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IACM-Informationen vom 13. März 2010

Wissenschaft: In einer Pilotstudie beeinträchtigte die medizinische Verwendung von Cannabis nicht die Ergebnisse von Patienten bei der Behandlung von Substanzmissbrauch

In einer Pilotstudie untersuchten kalifornische Wissenschaftler die Wirkungen der medizinischen Verwendung von Cannabis auf das Ergebnis bei Patienten, die an einer Behandlung ihres Substanzmissbrauchs teilnahmen. Von den Teilnehmern, die an ein öffentliches Substanzmissbrauch-Behandlungsprogramm in Kalifornien überwiesen worden waren, besaßen 13 eine Erlaubnis zur medizinischen Verwendung von Cannabis und 146 verwendeten keinen Cannabis aus medizinischen Gründen. Alle Personen, die Cannabis zu medizinischen Zwecken verwendeten, waren auf richterliche Anordnung zur Behandlung des Missbrauchs verpflichtet worden, hatten während der Therapie eine Erlaubnis zur medizinischen Verwendung von Cannabis beantragt und diese erhalten.

Die Forscher stellten fest, dass die Behandlungsergebnisse wegen der geringen Probengröße vorläufiger Natur seien, dass ihre Studie jedoch zeige, "dass Fragen zur Beziehung zwischen der medizinischen Verwendung von Marihuana und der Beteiligung an einer Drogenbehandlung systematisch beurteilt werden können". Cannabis schien bei Personen, die ihn aus medizinischen Gründen verwendeten, nicht eine Behandlung des Substanzmissbrauchs zu beeinträchtigen. Sie schnitten bei wichtigen Ergebniskategorien, z. B. Beendigung der Behandlung und Konflikte mit der Justiz, so gut oder besser ab als nicht-medizinische Cannabiskonsumenten. Die Autoren schlossen daraus, dass ihre explorative Studie nahe legt, dass die medizinische Verwendung von Cannabis "konsistent mit der Beteiligung an anderen Formen der Drogentherapie ist und positive Behandlungsergebnisse nicht beeinflussen könnte", und dass "die medizinische Verwendung von Marihuana bei der Suchttherapie als ein Mittel zur Schadensreduzierung gerechtfertigt seien kann".

Der Artikel ist verfügbar unter:
www.harmreductionjournal.com/content/pdf/1477-7517-7-3.pdf

(Quelle: Swartz R. Medical marijuana users in substance abuse treatment. Harm Reduct J 2010;7(1):3.)

Kurzmeldungen

Neuseeland: Medizinische Verwendung
Nach einem Bericht des Ausschusses für Gesetze (Law Commission) sollte Cannabis für die medizinische Verwendung erlaubt werden. Der Vorsitzende des Ausschusses, Sir Geoffrey Palmer, erklärte am 11. Februar, es gebe "einen Rahmen für eine Anzahl unterschiedlicher Herangehensweisen" hinsichtlich der Drogengesetzgebung in Neuseeland. Im Bericht heißt es, dass es "keinen Grund gibt, warum Cannabis nicht unter bestimmten Bedingungen für medizinische Zwecke erlaubt werden sollte". Justizminister Simon Power erklärte, dass er an dem Bericht interessiert sei, er aber die medizinische Verwendung von Cannabis nicht erlauben werde. (Quelle: www.stuff.co.nz vom 11. Februar 2010)

Holland: Schizophrenie
Wissenschaftler der Universitäten von Utrecht und Maastricht erhalten 24 Millionen EUR (etwa 33 Millionen US-Dollar) von der EURopäischen Union, um Therapiemöglichkeiten für die Schizophrenie zu untersuchen. Eine der fünf Studien wird den möglichen Nutzen des natürlichen Cannabinoids Cannabidiol (CBD) untersuchen. (Quelle: Universität von Utrecht vom 4. März 2010, www.umcutrecht.nl)

Wissenschaft: Psychose
Australische Wissenschaftler untersuchten mehr als 3801 Männer und Frauen, die zwischen 1981 und 1984 geboren sind, und begleiteten sie bis über ihr 21. Lebensjahr hinaus, um sie über ihren Cannabiskonsums zu befragen und auf psychotische Episoden zu untersuchen. Etwa 18 Prozent gaben einen Cannabiskonsum bis zu drei Jahren, 16 Prozent von vier bis fünf Jahren und 14 Prozent einen Konsum von sechs Jahren oder länger an. In ihrem Artikel stellten sie fest, dass "verglichen mit jenen, die keinen Cannabis konsumiert hatten, junge Erwachsene, die vor sechs oder mehr Jahren erstmals Cannabis konsumiert hatten, zweimal so wahrscheinlich eine nicht-affektive Psychose (wie eine Schizophrenie) entwickelt hatten". (Quelle: McGrath J, et al. Arch Gen Psychiatry, 1. März 2010 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Sucht
Nach einer systematischen Übersicht und einer Metaanalyse gibt es nur eine geringe Beteiligung von Veränderungen des CB1-Rezeptors bei der Anfälligkeit für eine Substanzabhängigkeit. (Quelle: Benyamina A, et al. Addict Biol, 26. Februar 2010 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Epilepsie
Das natürliche Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabivarin (Delta-9-THCV) reduzierte die Anfallsaktivität in einem Rattenmodell für Epilepsie. (Quelle: Hill AJ, et al. Epilepsia, 26. Februar 2010 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

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