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IACM-Informationen vom 21. November 2009

IACM: Ein neuer Artikeltyp gibt Hintergrundinformationen zu neuen wichtigen Forschungsergebnissen

Ein neuer Artikeltyp gibt Hintergrundinformationen zu neuen wichtigen Eine neue Art von Artikeln ("Artikel des Monats"), die im Allgemeinen einmal monatlich veröffentlicht und von dem neu gebildeten Herausgeberbeirat ausgewählt werden, wird das Herz der IACM-Online-Zeitschrift Cannabinoids. Diese Artikel sollen kurz über eine wichtige Veröffentlichung in einer anderen Zeitschrift mit Bedeutung für die medizinische Verwendung von Substanzen (Cannabis, Cannabinoide, etc.), die das Endocannabinoidsystem beeinflussen, berichten. Artikel des Monats sollen im Allgemeinen von Mitgliedern des Herausgeberbeirats geschrieben werden, können jedoch auch von eingeladenen Autoren abgefasst werden. Sie sollen wie die IACM-Informationen in fünf Sprachen erscheinen.

Der erste Artikel mit dem Titel "THC kann Symptome der Schizophrenie verbessern" von Franjo Grotenhermen wurde am 21. November veröffentlicht. Mitglieder des Herausgeberbeirats sind: Arno Hazekamp, Barbara Costa, Beat Lutz, Bela Szabo, Daniela Parolaro, Donald Abrams, Ethan Russo, Franjo Grotenhermen, Javier Fernández-Ruiz, John Zajicek, Kirsten Müller-Vahl, Manuel Guzman , Mark Ware, Mauro Maccarrone, Philip Robson, Raphael Mechoulam, Richard E. Musty, Robert Melamede, Roger Pertwee, Ruth Ross, Vincent Maida, Vincenzo Di Marzo, William Notcutt.

www cannabis-med.org
=> deutsch => Zeitschrift => CANNABINOIDS

Wissenschaft: Cannabisextrakt Sativex kann Schmerzen von Krebspatienten reduzieren

Eine klinische Studie mit dem Cannabisextrakt Sativex bei Krebspatienten, die bereits im Jahr 2005 auf der Internetseite des Unternehmens GW Pharmaceuticals und in den IACM-Informationen veröffentlicht worden war, wurde nun in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. Insgesamt wurden 177 Patienten, die an Schmerzen litten, die nicht ausreichend mit Opiaten kontrolliert werden konnten, in eine zweiwöchige Plazebo-kontrollierte Studie aufgenommen. Sie erhielten entweder Sativex, das gleiche Mengen an THC und CBD enthält (n = 60), einen THC-reichen Cannabisextrakt (n = 58) oder ein Plazebo (n = 59). Die Patienten nahmen während der Studie weiterhin ihre übrigen Schmerzmedikamente ein.

Die durchschnittliche Reduzierung der Schmerzen auf einer numerischen Skala war in der Sativex-Gruppe verglichen mit der Placebo-Gruppe signifikant überlegen ( -1,37 gegenüber -0,69). Die durchschnittliche Reduzierung in der THC-Extraktgruppe war dem Placebo nicht signifikant überlegen (-1,01 gegenüber -0,69). Verglichen mit der Placebo-Gruppe zeigten zweimal so viele Patienten, die Sativex (THC/CBD) einnahmen, eine Verbesserung der Schmerzreduzierung gegenüber dem Ausgangswert um mehr als 30 Prozent (43 Prozent gegenüber 21 Prozent), während es nur 23 Prozent in der THC-Gruppe waren. Die Forscher folgerten, dass ihre "Studie zeigt, dass THC:CBD-Extrakt wirksam bei der Linderung von Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die nicht vollständig durch starke Opiate gelindert werden, sein kann".

(Quelle: Johnson JR, Burnell-Nugent M, Lossignol D, Ganae-Motan ED, Potts R, Fallon MT. Multicenter, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study of the Efficacy, Safety, and Tolerability of THC:CBD Extract and THC Extract in Patients With Intractable Cancer-Related Pain. J Pain Symptom Manage, 4. November 2009 [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

USA: Amerikanische Ärztegesellschaft ruft dazu auf, das Verbot der Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke zu überprüfen

Die amerikanische Ärztegesellschaft hat bei ihrem Treffen vom 8. bis 10. November in Houston dafür gestimmt, ihre lang beibehaltene Position, dass Marihuana eine Substanz der Klasse I ohne medizinischen Wert bleiben sollte, zu verändern. Die Klasse I ist die einzige Klasse kontrollierter Substanzen, die nicht von einem Arzt verschrieben werden dürfen. Die Ärztegesellschaft nahm einen Bericht seines Ausschusses für Wissenschaft und öffentliche Gesundheit mit dem Titel "Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke" an, der den therapeutischen Nutzen von Cannabis bestätigte und weitere Forschung forderte.

Dieser Bericht folgerte, dass "kurze kontrollierte Studien nahe legen, dass gerauchter Cannabis neuropathische Schmerzen reduziert, den Appetit und die Kalorienaufnahme besonders bei Patienten mit reduzierter Muskelmasse verbessert und Spastik und Schmerzen bei Patienten mit multipler Sklerose lindern kann". In der Resolution heißt es, dass die Ärztegesellschaft "darauf drängt, dass der Status von Marihuana als bundesbehördlich kontrollierte Substanz der Klasse I mit dem Ziel der Erleichterung der Durchführung klinischer Forschung und der Entwicklung von Medikamenten auf Cannabinoidbasis überprüft wird. Dies sollte nicht als eine Bestätigung der medizinischen Cannabisprogramme auf staatlicher Ebene oder der Legalisierung von Marihuana betrachtet werden, oder dass die wissenschaftliche Datenlage zur therapeutischen Verwendung von Cannabis die gegenwärtigen Standards für ein rezeptierfähiges Medikament erfüllt".

Weitere Informationen unter:
- www.ama-assn.org/assets/meeting/mm/i-09-statements-recommendations.pdf
- AmericansForSafeAccess.org/downloads/AMA_Report_Executive_Summary.pdf

(Quellen: Internetseite der amerikanischen Ärztegesellschaft, Americans for Safe Access, UPI vom 10. November 2009)

Kurzmeldungen

USA: Neumexiko
Nach einem Artikel von Associated Press gibt es 755 registrierte Patienten, denen es in Neumexiko erlaubt ist, Cannabis für medizinische Zwecke zu verwenden. Bisher gibt es fünf lizenzierte Produzenten von Cannabis, von denen jeder bis zu 95 Pflanzen produzieren darf. (Quelle: Associated Press vom 16. November 2009)

Wissenschaft: THC und CBD
Nach Forschung am Kingskolleg in London (Großbritannien) haben THC und CBD (Cannabidiol) gegenteilige Wirkungen auf die Hirnfunktion. Die Wissenschaftler untersuchten die Hirnfunktion von gesunden Freiwilligen, die die Cannabinoide erhielten, mit funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT). Eine Vorbehandlung mit CBD beugte zudem psychischen THC-Wirkungen vor. (Quelle: Bhattacharyya S, et al. Neuropsychopharmacology, 18. November 2008 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Allergische Dermatitis
Tierexperimentelle Forschung der Endocannabinoid-Forschungsgruppe (Italien) legt nahe, dass das Endocannabinoid Palmitoylethanolamid wirksam gegen eine allergische Kontakt-Dermatitis sein könnte. (Quelle: Petrosino S, et al. Allergy, 11. November 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Epilepsie
Nach Forschung an der Universität von Reading (Großbritannien) hemmte das Cannabinoid CBD die epileptische Aktivität bei Tieren. Sie folgerten, dass dies "das Potenzial von CBD als eine neue antiepileptische Substanz" zeige. (Quelle: Jones NA, et al. J Pharmacol Exp Ther, 11. November 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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up

Kongresse

Uruguay: Kurs zu Cannabis als Medizin.

USA: Cannabis Quality, 19. - 21. Juli 2016, Los Angeles.

Frankreich: Kongress der UFCM, 21. Oktober 2016, Straßburg.

Schweiz: SACM-Tagung 2016,12. November 2016, Bern.

Israel: The International Medical Cannabis Conference, 11. - 13. September, 2016 

Die Cannabinoid Conference 2017 der IACM, 29.-30. September 2017, Köln, Deutschland.

Filme für Ärzte

Filme für Ärzte und Patienten, die die Möglichkeiten einer medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten in Deutschland erläutern.

Erklärung

Erklärung der Menschenrechte für den medizinischen Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden

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