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IACM-Informationen vom 18. Juli 2009

Wissenschaft: Klinische Phase-III-Studie mit dem Cannabisextrakt Cannador erfolgreich bei multipler Sklerose

Kürzlich wurde eine klinische Studie mit dem standardisierten Cannabisextrakt Cannador bei 279 Patienten mit multipler Sklerose, die an Muskelsteifheit litten, unter der Leitung von Dr. John Zajicek, Professor an der medizinischen Fakultät von Plymouth (Großbritannien), abgeschlossen. Die Studie erreichte ihr primäres Ziel, den Nachweis der Überlegenheit von Cannador über Plazebo bei der Behandlung von Muskelsteifheit. Der Extrakt war dem Plazebo auch hinsichtlich sekundärer Wirksamkeitsparameter, wie Schmerzen, Muskelkrämpfe, Schlafqualität und Fragebogen zur Schwere der Spastik sowie zur allgemeinen Beeinträchtigung durch die multiple Sklerose überlegen.

Die Studie, die an 22 Zentren in Großbritannien durchgeführt worden war, wurde von der Gesellschaft für klinische Forschung (Deutschland) und dem pharmazeutischen Unternehmen Weleda (Schweiz) gesponsert. Es war eine randomisierte, doppelblinde, Plazebo-kontrollierte Phase-III-Studie, bei der 143 Patienten den kapsulierten Cannabisextrakt und 134 ein Plazebo erhalten hatten. Jede Cannador-Kapsel enthielt 2,5 mg THC (Dronabinol) und etwa 1,25 mg CBD (Cannabidiol). Die Patienten erhielten den Extrakt oder das Plazebo 12 Wochen lang, von denen die ersten zwei Wochen der Ermittlung der individuellen Dosis jedes Patienten dienten.

Dieser Artikel mit vorläufigen Informationen basiert auf dem klinischen Studienbericht und wurde in Kooperation mit den Sponsoren abgefasst. Detaillierte Ergebnisse werden bei einem Kongress in Düsseldorf (ECTRIMS) im September präsentiert und danach in den IACM-Informationen vorgestellt.

(Quelle: Persönliche Mitteilung durch das Institut für klinische Forschung, Berlin)

Kurzmeldungen

Großbritannien: GW Pharmaceuticals
Das britische Unternehmen GW Pharmaceuticals erhielt eine Lizenz für die kommerzielle Herstellung seines Cannabisextrakts Sativex. Eine neue Anlage ist zunächst in der Lage, Sativex-Mengen zu produzieren, die ausreichen, um 25.000 Patienten pro Jahr zu behandeln. Im Mai stellte GW in Großbritannien und Spanien einen Zulassungsantrag für Sativex bei der Behandlung der Spastik bei multipler Sklerose nach dem EURopäischen dezentralisierten Verfahren. Es wird erwartet, dass das Ergebnis des Antrages gegen Ende 2009/Anfang 2010 bekannt sein wird. (Quelle: Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 16. Juli 2009)

USA: New Hampshire
Gouverneur John Lynch legte am 10. Juli sein Veto gegen eine Gesetzesvorlage ein, die New Hampshire zum 14. Staat gemacht hätte, der die Verwendung von Cannabis für Schwerkranke erlaubt. Die Mitglieder von Senat und Repräsentantenhaus hatten erhebliche Veränderungen an der Gesetzesvorlage vorgenommen, in der Hoffnung, die Zustimmung von Lynch, der von Anfang an skeptisch war, zu erhalten. Aber der Gouverneur erklärte, die Gesetzesvorlage habe zu viele Defizite. Sie hatte das Repräsentantenhaus im letzten Monat mit 232 zu 108 Stimmen und den Senat mit 14 zu 10 Stimmen passiert. Um das Veto zu überstimmen, braucht die Gesetzesvorlage zwei Drittel der Stimmen in beiden Kammern. Sollte das Veto überstimmt werden, so würden nach dem Gesetz drei nicht profitorientierte Zentren eingerichtet, die alle zehn Tage bis zu zwei Unzen (etwa 57 Gramm) Cannabis an Schwerkranke, deren Ärzte die Verwendung der Droge erlauben, abgeben. (Quelle: Associated Press vom 10. Juli 2009)

USA: Kalifornien
Eine Gesetzesvorlage, die Cannabis in Kalifornien so wie Alkohol besteuern und regulieren würde, würde dem Staat nach einer offiziellen Analyse, die am 15. Juli von Steuerbeamten veröffentlicht wurde, nahezu 1,4 Milliarden US-Dollar (etwa 1 Milliarde EURo) an Einnahmen bringen. Die Gesetzesvorlage, die im Februar vom Tom Ammiano, Mitglied des staatlichen Repräsentantenhauses, eingebracht worden war, würde es Erwachsenen über 21 Jahren erlauben, Cannabis legal zu besitzen, anzubauen und zu verkaufen. Ammiano hat die Gesetzesvorlage als einen Weg beworben, der helfen soll, die Budget-Probleme des Staates zu überwinden. (Quelle: Associated Press vom 15. Juli 2009)

Wissenschaft: Fibrose
Nach Zellforschung von Wissenschaftlern der Universität von Siena (Italien) zeigte ein synthetisches Cannabinoid (WIN 55,212-2) eine antifibrotische Aktivität bei Sklerodermie-Fibroblasten. Sowohl CB1- als auch CB2-Rezeptoren waren bei diesen Fibroblasten im Vergleich mit gesunden Fibroblasten vermehrt. Die Forscher folgerten, dass Cannabinoide möglicherweise "eine neue Klasse von Substanzen darstellen, die fibrotische Erkrankungen" beeinflussen. (Quelle: Garcia-Gonzalez E, et al. Rheumatology (Oxford), 9. Juli 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Leberzirrhose
Nach Forschung an der hebräischen Hadassah-Universität in Jerusalem mit einem Tiermodell der Leberzirrhose und von Hirnschäden wegen Leberzirrhose verbesserte das natürliche Cannabinoid CBD die durch die Erkrankung beeinträchtigte kognitive und motorische Funktion. (Quelle: Magen I, et al. J Hepatol, 27. Mai 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft: Acetaminophen
Nach Forschern aus Indien verursacht Acetaminophen (Paracetamol) angstlösende Wirkungen und diese Wirkungen werden vermutlich durch das Endocannabinoidsystem vermittelt. (Quelle: Umathe SN, et al. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry, 3. Juli 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

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