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IACM-Informationen vom 17. Juli 2010

Wissenschaft/USA: Nach einer Studie würde die Legalisierung von Cannabis in Kalifornien den Preis deutlich reduzieren und den Konsum steigern

Nach einer Studie der Forschungsgruppe RAND, die am 7. Juli vorgestellt wurde, könnte die Legalisierung von Cannabis in Kalifornien zu einer deutlichen Reduzierung des Preises führen, während sich sein Konsum verdoppeln könnte. Die Wähler des bevölkerungsreichsten Staates der USA werden in einem Referendum im November darüber entscheiden, ob der Konsum und der Anbau von Cannabis legalisiert werden soll. Selbst wenn dies genehmigt wird, so bleibt Cannabis nach den Bundesgesetzen illegal, und es ist unklar, wie die nationalen Behörden reagieren werden. Nach der staatlichen Initiative können die lokalen Behörden darüber entscheiden, ob sie den Verkauf und den Anbau erlauben wollen, aber Erwachsenen wäre es erlaubt, Cannabis nach dem staatlichen Gesetz zu konsumieren. Eine separate Gesetzesvorlage würde Cannabis legalisieren und ihn mit 50 US-Dollar (etwa 39 EUR) pro Unze (28,5 Gramm) besteuern, was nach einer Berechnung der Finanzbehörden 1,4 Milliarden Dollar einbringen würde.

Die RAND-Studie berechnete, dass der unversteuerte Preis für hochqualitativen Cannabis von gegenwärtig etwa 375 Dollar (etwa 290 EUR) pro Unze bis auf 38 Dollar plus 50 Dollar Steuern gleich 88 Dollar (etwa 70 EUR) pro Unze fallen könnte. "Auch nach einem Szenario mit hohen Steuern ($ 50 pro Unze) und einem moderaten Umfang von Steuerhinterziehung (25 Prozent) können die Forscher Steigerungen der Konsumrate von 50 Prozent bis 100 Prozent und möglicherweise noch mehr nicht ausschließen", erklärte RAND in einer Stellungnahme. Allerdings seien solche Schätzungen ungenau, weil die Legalisierung einen noch nie dagewesenen Schritt darstellt, sagten die Forscher. Kalifornien könnte ein großer Exporteur von Cannabis werden, und Importe aus Mexiko würden erheblich reduziert werden.

Mehr unter:
- www.reuters.com/article/idUSTRE6664IV20100707
-hosted.ap.org/dynamic/stories/U/US_MARIJUANA_LEGALIZATION?SITE=FLTAM&SECTION=HOME&TEMPLATE=news_generic.htm

(Quellen: Reuters vom 7. Juli 2010, Associated Press vom 7. Juli 2010)

Kurzmeldungen

Israel: Cannabinoid-Kongress
Um Dr. Raphael Mechoulam zu ehren, wird vom Institute for Advanced Studies der hebräischen Universität von Jerusalem gemeinsam mit der israelischen Wissenschaftsstiftung vom 31. Oktober bis 4. November 2011 ein Kongress zu "Cannabinoiden in der Biologie und Medizin" organisiert. Prof. Mechoulam wird am 5. November 2010 seinen 80. Geburtstag feiern. Weitere Informationen finden sich unter: www.as.huji.ac.il/isf/cannabinoids/.

USA: Oregon
Die Möglichkeit, eine Ausweiskarte für medizinischen Cannabis in Oregon zu erhalten, wird nicht länger auf Einwohner des Staates Oregon beschränkt sein. Als Teil anderer routinemäßiger Veränderungen, die in den Regelungen vorgeschlagen werden, hat das Justizministerium das Gesundheitsministerium angewiesen, dass das Gesetz aus dem Jahr 1998, das die medizinische Verwendung von Cannabis erlaubt, nicht auf Einwohner des Staates begrenzt ist. Am 1. Juli 2010 gab es 36.380 Ausweisinhaber. Mehr unter: oregon.gov/DHS/ph/ommp/data.shtml (Quelle: Statesman Journal vom 10. Juli 2010)

USA: Montana
Eine Gruppe aus Montana schließt seine fahrenden medizinischen Cannabiskliniken, nach Kritik, nach der die so genannten Cannabis-Wohnwagen Tausende von Menschen dem staatlichen Register hinzugefügt hätten, ohne eine ordentliche Untersuchung der Patienten durchgeführt zu haben. Das Montana-Betreuer-Netzwerk hatte seit mehr als einem Jahr eintägige Kliniken in Hotels und Konferenzzentren eingerichtet. Gegen eine Gebühr von 150 Dollar (etwa 116 EUR) hatte die Gruppe Personen, die medizinische Cannabispatienten werden wollten, und Ärzte, die bereit waren, die Drogen zu verschreiben, zusammengebracht. (Quelle: Associated Press vom 10. Juli 2010)

Wissenschaft: Kognition
Nach Forschung an der Columbia-Universität (USA) veränderte der akute Konsum von Cannabis durch regelmäßige Cannabiskonsumenten nicht signifikant die Gesamtleistungsfähigkeit bei computergestützten Aufgaben zur kognitiven Leistungsfähigkeit. 24 Teilnehmer, die angaben, etwa 24 Cannabiszigaretten pro Woche zu rauchen, nahmen an den Tests teil, bei denen sie entweder Plazebo- oder Cannabiszigaretten erhalten hatten. (Quelle: Hart CL, et al. Pharmacol Biochem Behav, 18. Juni 2010 [im Druck])

Wissenschaft: Personalisierte Medizin
In einem Editorial schlug Dr. Onaivi von der William-Paterson-Universität in Wayne (USA) vor, dass es möglich sein sollte, Patienten, die auf eine Therapie mit Cannabinoiden oder anderen Substanzen, die das Endocannabinoidsystem modulieren, zu identifizieren, auszuwählen, indem sie auf genetische Varianten und Mutationen des Endocannabissystems untersucht werden. (Quelle: Onaivi ES. Pharmacogenomics 2010;11(7):907-10.)

Wissenschaft: Cannabichromen
Forscher der Virginia-Commonwealth-Universität in Richmond (USA) untersuchten die Pharmakologie des natürlichen Pflanzencannabinoids Cannabichromen (CBC). CBC zeigte Aktivität im Tetrad-Test, der aus den folgenden vier Endpunkten besteht: verminderte Bewegungen, Schmerzreduzierung, Bewegungsstarre (Katalepsie) und Hypothermie (Abfall der Körpertemperatur). Diese Wirkung wurde durch eine niedrige THC-Dosis verstärkt. Zudem übte CBC entzündungshemmende Wirkungen aus. Die CBC-Wirkungen wurden nicht durch CB1- oder CB2-Rezeptoren vermittelt. (Quelle: Delong GT, et al. Drug Alcohol Depend, 8. Juli 2010 [im Druck])

Wissenschaft: Fettsäuren
Nach Forschung an der Universität von Wageningen (Niederlande) werden mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Fischöl im Körper zum Teil in Ethanolamine umgewandelt. Diese Ethanolamine besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, die zu den nützlichen gesundheitlichen Wirkungen dieser Fettsäuren beitragen können. Sie könnten an Cannabinoidrezeptoren binden. Die Autoren schlagen vor, dass "verschiedene Angriffspunkte, inklusive das Endocannabinoidsystem, an der immunmodulierenden Aktivität" dieser aus Fischöl abgeleiteten Ethanolamine beteiligt sein könnten. (Quelle: Balvers MG, et al. Biochim Biophys Acta, 2. Juli 2010 [im Druck])

Wissenschaft: Fibrose
Nach tierexperimenteller Forschung an der Universität von Erlangen-Nürnberg (Deutschland) verstärkte die Aktivierung des CB1-Rezeptors die negativen Konsequenzen einer Bleomycin-induzierten dermalen Fibrose, während Mäuse ohne CB1-Rezeptoren vor diesen Konsequenzen geschützt waren. Die Autoren folgerten, dass "die Inaktivierung des CB1 starke antifibrotische Wirkungen in einem durch eine Entzündung charakterisierten Modell der Fibrose ausübt". (Quelle: Marquart S, et al. Arthritis Rheum, 8. Juli 2010 [im Druck])

Wissenschaft: Schwangerschaft
Eine Exposition mit Cannabis vor der Geburt könnte mit Defiziten im späteren Leben assoziiert sein. Forscher der Universität von Pittsburgh (USA) begleiteten Kinder mit einer pränatalen Exposition mit verschiedenen Drogen bis zum Alter von 16 Jahren. So wie es für die pränatale Tabakexposition zutraf, so war auch eine Cannabisexposition mit Defiziten in der visuell-motorischen Koordination assoziiert. (Quelle: Willford JA, et al. Neurotoxicol Teratol, 30. Juni 2010 [im Druck])

Wissenschaft: Verletzung der Leber
Forscher am INSERM (Frankreich) untersuchten die Bedeutung des CB2-Rezeptors auf den regenerativen Prozess, der mit einer Verletzung der Leber nach akuter Hepatitis, die bei Mäusen durch eine Chemikalie ausgelöst worden war, assoziiert war. Eine Behandlung mit einem synthetischen CB2-Rezeptoragonisten (JWH-133) reduzierte die Verletzung der Leber und beschleunigte ihre Regeneration. (Quelle: Teixeira-Clerc F, et al. Hepatology, 25. Mai 2010 [im Druck])

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