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ACM-Mitteilungen vom 30. Juni 2012

Presseschau: Frühe Nutzenbewertung von Cannabis-Extrakt: G-BA weicht von IQWiG-Empfehlung ab (Deutsche Apotheker Zeitung)

Der gemeinsame Bundesausschuss hat am 21. Juni entschieden, dass der Cannabisextrakt Sativex einen Zusatznutzen besitzt und damit der Einschätzung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) widersprochen, der dem in 2011 zugelassenen Präparat keinen zusätzlichen Nutzen bescheinigt hatte (Hintergrundinformationen dazu in den ACM-Mitteilungen vom 21. April 2012). Der Beschluss des G-BA findet sich hier). Die Deutsche Apotheker Zeitung berichtete darüber.

Frühe Nutzenbewertung von Cannabis-Extrakt: G-BA weicht von IQWiG-Empfehlung ab (Deutsche Apotheker Zeitung)

Frühe Nutzenbewertung von Cannabis-Extrakt: G-BA weicht von IQWiG-Empfehlung ab
Berlin - Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sieht für Extrakte aus Cannabis Sativa (Sativex® von Almirall Hermal) einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen. Mit seinem gestern getroffenen Beschluss zur frühen Nutzenbewertung weicht das Gremium damit von der vorausgegangenen Empfehlung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ab.

Das Mundspray Sativex® (Wirkstoffkombination Delta-9-Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol) wurde am 1. Juli 2011 in Verkehr gebracht. Es ist zugelassen zur Symptomverbesserung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund von Multipler Sklerose (MS). Diese Patienten müssen zuvor nicht angemessen auf eine andere anti-spastische Arzneimitteltherapie angesprochen haben und zudem eine klinisch erhebliche Verbesserung von mit der Spastik verbundenen Symptomen während eines Anfangstherapieversuchs aufzeigen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie hatte der G-BA eine optimierte Standardtherapie mit Baclofen oder Tizanidin oder Wirkstoffen, die zur Behandlung von Spastik bei neurologischer Grunderkrankung zugelassen sind, bestimmt. Das IQWiG bemängelte in seinem Gutachten, dass Almirall diese Vorgaben in seinem Dossier nicht eingehalten habe.
Anders als das IQWiG sah der G-BA nach einer „intensiven Anhörung“ im weiteren Stellungnahmeverfahren durchaus die Möglichkeit, die vom Hersteller eingereichten Studien auszuwerten. Wie der G-BA-Vorsitzende Dr. Rainer Hess erklärte, fiel diese Auswertung positiv aus – wenn auch nur schwach. Daher hat der G-BA seinen Beschluss auch auf drei Jahre – bis zum 21. Juni 2015 – befristet. Bis dahin verspricht sich das Gremium weitere wissenschaftliche Erkenntnisse. Diese könnten dann eine weitergehende Bewertung ermöglichen, ob der Zusatznutzen – für den der G-BA derzeit nur einen Anhaltspunkt sieht – dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht.

Mit dem Beschluss des G-BA ist die Grundlage für die Preisverhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und Hersteller gelegt. Bislang liegen die Jahrestherapiekosten für einen MS-Patienten, der auf Sativex® anspricht, laut G-BA-Beschluss bei 5632,89 EURo (nach Abzug aller Rabatte). Für Non-Responder kostet der Therapieversuch 520,85 EURo. Die verschiedenen Wirkstoffe der Vergleichstherapie schlagen dagegen nur in einem Rahmen von knapp über 150 bis rund 830 EURo jährlich zu Buche.

Presseschau: GBA: THC-Spray Sativex mit geringem Zusatznutzen (Pharmazeutische Zeitung)

Auch die Pharmazeutische Zeitung berichtete über die Entscheidung des G-BA vom 21. Juni zu Gunsten von Sativex. Als nächster Schritt stehen Preisverhandlungen zwischen den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und dem Unternehmen Almirall, das Sativex in Deutschland vermarktet, an.

GBA: THC-Spray Sativex mit geringem Zusatznutzen (Pharmazeutische Zeitung)

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat dem Oromukosalspray Sativex einen geringen Zusatznutzen für den Gebrauch als Zusatztherapie bei MS-induzierter Spastik attestiert. Das meldet Hersteller Almirall. Die GBA-Beschlussfassung steht damit der Einschätzung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) entgegen. Dieses hatte Sativex® aus formalen Gründen keinen Zusatznutzen bescheinigt. «Wir sind zunächst sehr froh über die positive Entscheidung des GBA, die anerkennt, dass Sativex eine wichtige Rolle in der Befriedigung der Bedürfnisse der Patienten mit MS-induzierter Spastik spielt. Während der GBA den Zusatznutzen als gering definiert hat, glauben wir allerdings, dass Sativex für die Patienten einen beträchtlichen Zusatznutzen bietet und gehen zuversichtlich in die Preisverhandlungen, die den nächsten Schritt in diesem Prozess bedeuten», heißt es bei Almirall.

Das Spray ist als Zusatztherapie für Patienten mit Multipler Sklerose zugelassen, bei denen eine mittelschwere bis schwere Spastik nicht angemessen mit einer anderen antispastischen Medikation behandelt werden kann. In dem Endocannabinoidsystem-Modulator sind zwei Wirkstoffe, THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), enthalten. (ss)

Presseschau: Marihuana bekehrt singende Nazis: Rezept-Kiffen führt zu zweifelhaftem Wandel (Pressetext)

Über eine kuriose Nebenwirkung ihrer medizinischen Cannabisverwendung berichteten zwei früher rechtsradikale Sängerinnen aus den USA. Cannabis habe nicht nur ihre körperlichen Symptome gelindert, sondern auch zu einem Wandel ihrer Gesinnung geführt. Statt rechtsradikal seien sie nunmehr liberal.

Marihuana bekehrt singende Nazis: Rezept-Kiffen führt zu zweifelhaftem Wandel (pressetext)

New York (pte003/29.06.2012/06:10) - Die ehemaligen rechtsextremen Sängerinnen Lynx und Lamb Gaede haben einen Gesinnungswechsel hinter sich. Die früher als "Prussian Blue" bekannten Zwillinge, die mit rassistischen Texten und Gesinnungen auffielen, führen den Konsum von medizinischem Marihuana als Hauptgrund für die Abkehr vom nationalsozialsozialistischen Gedankengut an. Durch den Stress des Bühnenlebens haben beide körperliche Probleme bekommen, die mit herkömmlichen Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen waren. Heute führen die beiden nach eigenen Angaben einen liberalen Lebensstil.

Einfluss des Rausches
"Der Cannabis-Rausch führt tendenziell zu entspannten Gemütszuständen. Die Menschen werden gelassen, sensibel, empfänglich und glücklich. Mit Rechtsextremen verbinde ich eher Hass, Disziplin und ein starkes Feindbild. Das geht nicht gut zusammen. Im Einzelfall ist das aber schwer zu beurteilen. Es gibt auch Rechtsextreme, die Marihuana konsumieren", sagt Franjo Grotenhermen, geschäftsführender Vorstand der International Association for Cannabinoid Medicines www.cannabis-med.org , gegenüber pressetext. Abwegig sei es sicher nicht, dass der meditative Zustand eines Marihuana-Rausches die Sicht auf die Welt verändert.

Die Schwestern wuchsen in dem Provinznest Bakersfield in Kalifornien auf und wurden von ihrer fanatischen Mutter, den Großeltern und anderen rechtsradikalen Gemeindemitgliedern mit einer verwirrten rechtsextremen Ideologie indoktriniert. Blond und blauäugig schienen die Mädchen ihren Eltern prädestiniert für eine Musikerkarriere. 2005 brachten sie ihre erste CD heraus und gingen mit ihren Liedern von der weißen Überlegenheit auf eine USA-weite Tournee, bei der sie Hitler-T-Shirts trugen und die rechte Hand zum Gruß reckten. 2007 wurden sie für eine bekannte US-Doku über Nazis interviewt. Durch den Stress bekamen allerdings beide Schwestern gesundheitliche Probleme.

Bei Lynx wurde mit 15 Jahren Krebs diagnostiziert, ihr wurde ein Tumor operativ aus der Schulter entfernt. Außerdem litt sie an einer seltenen Krankheit, die zu wiederholtem Erbrechen führt. Ihre Schwester hatte Skoliose und chronische Rückenschmerzen. Da keine Medikamente wirkten, wurde beiden irgendwann medizinisches Marihuana verschrieben. Danach wechselten die Schwestern, die zuvor daheim von ihren verwirrten Verwandten unterrichtet worden waren, nach einem Umzug nach Montana an eine öffentliche Schule und wendeten sich von der kranken Ideologie ihrer Mutter ab.

Marihuana als Retter
"Wir waren als Teenager Nazis, bis wir Marihuana entdeckt haben und erleuchtet wurden", sagen die Schwestern in einem US-TV-Interview. Heute pflegen die beiden nach eigenen Angaben einen Hippie-Lebensstil und setzen sich für Toleranz und Multikulturalität ein. "Heute sind wir ziemlich liberal. Wir lieben die Vielfalt. Dass wir Musik machen konnten, war gut, aber dass wir als Symbole für eine Weltanschauung missbraucht wurden, die wir damals nicht vollständig begreifen konnten, weniger", so die Zwillinge. In ihrer Zeit in Kalifornien seien sie daheim unterrichtete Landeier gewesen, sagen die beiden heute.

Einige Medien unterstellen den Schwestern, dass der Wandel nicht echt ist, sondern aus taktischen Gründen vorgegaukelt wird. Die Mutter gießt mit der Aussage, die Töchter würden nur sagen, was alle hören wollen, um keinen Ärger zu bekommen, Öl ins Feuer. Auf die Frage nach dem Holocaust antworten die Schwestern: "Ich glaube, manche Dinge sind passiert, denke aber, dass ein Teil falsch rekonstruiert wurde. Ich meine, Hitler war schlimm, aber das gilt auch für Stalin und Churchill" und "Ich glaube, alle sollten endlich darüber hinwegkommen". Die Eigenschaft von Marihuana als Wunderkraut gegen politische Verwirrung bleibt also zumindest zweifelhaft.

Presseschau: Grüne: Cannabis-Konsumenten entkriminalisieren! (Ärztezeitung)

Die Ärztezeitung berichtete über einen neuen Vorstoß der Grünen zur Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten.

Grüne: Cannabis-Konsumenten entkriminalisieren! (Ärztezeitung)

BERLIN (fst). Die Grünen im Bundestag werben dafür, Cannabis für den Eigenverbrauch straffrei zu stellen. Das soll für dessen Anbau, Erwerb, Gebrauch und kostenlose Abgabe gelten, heißt es in einem Antrag, der am Donnerstag im Bundestag ohne Beratung an den Gesundheitsausschuss überwiesen wurde.

Je nach Bundesland sei die Verfolgungspraxis bisher sehr unterschiedlich. Pro Jahr würden rund 100.000 Delikte im Zusammenhang mit Cannabis in der Kriminalstatistik vermerkt.
Die Grünen beklagen eine "unverhältnismäßige Kriminalisierung der Eigenverbraucher" und vertreten die Ansicht, die "überwiegende Mehrzahl" der Konsumenten praktiziere "keinen riskanten Gebrauch" von Cannabis. Zudem spricht sich die Fraktion für eine interdisziplinär besetzte Kommission aus, die das Betäubungsmittelrecht evaluiert und Reformvorschläge macht.

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Menschenrechte


Demonstration 2013

Die Menschenrechte von Cannabispatienten achten!

Termin:
20. Juni 2013
Ort:
Bundesopiumstelle, Bonn

Informationen zur Verlosung von Vaporizern, Zuchtbox, Büchern, Hanföl, etc.
Spendenstand am 20.04.2013: 1.541 €

IACM-Konferenz 2013

7th Conference on Cannabinoids in Medicine

27.-28. September 2013
Holiday Inn, Köln.

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European Workshop

6th European Workshop on Cannabinoids

18-20 April 2013
Trinity College Dublin, Ireland

Conference Website

Kanada

The University of British Columbia in partnership with the ICRS and the CCIC will organize “Cannabinoids in Clinical Practice” on 21 June 2013, a full day continuing medical education (CME) event.
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