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IACM-Informationen vom 10. Oktober 2009

IACM: Mitgliederversammlung ändert Namen in Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 2. Oktober hat die IACM ihren Namen und die Satzung geändert sowie Ethan Russo aus den USA als neuen Vorsitzenden gewählt. Neue Mitglieder des IACM-Vorstands sind Manuel Guzman von der Universität Madrid (Spanien) und Arno Hazekamp von der holländischen Gesellschaft für legalen Cannabis und seine Bestandteile als Medizin (NCSM). Die folgenden Vorstandsmitglieder wurden wieder gewählt: Roger Pertwee (Großbritannien), Ethan Russo (USA), Willy Notcutt (Großbritannien), Franjo Grotenhermen (Deutschland), Kirsten Müller-Vahl (Deutschland), Daniela Parolaro (Italien), Mark Ware (Kanada) und Rudolf Brenneisen (Schweiz). Clare Hodges (Großbritannien) wurde als Patientenvertretung der IACM wieder gewählt.

Die IACM ehrte vier Personen für besondere Leistungen hinsichtlich der Wiedereinführung von Cannabis und Cannabinoiden als Medizin. Der IACM-Preis 2009 für klinische Forschung geht an Mark Ware, der IACM-Preis 2009 für Grundlagenforschung geht an Manuel Guzman, der IACM-Preis 2009 für junge Forscher geht an Istvan Katona, und der IACM-Sonderpreis 2009 geht an Ethan Russo.

Die Mitgliederversammlung stellte fest, dass die Entwicklung von Medikamenten, die das Endocannabinoidsystem beeinflussen, eine zunehmende Zahl von Substanzen umfasst, und dass die IACM für alle Wissenschaftler, Ärzte und andere, die an der medizinischen Verwendung von Substanzen, die das Endocannabinoidsystem beeinflussen, interessiert sind, attraktiv sein sollte. Es wurde entschieden, einen Namen zu wählen, der diese Entwicklung widerspiegelt. Die Ziele der IACM sind nun klarer formuliert. In der neuen Satzung heißt es: "Der Zweck des Vereins ist die Förderung der Kenntnisse über Cannabis, die Cannabinoide, das Endocannabinoidsystem und verwandte Themen. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch folgende Maßnahmen:
- Unterstützung der Forschung zu Cannabisprodukten und dem Endocannabinoidsystem,
- Förderung des Informationsaustausches zwischen Forschern, Ärzten, Patienten und der Öffentlichkeit,
- Erarbeitung und Verbreitung zuverlässiger Informationen zur Pharmakologie, Toxikologie und dem therapeutischen Potential von Cannabis und Modulatoren des Endocannabinoidsystems,
- Beobachtung und Dokumentation nationaler und internationaler Entwicklungen hinsichtlich Cannabinoidtherapeutika,
- Kooperation mit anderen Organisationen und Gesellschaften, die die Zwecke und Ziele der IACM teilen."

IACM: Neue Ergebnisse klinischer Forschung beim Kongress des Jahres 2009

Etwa 90 Wissenschaftler, Ärzte und andere nahmen vom 2. bis 3. Oktober am 5. Kongress der IACM zu Cannabinoiden in der Medizin in Köln teil. Hier einige Ergebnisse klinischer Forschung, die beim Kongress vorgestellt wurden.

(1) Dr. John Zajicek vom Peninsula-Kolleg für Medizin in Plymouth (Großbritannien) stellte Daten zu einer Plazebo-kontrollierten Studie mit einem kapsulierten Cannabisextrakt (Cannador) bei 279 Patienten mit multipler Sklerose, die an störender Muskelsteifheit litten, vor. Die Rate der Linderung der Muskelsteifheit nach 12 Wochen war verglichen mit dem Plazebo bei Verwendung des Cannabisextrakts nahezu doppelt so groß (29,4 Prozent gegenüber 15,7 Prozent). Vergleichbare Ergebnisse wurden für die Linderung von Schmerzen, Spasmen und Schlafqualität gefunden.

(2) Dr. Donald Abrams von der Universität Kalifornien in San Francisco (USA) stellte Daten zur zusätzlichen Verwendung von inhaliertem Cannabis bei 21 Patienten, die stabile Dosen lang wirkender Opiate (Morphium oder Oxycodon) erhielten, vor. Die Teilnehmer erhielten drei Tage lang dreimal täglich verdampften Cannabis. Die Forscher folgerten, dass "die zusätzliche Gabe von verdampftem Cannabis bei Personen, die stabile Dosen Morphium und Oxycodon erhalten, die Schmerzlinderung zu verstärken scheint". Cannabis tendierte auch dazu, die Konzentration der Opioide im Blut zu senken.

(3) Dr. Mark Ware von der McGill-Universität in Montreal (Kanada) stellte Ergebnisse der COMPASS-Studie, die die Sicherheit von Cannabis bei der Behandlung von Schmerzen untersuchte, vor. Die Studie untersuchte Nebenwirkungen von standardisiertem pflanzlichen Cannabis, der ein Jahr lang an 215 Schmerzpatienten verteilt worden war. Verglichen mit 216 Kontrollpersonen, die keinen Cannabis erhalten hatten, gab es keine Unterschiede bei schweren unerwünschten Ereignissen. Die durchschnittliche Cannabisdosis betrug 1,86 Gramm pro Tag. Die Forscher folgerten, dass "eine einjährige Verwendung von Cannabis gegen chronische Schmerzen nicht mit größeren Veränderungen der Lungenfunktion, der hormonellen Funktion, der kognitiven Leistungsfähigkeit oder ernsthaften Nebenwirkungen verbunden ist".

(4) Dr. Vincent Maida von der Universität Toronto (Kanada) stellte Daten von einer Beobachtungsstudie mit Nabilon, einem THC-Abkömmling, bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Krebs vor. Daten von 112 Patienten (47 mit Nabilon, 65 nicht mit Nabilon behandelt) erfüllten die Kriterien für die Analyse. Die Schmerzwerte und der gesamte Opiatverbrauch waren bei den mit Nabilon behandelten Patienten im Vergleich mit Patienten, die kein Nabilon erhalten hatten, signifikant reduziert. Die Übelkeit und der Gesamtstress waren ebenfalls durch Nabilon reduziert.

Mehr im Kongressband unter:
www.iacm2009.org

Kurzmeldungen

USA: Colorado
Nach einem Zeitungsbericht hat sich die Zahl der Personen, die für die legale Verwendung von Cannabis für medizinische Zwecke registriert sind, im vergangenen Jahr auf etwas über 11.000 nahezu verdreifacht. Es wird erwartet, dass diese Zahl bis zum Ende des Jahres auf 15.000 ansteigt. (Quelle: Aspen Daily News vom 8. Oktober 2009)

Wissenschaft: Diabetische Neuropathie
Nach klinischer Forschung am königlichen Hallamshire-Krankenhaus in Sheffield (Großbritannien) reduzierte ein standardisierter Cannabisextrakt (Sativex) nicht die Schmerzen bei 30 Patienten mit diabetischer Neuropathie. In dieser kontrollierten Studie erhielten die Teilnehmer täglich entweder Sativex oder ein Plazebo. Es gab keine signifikanten Unterschiede bei der Schmerzlinderung oder anderen Zielgrößen. (Quelle: Selvarajah D, et al. Diabetes Care, 6. Oktober 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Neuropathische Schmerzen
Nach tierexperimenteller Forschung an der Universität Neapel (Italien) reduzierte ein selektiver CB2-Rezeptoragonist neuropathische Schmerzen nach einer Nervenverletzung. Die Behandlung mit dem Cannabinoid reduzierte die Entzündung. (Quelle: Luongo L, et al. Neurobiol Dis, 2. Oktober 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Nachweis des Cannabiskonsums
Nach Forschung am Nationalen Institut für den Drogenmissbrauch in Baltimore (USA) kann THC im Blut von regelmäßigen Cannabiskonsumentinnen mehr als sechs Tage nach dem letzten Konsum nachweisbar sein. Von 25 Teilnehmern hatten neun chronische Konsumenten (36 Prozent) kein messbares THC während siebentägiger Cannabisabstinenz. 16 hatten mindestens einen positiven THC-Nachweis von mehr als 0,25 ng/ml, jedoch nicht notwendigerweise am ersten Tag. Am 7. Tag, sechs volle Tage nach Beginn einer kontrollierten Cannabisabstinenz, wiesen sechs Teilnehmer weiterhin nachweisbare THC-Konzentrationen auf, und alle 25 hatten messbare Konzentrationen an THC-COOH. Die höchsten beobachteten THC-Konzentrationen beim Beginn der Studie (Tag 1) und am Tag 7 waren 7,0 bzw. 3,0 ng/ml. (Quelle: Karschner EL, et al. Addiction, 5. Oktober 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Cannabis- und Alkoholkonsum
Nach einer Studie an der Medizinischen Fakultät der Yale-Universität in New Haven (USA) mit 28 täglichen Cannabiskonsumenten verstärkten solche mit früherem Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit ihren Alkoholkonsum während einer Cannabisabstinenz-Periode. Die Teilnehmer wurden einem 13-tägigen Cannabisabstinenz-Zeitraum unterworfen, und solche mit früherem problematischen Alkoholkonsum verstärkten ihren Alkoholkonsum um durchschnittlich 52 Prozent. (Quelle: Peters EN, et al. Drug Alcohol Depend, 22. September 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Vererbbarkeit von Cannabiskonsum
Nach einer Studie an der Universität Amsterdam mit 3115 Zwillingen gab es einen mäßig starken genetischen Einfluss (44 Prozent) auf den Beginn eines Cannabiskonsums. Der verbliebene Anteil der Gründe wurde durch Umwelteinflüsse verursacht, denen beide Zwillinge unterworfen waren (31 Prozent), und durch Umweltfaktoren, die nur von einem Zwilling erlebt wurden (24 Prozent). (Quelle: Vink JM, et al. Addict Behav, 12. September 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Angst
Nach einer Studie am Schizophrenie-Forschungsinstitut in Darlinghurst (Australien) verursachte eine chronische, jedoch nicht eine akute Gabe des Pflanzencannabinoids Cannabidiol (CBD) angstlösende und antipsychotische Wirkungen bei Mäusen. (Quelle: Long LE, et al. Int J Neuropsychopharmacol, 29. September 2009 [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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