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IACM-Informationen vom 14. Mai 2005

USA: Gesetzesvorlage, die die medizinische Verwendung von Cannabis erlauben würde, in den Kongress eingebracht

Die Republikaner Ron Paul (Texas) und Dana Rohrabacher (Kalifornien) haben zusammen mit den Demokraten Sam Farr (Kalifornien), Barney Frank (Massachusetts), Maurice Hinchey (New York) und weitere 25 Unterstützer am 4. Mai erneut eine Gesetzesvorlage in den Kongress (Repräsentantenhaus) eingebracht, die die medizinische Verwendung von Marihuana durch Schwerkranke in Staaten mit einer entsprechenden Gesetzgebung erlauben würde.

Bei der Vorstellung des Gesetzesentwurfes wurde Herr Frank vom Fernseh-Talkmaster Montel Williams begleitet, der Cannabis verwendet und erklärt, es sei das einzige, was die Symptome seiner multiplen Sklerose lindere. "Es macht überhaupt keinen Sinn, dass die Bundesregierung den Wählerwillen eines Staates bei dem, was beim persönlichen Konsum kriminalisiert und was nicht kriminalisiert sein sollte, außer Kraft setzt," erklärte Herr Rohrabacher.

HR 2087 würde Cannabis im Bundesgesetz so umstufen, dass Ärzte es legal in den Staaten verschreiben könnten, die seine Verwendung nach dem staatlichen Gesetz anerkennen. Es würde Marihuana von der Stufe I (strafrechtlich verbotene Droge) in die Stufe II (verschreibungsfähige Substanz) umstufen und zudem die Einrichtung eines Verteilungssystems für medizinischen Cannabis durch die staatlichen Gesetzgeber erlauben. 10 Staaten haben Gesetze, die medizinische Marihuana-Patienten effektiv vor Verhaftung schützen: Alaska, Kalifornien, Colorado, Hawaii, Maine, Nevada, Oregon, Vermont und Washington. Ein Gesetz von Maryland schützt Patienten vor Gefängnisstrafen, schützt jedoch nicht vor Verhaftung.

Im Juli 2003 hatte das Repräsentantenhaus eine ähnliche Gesetzesvorlage abgelehnt. Sie wurde mit 273 zu 152 Stimmen zurückgewiesen, was enger als zuvor erwartet war. Im Jahre 1998 stimmten 310 Abgeordnete für eine Resolution, die die staatlichen medizinischen Marihuana-Gesetze verurteilte, und nur 93 dagegen.

(Quellen: Associated Press vom 4. Mai 2005, Washington Times vom 5. Mai 2005, Washington Examiner vom 11. Mai 2005)

Kurzmeldungen

Holland: Umfrage zur Legalisierung
Jeder zweite Niederländer ist laut einer Umfrage für die Zeitung "Trouw" für die völlige Legalisierung von Cannabis. Weitere 15 Prozent geben der bisherigen Tolerierungspolitik auch künftig den Vorzug. Nur ein Drittel befürwortet einen strengeren Umgang mit dem Rauschmittel. Gegenwärtig ist der Anbau von Cannabis in den Niederlanden illegal, der Besitz und Erwerb geringer Mengen und sein Verkauf in Coffee-Shops wird jedoch toleriert. Auch 20 von 30 befragten Bürgermeistern der größten niederländischen Städte befürworten eine völlige Legalisierung. "Die Drogenpolitik ist sehr schizophren. Es ist, als würde man einem Bäcker sagen, er könne Brot verkaufen, dürfe aber kein Mehl kaufen", sagte der Bürgermeister von Maastricht, Gerd Leers. (Quelle: Der Standard vom 27. April 2005)

Kanada/USA: Meinungsumfragen
Nach einer Umfrage durch Ipsos-Reid für das internationale Woodrow-Wilson-Zentrum für Gelehrte und das kanadische Institut für nordamerikanische Angelegenheiten befürworten Erwachsene in Kanada und in den Vereinigten Staaten weniger harte Strafen beim Umgang mit Cannabis. 59 Prozent der Kanadier und 57 Prozent der Amerikaner sind danach der Auffassung, dass eine Verurteilung wegen Marihuana-Besitzes nicht immer zu einer Vorstrafe führen sollte. 1000 erwachsene Kanadier und 1000 erwachsene Amerikaner waren im April 2005 telefonisch befragt worden. (Quelle: Angus Reid vom 11. Mai 2005)

Wissenschaft: Endocannabinoide im Auge
Die Endocannabinoide Anandamid, 2-AG (2-Arachidonylglycerol) und PEA (Palmitylethanolamid) kommen in mehreren Geweben des Auges vor, darunter in der Bindehaut, der Iris, dem Ziliar-Körper und der Netzhaut. Neue Forschung weist nach, dass in Augen von Patienten mit Glaukom signifikant erniedrigte Konzentrationen von 2-AG und PEA im Ziliar-Körper vorkommen. Da der Ziliar-Körper ein wichtiges Gewebe für die Regulation des Augeninnendrucks ist, legen diese Befunde nahe, dass diese Endocannabinoide eine Rolle beim Glaukom spielen könnten. (Quelle: Chen J, et al. Biochem Biophys Res Commun 2005;330(4):1062-7)

Wissenschaft: CBD und Nervenschutz
Bei Ratten verursacht starker Alkoholkonsum einen deutlichen Abbau der Nerven in verschiedenen Hirnregionen. Amerikanische Forscher haben gezeigt, dass Cannabidiol (CBD) in einer dosisabhängigen Art und Weise diesen Nervenabbau hemmt. In ähnlicher Weise erzielten mehrere andere Antioxidanzien wie Alpha-Tokopherol (Vitamin E.) einen signifikanten Schutz. Die Autoren schlossen daraus, dass ihre Studie "den ersten Nachweis liefert, dass CBD in vivo neuroprotektiv wirkt und die Wirksamkeit lipophiler Antioxidanzien beim Schutz vor Äthanol-induzierten Nervenschäden zeigt." (Quelle: Hamelink C, et al. J Pharmacol Exp Ther 2005 May 5 [elektronische Publikation vor dem Druck])

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