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ACM-Mitteilungen vom 25. April 2015

Presseschau: Cannabis für Kinder (Frankfurter Allgemeine)

Die Therapie von Kindern mit THC bzw. Cannabis ist umstritten, weil die Droge bei Kindern und Jugendlichen mit größeren Nebenwirkungen assoziiert ist als bei Erwachsenen. Dennoch werden Cannabisprodukte bei Kindern mit schweren Erkrankungen, auch in vielen deutschen Kliniken, eingesetzt, weil der Nutzen die möglichen Risiken überwiegen kann. Ein Artikel in der FAZ beleuchtet die Thematik.

"Cannabis für Kinder"

Presseschau: Wäre THC wasserlöslich… (Hanf Journal)

Ein Artikel im Hanf Journal befasst sich mit der Frage, wie sich die Verwendung von Medikamenten auf Cannabisbasis im 19. und 20. Jahrhundert entwickelt hätte, wenn THC wasserlöslich und daher bereits im 19. Jahrhundert identifiziert worden wäre. Vermutlich wären diese Präparate heute ganz normale und etablierte Medikamente.

"Wäre THC wasserlöslich…"

…so wären Cannabisprodukte seit mehr als 50 Jahren ganz normale Medikamente
Wenn THC wasserlöslich wäre, wäre seine chemische Struktur nicht erst 1964 vollständig isoliert worden, sondern vermutlich mehr als 100 Jahre früher. Es hätte bereits im 19. Jahrhundert auf ihren THC-Gehalt standardisierte Medikamente auf Cannabisbasis gegeben. Man muss kein Prophet sein, um zu realisieren, dass solche Medikamente in den vergangenen 50 Jahren ganz normale akzeptierte Medikamente gewesen wären, die umfassend medizinisch erforscht worden wären. Die Diskussion um Cannabis als Medizin in den letzten Jahrzehnten wäre völlig anders verlaufen.

Die Jahre um 1880 waren nach Untersuchungen von Historikern eine Blütezeit der medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten in Mitteleuropa und den USA. Danach nahm ihre Bedeutung ab, so dass die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts den Tiefpunkt der medizinischen Nutzung von Cannabis in den westlichen Industrienationen darstellt.

Der Aufschwung synthetischer Medikamente
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist durch widerstreitende Aspekte gekennzeichnet. Die Diskreditierung von Cannabis als Rausch- und Genussmittel führte auch zur Diskreditierung des Einsatzes von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Zudem trug die forcierte Entwicklung synthetischer Medikamente – darunter Aspirin, Chloralhydrat, Bromural, Barbiturate und Opiate – zur Verdrängung der Naturprodukte, nicht nur von Cannabis, bei.

Die Zusammensetzung der medizinischen Cannabisextrakte war sehr variabel, so dass die Dosis der wirksamen Bestandteile unbekannt und die Stärke der Wirkungen nicht immer vorhersehbar waren. Cannabis war im Gegensatz zum Morphium oder den Salicylaten nicht wasserlöslich und so konnten zur damaligen Zeit keine standardisierten Zubereitungen hergestellt werden.

Die späten chemischen Analysen der Cannabinoide
Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre nahm das medizinische Interesse aufgrund der Forschung von Adams, Todd, Allentuck und Loewe erneut zu. Walter Siegfried Loewe war Professor für Pharmakologie an verschiedenen deutschen Universitäten gewesen, bevor er 1934 vor den Nazis in die USA emigrierte und dort 1936 seine Marihuana-Forschung aufnahm. In einer Übersicht aus dem Jahre 1950 mit dem Titel Cannabiswirkstoffe und Pharmakologie der Cannabinole fasste Loewe das damalige Wissen über die Chemie der Cannabinoide zusammen. Bereits 1942 war nachgewiesen worden, dass der aktivste Inhaltsstoff eine Substanz war, die die Wissenschaftler Charas-Tetrahydrocannabinol, kurz THC, nannten. Die genaue chemische Struktur war aber zu jener Zeit noch unklar.
Das Interesse an der Cannabisforschung erwachte erneut mit der exakten Identifizierung der chemischen Struktur des Delta-9-Tetrahydrocannabinol, kurz: Delta-9-THC oder THC, im Jahre 1964 durch die israelischen Wissenschaftler Gaoni und Mechoulam. Nunmehr setzte ein wahrer Boom in der Erforschung der Chemie, der Verstoffwechselung und der möglichen schädlichen und nützlichen Wirkungen von Cannabis und einzelner Cannabinoide ein.

Das Beispiel Opiate: wasserlöslich und therapeutisch akzeptiert
Was wäre gewesen, wenn die genaue chemische Struktur von Delta-9-THC bereits im 19. Jahrhundert ermittelt worden wäre, so dass Medikamente auf Cannabisbasis hätten standardisiert werden können?

Es reicht, sich das Beispiel der Opiate anschauen. Morphium konnte bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts identifiziert und synthetisiert werden und nicht wie THC erst mehr als 100 Jahre später. Morphium und andere Opiate sind wasserlöslich. Sie sind leicht kristallisierbar und konnten mit Analysemethoden von vor mehr als 150 Jahren exakt in ihrer chemischen Struktur beschrieben werden. THC und andere Cannabinoide sind dagegen fettlöslich. Trotz erheblichen Aufwands, der von einigen pharmazeutischen Firmen betrieben wurde, gelang es vor mehr als 100 Jahren nicht, die genaue chemische Struktur von THC zu ermitteln. Das gelang erst mit verbesserten Analyseverfahren vor 50 Jahren. Aus diesem Grund waren Medikamente auf Cannabisbasis nicht standardisierbar.

Die Mehrzahl der Ärzte entwickelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Anspruch, Medikamente exakt zu dosieren. Mit Cannabisprodukten war das nicht möglich. So wurden zunehmend synthetische Medikamente bevorzugt.

Wären Medikamente auf Cannabisbasis vor 150 Jahren standardisierbar gewesen, ihr Siegeszug wäre damals nicht aufzuhalten gewesen. Heute gilt es unter den Bedingungen der modernen Medizin, die ganz andere Anforderungen an therapeutische Akzeptanz von Medikamenten als die Medizin vor 100 Jahren hat.

Presseschau: Cannabis als Medizin: Regierung prüft noch (Deutsche Apotheker Zeitung)

Die Deutsche Apotheker Zeitung befasst sich mit den Plänen der Bundesregierung zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten mit Cannabinoidmedikamenten.

"Cannabis als Medizin: Regierung prüft noch"

Presseschau: Bundesapothekerkammer: Ärztlich verordnetes Cannabis konsequent wie ein Arzneimittel behandeln (ptext.de)

Die Bundesapothekerkammer verlangt, dass Medikamente auf Cannabisbasis nur in der Apotheke abgegeben werden sollten.

"Ärztlich verordnetes Cannabis konsequent wie ein Arzneimittel behandeln"

Presseschau: Marihuana-Wirkstoff zerstört Tumorzellen (N24.de)

N24.de befasst sich mit den krebshemmenden Eigenschaften der Cannabinoide.

"Marihuana-Wirkstoff zerstört Tumorzellen"

Presseschau: Risiken bei nichtmedizinischem Gebrauch von Cannabis (Deutsches Ärzteblatt)

Im Deutschen Ärzteblatt erschien ein Artikel zu den Risiken der Cannabisverwendung. Der Beitrag, der auf einer „selektiven“ Literaturrecherche basiert, macht einen wenig ausgewogenen Eindruck, weil vor allem Studien vorgestellt werden, die bei umstrittenen Themen, wie beispielsweise Auswirkungen des Cannabiskonsums auf Tumoren oder Suizidgedanken, die Risiken eher betonen.

"Risiken bei nichtmedizinischem Gebrauch von Cannabis"

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