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IACM-Informationen vom 22. November 2003

Wissenschaft: THC reduziert die Erregtheit bei der Alzheimer-Krankheit in einer Phase-II-Studie

Ergebnisse einer Multicenterstudie zeigen, dass THC (Dronabinol), der pharmakologisch wichtigste Inhaltsstoff von Cannabis, die Erregtheit (Agitation) bei Patienten mit der Alzheimer-Krankheit reduziert. Zudem folgten die Forscher, dass die reduzierte Erregtheit zu einer Entlastung der Betreuer führen kann. Die Ergebnisse wurden bei der 34. Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Pharmareferenten am 12. – 15. November in San Antonio, USA, vorgestellt.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Dronabinol eine wirksame Behandlung für erregtes Verhalten bei Patienten mit Alzheimer ist und schließlich bei der Reduzierung des Stresses helfen kann, den die Betreuer oft erleben," erklärte der Geriater Dr. Joel S. Ross, Mitglied der technischen Fakultät des Monmouth Medical Center und Leiter der Studie.

Die offene, randomisierte Parallel-Gruppen Phase-II-Studie umfasste 54 Patienten, von denen alle ein erregtes Verhalten aufwiesen (mittleres Alter: 81 Jahre). Nach einer einwöchigen Qualifizierungsphase, in der der Grad der Agitation bestimmt wurde, wurden die Patienten zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt (zweimal täglich 2,5 oder 5 mg THC). Die Behandlung mit THC dauerte 8 Wochen.

Das wichtigste Beurteilungskriterium was die Cohen-Mansfield-Agitations-Skala, die das Vorkommen pathologischen und störenden Verhaltens beurteilt. Nach neun Wochen fand sich eine signifikante Reduzierung der Agitationswerte in beiden Behandlungs-Gruppen. Es gab zudem einen Trend zu einer Abnahme der Werte für die Belastung der Betreuer.

Kurzfassung der Forschungsergebnisse unter:
www.cannabis-med.org/studies/study.php

(Quellen: Ross JS, Shua-Haim JR. Open-label study of dronabinol in the treatment of refractory agitation in Alzheimer’s disease: a pilot study. Poster presented at ASCP's 34th Annual Meeting, 2003; EURekAlert vom 14. November 2003)

IACM/Haworth: Die Produktion des Journal of Cannabis Therapeutics wird im Jahre 2004 eingestellt

"Mit großem Bedauern teile ich mit, dass das Journal of Cannabis Therapeutics zu Beginn des Jahres 2004 seine Produktion einstellen wird, wegen der geringen Zahl der Abonnenten und passender Artikeleinsendungen. Eine vollständigere Erklärung wird in JCANT, Ausgabe 4(1) veröffentlicht," erklärte Dr. Ethan Russo, Herausgeber der Zeitschrift und Vorstandsmitglied der IACM.

Die Zeitschrift wird von Haworth Press publiziert und ist die offizielle Zeitschrift der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin. Die erste Ausgabe erschien im Februar 2001, die letzte wird im Februar/März 2004 erscheinen. Die Texte aller Ausgaben sind auf der IACM-Webseite verfügbar.

Beginnend mit dem Jahr 2004 wird der IACM-Mitgliedsbeitrag für Vollmitglieder, die das Journal of Cannabis Therapeutics als Teil ihrer Mitgliedschaft erhielten, von 75 auf 60 EURo/US-Dollar reduziert. Andere Personen mit einem Vorausabonnement erhalten Erstattungen von Haworth Press. Dr. Russo und Dr. Franjo Grotenhermen, Geschäftsführer der IACM, möchten den Umfang der IACM-News, der viermal im Jahr erscheinende Mitglieder-Rundbrief der IACM, erweitern. Einiges vom Journal-Inhalt soll nun in den IACM-News erscheinen.

Kurzmeldungen

Wissenschaft: Antikrebs-Wirkungen von CBD
Jüngst wurde gezeigt, dass einige Cannabinoide Antikrebs-Eigenschaften besitzen. Diese neue Forschung zeigt, dass das nicht-psychoaktive Cannabinoid Cannabidiol (CBD) ebenfalls Antikrebs-Wirkungen bei menschlichen Gliomzellen ausübt. Gliome sind sehr bösartige Hirntumoren. Das Hinzufügen von CBD zu Gliomzellen in einem Kulturmedium verringerte die Zell-Lebensfähigkeit und induzierte Apoptosen (programmierter Zelltod). CBD, das Mäusen gegeben wurde, hemmte signifikant das Wachstum von unter die Haut gepflanzten menschlichen Gliom-Zellen. (Quelle: Massi P, et al. J Pharmacol Exp Ther 2003 [Elektronische Publikation vor dem Druck])

Großbritannien: Cannabis-Inhalator
Der frühere kommerzielle Arm der britischen Energie-Behörde hat einen Cannabis-Inhalator entwickelt. AEA-Technologie entwickelte dieses System der Cannabis-Verabreichung in Erwartung der Legalisierung der Droge für medizinische Zwecke. Das Unternehmen hat ein Patent für ein Aerosol eingereicht, das Cannabis zerstäuben würde, was eine Inhalation ermöglichen würde. (Quelle: The Sunday Herald vom 9. November 2003)

Kanada: Hausratsversicherung
Die Saskatchewan-Regierungsversicherung (SGI) bestätigte, dass es einen Antrag wegen medizinischen Cannabis, das aus einem Haus eines Bewohners von Regina gestohlen worden sei, erhalten habe. Diese Forderung könnte die erste dieser Art sein. "Wenn Sie eine Hausratsversicherung haben und es eine medizinische Lieferung ist, würde es gedeckt sein," erklärte Earl Camerron, Sprecher der Versicherung. (Quelle: Ottawa Citizen vom 18. November 2003)

USA: Detroit
Die Wähler von Detroit werden im August 2004 über einen Vorschlag abstimmen können, der die Legalisierung von Marihuana für medizinische Zwecke zum Ziel hat. 7.779 der Unterschriften, die von der Detroiter Koalition für mitfühlende Pflege (Coalition for Compassionate Care) eingereicht worden waren, wurden anerkannt, mehr als erforderlich. Im Jahre 2001 hatte die Gruppe bereits mehr als die erforderlichen Unterschriften gesammelt, aber die Justizabteilung von Detroit hatte die Petition angefochten und verhindert, dass die Gesetzesvorlage auf den Stimmzettel kam. "Die Justizabteilung hat diesmal keine Einwände erhoben," erklärte der Gründer der Koalition Tim Beck. (Quelle: Associated Press vom 21. November 2003)

Italien: Strengere Drogengesetze
Am 13. November hat die Regierung einen Vorschlag genehmigt, der es zu einem Vergehen machen würde, selbst die kleinsten Mengen an Drogen zu besitzen. Personen, die mit moderaten Mengen von Cannabis, Kokain oder anderen Drogen erwischt werden, werden beispielsweise mit dem Verlust ihres Führerscheins bestraft. Der Vorschlag muss noch vom Parlament verabschiedet werden, was wahrscheinlich ist. (Quelle: The Financial Times vom 15. November 2003)

Großbritannien: Weniger strenge Cannabisgesetze
Das britische Oberhaus hat mit 63 zu 37 Stimmen dafür votiert, Cannabis von einer Droge der Klasse B zu einer Droge der Klasse C herabzustufen. Dieses Votum war die letzte Hürde für den Umstufungsvorschlag der Regierung. Cannabis wird offiziell am 29. Januar 2004 zu einer "nicht zur Verhaftung führenden" Droge herabgestuft. Nach der Umstufung werden die meisten Vergehen wegen Cannabisbesitz von Erwachsenen zu einer polizeilichen Verwarnung und Konfiszierung der Droge führen.

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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