. Sie nahmen 190 Kinder mit thrombozytopenischer Purpura und 600 gesunde Kinder in die Studie auf und bestätigten ihre Hypothese. (Quelle: Rossi F, et al. Haematologica, 9. August 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Erbrechen
Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern untersuchte die Mechanismen, durch die Cannabidiol (CBD) das Erbrechen in Tiermodellen hemmt. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass CBD seine Brechreiz hemmenden Wirkungen durch eine indirekte Aktivierung des so genannten somatodendritischen 5-HT(1A)-Autorezeptors in einer bestimmten Hirnregion ausübt. (Quelle: Rock EM, et al. Br J Pharmacol, 9. August 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Diabetes
Nach Forschung an der Universität von Turin (Italien) verbesserte die Aktivierung des CB2-Rezeptors die Nierenfunktion in einem Mausmodell für Diabetes. Zudem war der CB2-Rezeptor in Nierenbiopsien von Patienten mit einer diabetesbedingten fortgeschrittenen Schädigung der Niere herunterreguliert. Die Forscher nehmen einen schützenden Effekt der CB2-Rezeptor-Signalgebung bei diesen Patienten an. (Quelle: Barutta F, et al. Diabetes, 1. August 2011 [im Druck])

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