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IACM-Informationen vom 15. September 2001

Wissenschaft/Großbritannien: 77 Prozent zeigten Linderung in Schmerzstudien von GW

GW Pharmaceuticals erklärte am 10. September, dass sein Cannabis-Spray in klinischen Studien 77 Prozent der Patienten mit chronischen Schmerzen signifikanten Nutzen gebracht hätte. 41 der ersten 53 Patienten, die in die Phase I- and Phase II-Studien aufgenommen worden seien, hätten einen statistisch signifikanten Nutzen erfahren, darunter verminderte Schmerzen, verbesserter Schlaf und Linderung der Gesamtsymptomatik.

Nebenwirkungen, darunter Kopfschmerzen und Übelkeit, waren "voraussagbar und im Allgemeinen gut toleriert," fügte die Studie hinzu. Einige Patienten wurden berauscht, aber im Allgemeinen erlaubte die Möglichkeit, die Dosierung mit dem Spraymechanismus zu kontrollieren, den Anwendern, eine Balance zwischen der Schmerzreduzierung und psychischen Effekten zu finden.

Die Ergebnisse der Studien an drei Zentren in Großbritannien (Oxford, Great Yarmouth und London) wurden beim Treffen der Amerikanischen Akademie für Schmerzmanagement in Arlington vorgestellt.

Dr. William Notcutt vom James Paget Hospital in Great Yarmouth in Ostengland skizzierte vielversprechende Ergebnisse einer dieser Studien am 3. September bei einem Kongress der britischen Gesellschaft für Fortschritte in der Wissenschaft in Glasgow (Schottland). Er beobachtete 23 Personen mit nicht therapierbaren Schmerzen über mehr als ein Jahr. Nur einer der Patienten profitierte nicht vom Cannabis-Spray, der unter die Zunge eingenommen wird, und zwei andere hörten wegen Nebenwirkungen auf.

(Quellen: Reuters vom 3. und 10. September 2001, Financial Times vom 4. September 2001)

Wissenschaft/Großbritannien: 200 Patienten in Multiple-Sklerose-Studie des MRC aufgenommen

Am 6. September wurde bekannt gegeben, dass sich zweihundert Personen für die erste große britische Studie zur Wirkung von Cannabis bei multipler Sklerose angemeldet haben.

Das Forschungsvorhaben wird mit 1,2 Millionen Pfund (etwa 3,8 Millionen DM) vom Medical Research Council (MRC) gefördert. Das Studienprotokoll wurde von der Königlichen Pharmazeutischen Gesellschaft von Großbritannien entwickelt.

Dr. John Zajicek von Derriford Krankenhaus in Plymouth leitet das Projekt. Im Januar 2001 wurden die ersten Personen in Plymouth rekrutiert, und im Juni wurde die Studie national ausgedehnt. Insgesamt werden 660 Personen in dem dreijährigen Programm benötigt, das insgesamt 38 Krankenhäuser in Großbritannien einbeziehen wird.

Patienten erhalten zufällig eines von drei Präparaten, Kapseln mit Cannabisextrakt, THC-Kapseln (Marinol) oder Plazebokapseln. Ergebnisse werden im Sommer 2003 erwartet.

(Quelle: PA News vom 6. September 2001)

Kurzmeldungen

Wissenschaft: Nervenschutz
THC war nervenschützend bei Ratten, die die giftige Substanz Ouabain erhalten hatten. Mit THC behandelte Tiere zeigten in der akuten Phase ein um 22 % reduziertes Ödemvolumen und nach 7 Tagen um 36 % reduzierte Nervenschäden. Die Wirkung war nicht über den CB1-Rezeptor vermittelt. (Quelle: van der Stelt, et al. J Neurosci 2001 Sep 1;21(17):6475-6479)

Wissenschaft: Antitumor-Wirkungen
Ein synthetischer nicht-psychotroper Abkömmling des THC-Stoffwechselproduktes THC-CCOH zeigte bei Mäusen Antitumorwirkungen. Ajulämische Säure (CT3) hemmte das Wachstum von unter die Haut implantierten menschlichen Gliomzellen, indem es vor allem über CB2-Rezeptoren wirkte. In vitro war ajulämische Säure etwa halb so wirksam wie THC bei der Hemmung des Tumorwachstums gegen eine Anzahl von Krebszelllinien. Allerdings dauerte seine Wirkung länger an. (Quelle: Recht LD, et al. Biochem Pharmacol 2001 Sep 15;62(6):755-763)

Wissenschaft: Unterscheidung der Verwendung
11-COOH-THCV (11-nor-Delta-9-Tetrahydrocannabivarin-9-carboxylsäure), ein wichtiges Stoffwechselprodukt von Delta-9-Tetrahydrocannabivarin (THCV), wurde im Urin von Cannabiskonsumenten nachgewiesen, jedoch nicht bei Verwendern von Marinol (THC). Daher zeigt die Identifizierung von 11-COOH-THCV die Verwendung oder die Aufnahme von natürlichen Cannabisprodukten an. THCV ist eines der 9 bekannten Cannabinoide des THC-Typs. (Quelle: ElSohly et al. J Anal Toxicol 2001 Sep;25(6):476-480)

Wissenschaft: Schizotypische Merkmale
Die Beziehung zwischen Cannabiskonsum und schizotypischen Merkmalen wurde bei 20 gesunden Cannabiskonsumenten und 20 Kontrollen untersucht. Alle waren Studenten an der Universität Hamburg. Cannabiskonsumenten wiesen höhere scizotypische Punktzahlen auf. Schizotypische Personen scheinen wahrscheinlicher Cannabis zu konsumieren als die allgemeine Bevölkerung. (Quelle: Mass R, et al. Psychopathology 2001 Jul;34(4):209-214)

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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